Pläne für kleine Feier

Meißendorfer Heidefest ohne Königinnen-Wahl

Es fehlen Helfer und das finanzielle Risiko ist groß: Das Meißendorfer Heideblütenfest findet wieder statt – aber viel kleiner als früher.
  • Von Simon Ziegler
  • 04. Juli 2022 | 18:53 Uhr
  • 04. Juli 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 04. Juli 2022 | 18:53 Uhr
  • 04. Juli 2022
Anzeige
Meißendorfer.

Die gute Nachricht für alle Freunde des Meißendorfer Heideblütenfestes: Ende August gibt es wieder ein Fest. Die schlechte Nachricht: Es fällt deutlich kleiner aus: Ohne Umzug, ohne Festzelt, ohne Live-Musik. Es gibt noch nicht mal eine Königinnenwahl.

Entscheidung ist umstritten

Die Verantwortlichen der Dorfgemeinschaft haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Sie ist vor Ort auch nicht unumstritten. So hatte sich insbesondere die junge Generation gewünscht, dass endlich wieder gefeiert wird. Manche meinen, dass das Fest "kaputtgespart" werde, heißt es im Ort. Andere fragen, ob ein Heidefest ohne Königinnenwahl und Zeremonie in der Heide überhaupt noch ein Heideblütenfest ist. Doch die Entscheidung steht. „Bis Mitte April war keine wirkliche Planung möglich“, blickt Sven Alpers, der Vorsitzende des Fördervereins, auf den Wegfall der Kontaktbeschränkungen zurück. Außerdem sind seit dem letzten Fest vor drei Jahren viele Helfer „aus gesundheitlichen oder Altersgründen weggebrochen“, wie er sagt. Ein weiterer Grund ist das wirtschaftliche Risiko. „Das Meißendorfer Heideblütenfest wird ausschließlich aus Mitteln des Fördervereins finanziert. Im Gegensatz zu Schneverdingen und Amelinghausen gleicht bei uns kein Tourismusverband eventuelle Defizite aus“, erläutert Alpers. Dazu kommen die explodierenden Preise, etwa für Getränke, die das Risiko immer größer machen.

Was überhaupt noch geplant ist

Die kleine Variante des Heideblütenfestes soll so aussehen: Am 20. August geht es ins Ostenholzer Moor, um Heide für den Schmuck der Laternen entlang der Hauptstraße und des Festplatzes zu schneiden. Diese wird dann am Dorfgemeinschaftshaus zu Kronen und Girlanden gebunden. Am 26. August erfolgt der Aufbau am Festplatz. Dort wird am Samstag, 27. August, gefeiert: Es gibt Kaffee und Kuchen, Ponyreiten in der Meißeniederung, eine Hüpfburg und ein Kinderkarussell. Außerdem wird Eis verkauft, es wird gegrillt, Weinausschank und Bierwagen werden organisiert. Am Abend treten dann die Jagdhornbläser sowie der Meißendorfer Shanty-Chor und der Fanfarenzug auf. Später übernimmt DJ Wolfgang.

2023 soll alles wie früher sein

Der Förderverein will sich auf das kommende Jahr konzentrieren. "Wir möchten unser Traditionsfest am Leben erhalten. Wir werden ab September mit den Planungen für ein 'richtiges' Heideblütenfest beginnen und uns um neue Helfer und Unterstützer bemühen. Auch werden wir hoffen, dass die Pandemie ein Fest im August 2023 erlaubt und die wirtschaftliche Entwicklung den Besuchern genug Geld im Portemonnaie lässt, damit sie mit uns feiern können", sagt Alpers. 2023 soll dann wieder – wie früher – drei Tage gefeiert werden.

Ortsbürgermeister ist einverstanden

Ortsbürgermeister Holger Beckmann kann die Entscheidung nachvollziehen. "Es macht Sinn, die Kosten für dieses Jahr kleiner zu halten", sagt er. Auch den Verzicht auf eine neue Heidekönigin trägt er mit. "Eine Wahl ohne Umzug wäre nicht der richtige Rahmen gewesen", meint Beckmann.

Vier Jahre Heidekönigin

Anna Schröter und ihr Hofdamen Ronja Nelte und Sheenara Wiebke werden das Dorf also noch ein weiteres Jahr repräsentieren. Das gab es noch nie: Schröter war 2019 gewählt worden. Bis 2023 wird sie demnach vier Jahre Heideblütenkönigin sein – so lange wie keine Meißendorfer Majestät jemals zuvor.