Energiewende

16 neue Windräder im Celler Südkreis?

In der Samtgemeinde Wathlingen kommt Bewegung in den Windkraft-Ausbau. Ein Fachbüro sieht Potenzial für 16 neue Windräder.
  • Von Simon Ziegler
  • 30. Juni 2022 | 09:57 Uhr
  • 30. Juni 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 30. Juni 2022 | 09:57 Uhr
  • 30. Juni 2022
Anzeige
Nienhagen.

Die Energiewende in der Samtgemeinde Wathlingen könnte Fahrt aufnehmen. Nachdem es bisher an bürokratischen Vorgaben gescheitert ist, die bestehende Fläche südlich von Nienhagen zu erweitern, werden jetzt auch andere Flächen ins Visier genommen.

Samtgemeinderat tagt am Mittwoch

Wenn der Samtgemeinderat am Mittwoch, 6. Juli, zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt (19 Uhr im Rathaus Nienhagen), geht es auch um einen CDU-Antrag zu erneuerbaren Energien. Die Christdemokraten fordern, dass das Potenzial für erneuerbare Energien in der Samtgemeinde analysiert wird. CDU-Fraktionschef Torsten Harms verweist in seinem Papier explizit auf einen Vortrag der Firma Nefino aus Hannover. Diese hat ihre Überlegungen im Klima- und Energieausschuss am 22. Juni vorgestellt. Das Büro sieht Potenzial für 16 Windräder auf dem Gebiet der Samtgemeinde. Konkret werden Flächen im Süden von Nienhagen sowie im Süden von Wathlingen genannt.

Beratung im Fachausschuss

Ob es dazu kommt, ist derzeit vollkommen unklar. Bislang hat der Landkreis Celle mit Verweis auf sein Raumordnungsprogramm weitere Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Samtgemeinde verhindert. Dazu kommt die Nähe zum Fliegerhorst Wietzenbruch. Im Samtgemeinderat in der kommenden Woche wird noch nichts entschieden. Es wird damit gerechnet, dass das Thema zunächst in den zuständigen Fachausschuss verwiesen wird.

Erneuerbare müssen schnell ausgebaut werden

Klar ist, dass nach dem russischen Überfall auf die Ukraine und der Befürchtung, dass Putin den Gashahn zudrehen könnte, die erneuerbaren Energien massiv und schnell ausgebaut werden müssen. Jahrelange Genehmigungsverfahren sollen der Vergangenheit angehören, der Wind in Berlin hat sich diesbezüglich gewaltig gedreht.

Rot-Grün begrüßt CDU-Vorstoß

SPD-Fraktionschef Peter Mahler kommentierte mit süffisantem Unterton, die Gruppe Rot/Grün begrüße es, dass „Herr Harms nun offenbar auf die bereits zehn Jahre alte, bisher hart bekämpfte Initiative der SPD einschwenkt“. Außerdem sei es richtig, systematisch zu erkunden, was im Bereich Solarenergie passieren könnte, also Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen und privaten Dächern. Die Zahl von 16 neuen Windrädern komme ihm aber sehr hoch vor. „Das ist sehr weit weg von dem, was wir bisher gehört haben. Da brauchen wir mehr Informationen“, sagte Mahler.

"Preis für Verzicht auf russisches Gas"

CDU-Fraktionschef Harms erklärte, dass alle Erneuerbaren unter die Lupe genommen werden sollen, also neben Windrädern und Sonnenenergie auch Biogas und Erdwärme. „Erst kommt die Analyse, dann entscheiden wir.“ Er selbst sei kein Freund von Windrädern, so Harms. Aber: „Der Preis für den Verzicht auf russisches Gas ist möglicherweise die Verschandelung unserer Landschaft.“