Drei Jahre Gefängnis

Ex-Polizist muss Strafe noch im Januar antreten

Bisher ist Gorch U. trotz Ende des Rechtsstreites auf freiem Fuß. Das wird sich jetzt ändern. Der Ex-Polizist aus Nienhagen muss seine Strafe antreten.

  • Von Simon Ziegler
  • 19. Jan. 2023 | 17:18 Uhr
  • 19. Jan. 2023
Gorch U. beim ersten Prozess in Lüneburg.
  • Von Simon Ziegler
  • 19. Jan. 2023 | 17:18 Uhr
  • 19. Jan. 2023
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Nienhagen.

Obwohl der jahrelange Rechtsstreit längst vorbei ist und der Bundesgerichtshof (BGH) die Revision gegen das Urteil des Landgerichts Lüneburg Anfang November 2022 als unbegründet verworfen hatte, ist Ex-Polizist Gorch U. aus Nienhagen noch immer auf freiem Fuß. Doch das wird sich in Kürze ändern. "Der Verurteilte ist zum Strafantritt geladen worden. Die Strafe ist noch im Januar anzutreten", teilte Oberstaatsanwalt Lars Janßen auf Nachfrage der CZ mit. U. muss für drei Jahre ins Gefängnis. Dass es bis zur Einleitung der Vollstreckung so lange gedauert hat, sei nicht ungewöhnlich, da noch Formalien geklärt werden mussten, so Janßen weiter.

Juristische Aufarbeitung dauert lange

Der spektakuläre Fall hatte jahrelang mehrere Gerichte beschäftigt. Das Landgericht hatte im Sommer 2022 entschieden, dass der mehrfach vorbestrafte U. wegen Brandstiftung, versuchter Brandstiftung, Sachbeschädigung und Diebstahl von Wildkameras ins Gefängnis muss. Gegen das Urteil hatte der Mann aus Nienhagen Rechtsmittel eingelegt, so dass der Bundesgerichtshof in Karlsruhe zum zweiten Mal zuständig wurde.

Erster Prozess 2020

Denn das Landgericht in Lüneburg hatte Gorch U. in einem ersten Prozess im November 2020 bereits zu drei Jahren Haft verurteilt. Gegen die Entscheidung der 1. Großen Strafkammer hatten sowohl der Verurteilte als auch die Staatsanwaltschaft seinerzeit Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hatte schließlich Lücken bei der Begründung des Strafrahmens moniert. Das erste Urteil in Lüneburg hatte sich aus mehreren Einzelstrafen zusammengesetzt. Bei zwei Einzelstrafen war das Strafmaß nicht korrekt begründet worden, was eine Neuberechnung der Gesamtstrafe nötig machte – die allerdings beim zweiten Prozess in Lüneburg genauso hoch ausfiel wie beim ersten.

Brandserie im Großraum Celle

Der Fall hatte vor allem im Celler Südkreis für großes Aufsehen gesorgt. Zwischen 2016 und 2019 hatte es zahlreiche Brände in den Wäldern gegeben. Die an Hochsitzen begangenen Sabotageakte hatten zahlreiche Jäger verunsichert. Das Motiv des ehemaligen Polizisten wurde während der vielen Prozesstage herausgearbeitet: Familienvater Gorch U. hatte sich jahrelang bemüht, in die Celler Jägerschaft aufgenommen zu werden. Als ihm dies im Jahr 2016 abermals verwehrt wurde, beschloss er, sich zu rächen. Über vier Jahre hinweg zündete er immer wieder Hochsitze an, stahl Wildkameras und setzte sogar eine Strohmiete in Brand. Gorch U. hatte die Taten zu Beginn des ersten Prozesses in Lüneburg in weiten Teilen gestanden. Nun muss er seine Haftstrafe antreten.