Revision verworfen

Urteil gegen Ex-Polizist aus Nienhagen ist rechtskräftig

Ex-Polizist Gorch U. aus Nienhagen muss in Kürze seine Haftstrafe antreten. Der Bundesgerichtshof hat die Revision gegen das Lüneburger Urteil verworfen.

  • Von Simon Ziegler
  • 22. Nov. 2022 | 16:30 Uhr
  • 23. Nov. 2022
Gorch U. beim ersten Prozess in Lüneburg. 
  • Von Simon Ziegler
  • 22. Nov. 2022 | 16:30 Uhr
  • 23. Nov. 2022
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Nienhagen.

Der jahrelange Rechtsstreit um den ehemaligen Polizisten Gorch U. aus Nienhagen ist endgültig vorbei. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Revision gegen das Urteil des Landgerichts Lüneburg Anfang des Monats als unbegründet verworfen. Das teilte Christina Edinger, Sprecherin des Landgerichts Lüneburg mit. "Das Urteil ist damit jetzt rechtskräftig", sagte sie gegenüber der CZ.

Drei Jahre Gefängnis

Das Landgericht hatte am 7. Juli entschieden, dass der mehrfach vorbestrafte U. wegen Brandstiftung, versuchter Brandstiftung, Sachbeschädigung und Diebstahl von Wildkameras für drei Jahre ins Gefängnis muss. Gegen das Urteil hatte der heute 57-Jährige Rechtsmittel eingelegt, so dass der Bundesgerichtshof in Karlsruhe zum zweiten Mal zuständig wurde.

Rechtsstreit dauert sehr lange

Die juristische Aufarbeitung der Brandserie dauert schon sehr lange. Das Landgericht in Lüneburg hatte Gorch U. in einem ersten Prozess im November 2020 zu drei Jahren Haft verurteilt. Doch gegen die Entscheidung der 1. Großen Strafkammer hatten sowohl der Verurteilte als auch die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hatte schließlich Lücken bei der Begründung des Strafrahmens moniert. Hintergrund: Das erste Urteil in Lüneburg hatte sich aus mehreren Einzelstrafen zusammengesetzt. Bei zwei Einzelstrafen war das Strafmaß nicht korrekt begründet worden, was eine Neuberechnung der Gesamtstrafe nötig machte – die allerdings beim zweiten Prozess in Lüneburg genauso hoch ausfiel wie beim ersten.

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Vollstreckung wird eingeleitet

Gorch U. habe seine Haftstrafe noch nicht angetreten, sagte am Dienstag Oberstaatsanwalt Lars Janßen auf Nachfrage. "Die Vollstreckung wird jetzt eingeleitet", so Janßen weiter. In welchem Gefängnis der ehemalige Polizist seine Strafe absitzen muss, ist nicht bekannt.

Brandserie zwischen 2016 und 2019

Der Fall hatte für großes Aufsehen gesorgt. Zwischen 2016 und 2019 hatte es zahlreiche Brände in den Wäldern im Großraum Celle gegeben. Die an Hochsitzen begangenen Sabotageakte hatten zahlreiche Jäger verunsichert. Das Motiv des ehemaligen Polizisten wurde während der Prozesse herausgearbeitet: Familienvater Gorch U. hatte sich jahrelang bemüht, in die Jägerschaft aufgenommen zu werden. Als ihm dies im Jahr 2016 abermals verwehrt wurde, beschloss er, sich zu rächen. Über vier Jahre hinweg zündete er immer wieder Hochsitze an, stahl Wildkameras und setzte sogar eine Strohmiete in Brand. Gorch U. hatte die Taten zu Beginn des ersten Prozesses in Lüneburg in weiten Teilen gestanden.