Keine Revision eingelegt

Urteil gegen Ex-Polizist ist rechtskräftig

Das Verfahren hat sich lange gezogen, jetzt gibt es einen Schlussstrich: Gorch U. aus Nienhagen muss für drei Jahre ins Gefängnis.
  • Von Simon Ziegler
  • 10. Aug. 2022 | 06:50 Uhr
  • 10. Aug. 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 10. Aug. 2022 | 06:50 Uhr
  • 10. Aug. 2022
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Nienhagen.

Jetzt ist es amtlich, die jahrelange juristische Aufarbeitung beendet: Ex-Polizist Gorch U. aus Nienhagen muss für drei Jahre ins Gefängnis. "Eine Revisionsschrift ist nicht eingegangen. Das Urteil ist daher rechtskräftig", sagte Christina Edinger, Sprecherin des Landgerichts Lüneburg auf Anfrage der Celleschen Zeitung.

Juristisch komplexe Aufarbeitung

Das Gericht hatte Anfang Juli bestätigt, dass der mehrfach vorbestrafte U. wegen Brandstiftung, versuchter Brandstiftung, Sachbeschädigung und Diebstahl von Wildkameras für drei Jahre ins Gefängnis muss. Eine andere Strafkammer des Landgerichts hatte den 56-Jährigen bereits im November 2020 zu drei Jahren Haft verurteilt. Doch gegen die Entscheidung der 1. Großen Strafkammer hatten sowohl der Verurteilte als auch die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hatte schließlich Lücken bei der Begründung des Strafrahmens moniert. Das Urteil in Lüneburg hatte sich aus mehreren Einzelstrafen zusammengesetzt. Bei zwei Einzelstrafen war das Strafmaß nicht korrekt begründet worden, was eine Neuberechnung der Gesamtstrafe nötig machte.

Straftaten zwischen 2016 und 2019

Gorch U. hatte zwischen 2016 und 2019 zahlreiche Straftaten begangen. Immer wieder brannte es in den Wäldern im Großraum Celle. Die an Hochsitzen begangenen Sabotageakte verunsicherten zahlreiche Jäger. Während der Prozesse in Lüneburg wurde das Motiv herausgearbeitet. Familienvater Gorch U. hatte sich jahrelang bemüht, in die Jägerschaft aufgenommen zu werden. Als ihm dies im Jahr 2016 abermals verwehrt wurde, beschloss er, sich zu rächen: Über vier Jahre hinweg zündete er immer wieder Hochsitze an, stahl Wildkameras und setzte sogar eine Strohmiete in Brand. Die Celler Kriminalpolizei trat lange auf der Stelle. Von Jahresende 2019 bis Januar 2020 liefen verdeckte Observationen, bis die Handschellen klickten. Das Entsetzen war groß, dass sich tatsächlich ein ehemaliger Polizeibeamter hinter der Maske des zündelnden Phantoms versteckte.