Schwangere Frau aus Hermannsburg erstochen

Mord am Lönsstein

Ein brutales Verbrechen am Lönsstein bei Müden: Die Leiche der im fünften Monat schwangere Brigitte Tolle wird gefunden. So berichteten wir am 5. Mai 1989.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 08. Aug. 2022 | 11:36 Uhr
  • 09. Aug. 2022
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  • 09. Aug. 2022
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Müden.

Die romantische Heidekulisse um den „Lönsstein“ an der Landesstraße 240 zwischen Baven und Müden/Örtze war in der Nacht zum gestrigen Himmelfahrtstag Schauplatz eines brutalen Verbrechens: In den Vormittagsstunden des „Vatertages“ entdeckten Spaziergänger an einem Heideweg unterhalb der Bergkuppe die Leiche der 34jährigen Hermannsburgerin Brigitte T.

34-jährige Brigitte Tolle kam aus Hermannsburg

Die Frau ist nach ersten Erkenntnissen der Kriminalpolizei Celle einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Die 34jährige. nach der ihr worden, man habe 60 und Lebensgefährte schon am Abend zuvor gesucht halte, war geschieden und im fünften Monat schwanger. Nach Mitteilung der Kriminalpolizei scheidet der Freund für die Vaterschaft aus. Wie bekannt wurde, hatte Brigitte T. am Mittwochabend die Schwester ihres Lebensgefährten mit dem Auto, einem zwölf Jahre alten Daimler-Benz, besuchen wollen, war dort aber nicht angekommen. Das Fahrzeug wurde gestern vormittag in Munster aufgefunden. Wie es dort hinkam, ist nicht bekannt.

Polizei Celle: Opfer wurde „fürchterlich zugerichtet"

Kriminaldirektor Erich Philipp, der Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Celle, berichtete nach einer ersten Tatortbesichtigung, die 34jährige sei „fürchterlich zugerichtet" worden, man habe 60 und mehr Stichverletzungen gezählt, auch habe vermutlich ein Kampf staugefunden, denn die Frau sei mit einem stumpfen Gegenstand mehrmals auf den Kopf geschlagen worden, Haarbüschel des Opfers habe man im näheren Umkreis des Tatortes gefunden.

Kein Sexualverbrechen

Ein Sexualverbrechen, so Philipp, scheide „nach Lage der Dinge“ aus - auch die inzwischen durchgeführte Obduktion hatte nichts anderes ergeben. Noch am Himmelfahrtstag haben starke Schutz- und Kriminalpolizeikräfte den Tatort und dessen Umgehung minutiös abgesucht. Die Kripo hoffte, die Tatwaffe, eine Stichwaffe noch unbekannter Art, zu finden. Diese Suche jedoch blieb ergebnislos.

Der Text ist am 5. Mai 1989 im Original in der Celleschen Zeitung erschienen. Wir haben lediglich die gefetteten Zwischenzeilen hinzugefügt. 

Von cz