Auf Ortsverbindung

Ratsgruppe: Fahrradstraße von Müden bis Poitzen

Für die Sicherheit der radfahrenden Schulkinder und als touristisches "Schmankerl" wollen Grüne, FDP und ULF eine Fahrradstraße zwischen Müden und Poitzen.
  • Von Marius Klingemann
  • 27. Juni 2022 | 16:27 Uhr
  • 27. Juni 2022
  • Von Marius Klingemann
  • 27. Juni 2022 | 16:27 Uhr
  • 27. Juni 2022
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Müden.

Müden. Ein Konzept für die "Sicherheit für Radfahrer, insbesondere der radfahrenden Schulkinder" sowie gleichzeitig "die touristische Attraktivität" hat die Ratsgruppe aus Grünen, FDP und ULF (Unabhängige Liste Faßberg) in die politischen Gremien eingebracht. Im Fokus steht die sich in Gemeindehand befindliche Ortsverbindung zwischen Müden und Poitzen.

Den rund zwei Kilometer langen Abschnitt, der aus Süden von der Schulstraße bis zur Landesstraße (L) 240/Poitzen verläuft, wollen die genannten Parteien zur Fahrradstraße machen. Einmal gehe es um die Kinder, die auf dem Drahtesel etwa zur Faßberger Grundschule unterwegs sind, so Grünen-Vertreter Carl-Wilhelm Kuhlmann – "außerdem ist es eine touristische Fahrradroute, von der auch die Gastronomie profitiert".

Fahrradstraße: Rücksicht zwischen Müden und Poitzen "schon da"?

Auf einer sogenannten "echten" Fahrradstraße dürften laut Rechtslage tatsächlich nur Räder sowie "Elektrokleinstfahrzeuge" (zum Beispiel E-Roller) fahren. "Das ist in der Praxis aber unüblich", stellte Amtsleiter Stephan Fähndrich nun im Bauausschuss klar. Praktikabel wäre es im konkreten Fall ohnehin nicht, führt der fragliche Abschnitt doch am Mittelstendorf vorbei. Lösung wäre also die "unechte" Variante: Die Radler haben stets Vorrang, Autos und Co. müssen sich als "Mitbenutzer" unterordnen und dürfen nicht schneller als Tempo 30 fahren.

"Diese Rücksichtnahme ist im Bereich auch jetzt schon da", wandte Hartmut Maniewski von der Wählergruppe Faßberg (WGF) im Ausschuss ein. So stelle sich die Frage, ob eine Fahrradstraße mit entsprechenden Regeln überhaupt nötig sei. Frank Biefeldt fragte sich derweil, ob die Ortsverbindung nicht zu schmal für eine Umwidmung sei – Autos müssten beim Überholen dann ganz offiziell zwei Meter Mindestabstand halten, das werde vor Ort schon eng. "Das könnte hier schon das K.o.-Kriterium sein", mutmaßte der SPD-Mann.

Faßbergs Verwaltung prüft "Machbarkeit" der Fahrradstraße

Bauchef Fähndrich wollte der Initiative noch keinen Riegel vorschieben und sagte, dass Fahrradstraßen qua Gesetz auch bei geringerer Trassenbreite möglich seien. Wichtig sei insbesondere, dass solch eine Neuregelung durch die gegebene Verkehrs-Gemengelage notwendig sei und zudem eine "hohe Dichte" an Radfahrern vorliege. Unter anderem dies wolle die Verwaltung in Sachen "allgemeine Machbarkeit" nun prüfen, bevor es an weitere Beratungen gehen kann.

Die Strecke zwischen Müden und Poitzen beginnt als "Salzmoor", wird dann zu "Im Mittelstendorf" und letztlich "Poitzen", bevor sie auf die L 240 stößt. Sie wird in der Ecke, das kam nun ebenfalls zur Sprache, gerne als "praktische Verbindung von A nach B" genutzt. In Frage komme bei der Prüfung daher auch eine Anliegerstraße.