Halter in großer Sorge

Pferd "Sunny" in Misselhorn brutal attackiert

Ein Tierquäler hat Schimmelstute Sunlight auf dem Misselhorner Hof im Genitalbereich verletzt. Es ist nicht der erste Fall dieser Art in der Gegend.

  • Von Marius Klingemann
  • 28. Juni 2022 | 20:03 Uhr
  • 30. Juni 2022
  • Von Marius Klingemann
  • 28. Juni 2022 | 20:03 Uhr
  • 30. Juni 2022
Anzeige
Misselhorn.

"Sehr traurig" findet Sylvia Krelaus das, was am Montag auf dem Misselhorner Hof östlich von Hermannsburg passiert ist. Wie es aussieht, hat sich ein Tierquäler an ihrer Schimmelstute Sunlight zu schaffen gemacht. "Als ich sie mittags von der Weide in die Box geholt habe, habe ich Blut an den Hinterbeinen entdeckt", erklärt Krelaus. Die grausige Entdeckung: Jemand hat das 14 Jahre alte Pferd mit einem scharfen Gegenstand "fingertief" im Genitalbereich verletzt.

Sunlight (auch "Sunny" genannt) lebt seit Anfang des Jahres auf dem Hof, sie ist als Geburtstagsgeschenk für Krelaus' Tochter Emma nach Misselhorn gekommen. "Die beiden sind ein tolles Team", sagt die Mutter. Die Stute sei "sehr zutraulich gegenüber Menschen", was ihr jetzt wohl zum Verhängnis geworden ist.

Misselhorn: Ist Zutraulichkeit Stute zum Verhängnis geworden?

Der Täter konnte sich ihr offenbar problemlos nähern – passiert ist das aller Wahrscheinlichkeit noch auf der Weide, "in der Box gab es keine Blutspuren". Krelaus ist mit ihrem vierbeinigen Schützling sofort zur Tierärztin: "Die hat dann auch gesagt, dass die Verletzung höchstens eineinhalb Stunden alt sein kann."

 

Folglich muss alles am helllichten Tag passiert sein, mitten auf dem idyllischen Gestüt. "Da gehört schon viel Dreistigkeit dazu", findet auch Hofbesitzer Eckardt Meyer. Der langjährige Bundestrainer für Ein- und Zweispänner sagt jedoch, dass ihm und seinem Team am Montag nichts Ungewöhnliches aufgefallen sei.

"Auch Sunlight hat sich so verhalten wie immer." Er mache sich nun natürlich "Gedanken über das Wie und Warum" der Tat. Der Verdacht: Der- oder diejenige kennt sich vor Ort schon länger aus. Meyer will ab sofort ein besonderes Auge auf alles haben, "aber Türen abschließen gehört eben nicht zur Pferdehaltung".

 

"Solche Idioten": Reit- und Fahrverein will Sicherheit verbessern

Zuerst auf die Geschehnisse aufmerksam gemacht hat – mittels Facebook-Nachricht – der direkt nebenan beheimatete Reit- und Fahrverein Hermannsburg-Bergen. "Man weiß nicht, was in solchen Idioten vorgeht", sagt Vorsitzender Hans-Joachim Mensing der CZ. Der Fall "berührt alle", die eigenen Sicherheitsvorkehrungen wolle der Verein nun noch erweitern. Das erste Vorkommnis dieser Art, so Mensing, sei es in der Gegend aber nicht: "Auch die Stuten von zwei Mitgliedern in Hermannsburg hat es schon getroffen."

Schon öfter Genitalverletzungen bei Pferden auf Misselhorner Hof

Gleich doppelt sei ihr Tier betroffen gewesen, sagt eine Stallnachbarin von Sylvia Krelaus, die nicht namentlich auftauchen will. Auch in diesen Fällen ging es um den Genitalbereich, zuletzt Anfang Mai. "Und im März ist das bei einer anderen Stute auf dem Hof passiert." Sämtliche Pferdebesitzer seien "in großer Sorge".

"Sunny" lässt sich am Dienstag indes schon wieder bereitwillig vom CZ-Besuch streicheln. "Sie bekommt nun Schmerzmittel und Antibiotika", so Krelaus. Die Wunde müsse zuwachsen, "sonst kann das in diesem Bereich kritisch werden".

Die Polizei ermittelt auch in diesem Fall wegen Tierquälerei und sucht Zeugen. Hinweise nehmen die Beamten telefonisch unter (05051) 471660 entgegen.