Jury-Besuch

Müden will das Beste für die Dorf-Zukunft

Die Jury des Landeswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" hat am Dienstag Müden besucht. Am Ende gab es Bratwurst und Eichen, die Entscheidung fällt Donnerstag.
  • Von Marius Klingemann
  • 21. Jun 2022 | 20:30 Uhr
  • 21. Jun 2022
  • Von Marius Klingemann
  • 21. Jun 2022 | 20:30 Uhr
  • 21. Jun 2022
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Müden.

Was ist das Beste an Müden? "Unsere Dorfgemeinschaft", da war sich an diesem Dienstag eine Vielzahl ortsansässiger Kehlen einig. Zu überzeugen galt es nun auch die Jury des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft", die auf ihrer Tour Station in der Südheide gemacht hat. Müden gehört hier zu den Kandidaten aus dem Regierungsbezirk Lüneburg (grob: Nordost-Niedersachsen), die in das Landesfinale einziehen wollen.

Mit "ein paar Leuchttürmen" gehe man daher ins Rennen, sagte Volker Nickel kurz vor dem offiziellen Teil. Der Ortsvorsteher hatte als Erster die Idee zur "Unser Dorf"-Teilnahme, betonte aber sofort, dass es "ohne die Gemeinschaft nicht geklappt hätte". Eine Bewerber-Broschüre samt allerlei Wissenswertem hatten die Müdener bereits im Vorfeld unter die Leute gebracht, die ganz reelle Jury-Begehung startete jetzt in der Historischen Wassermühle.

Jury-Rundgang in Müden: Mit Knüppel und eigenem Strom

Bürgermeisterin Kerstin Speder sorgte für die Begrüßung, bevor Chronist und Urgestein Hans-Heinrich Euhus zur Lokalgeschichte einstieg. Für "Aaahs" sorgte der Knüppel, an dem früher die Neuigkeiten aushingen – heute ist er Namensgeber des regelmäßigen Mitteilungsblattes. Auch interessant: Teile des Films "Heideschulmeister Uwe Karsten" (1954) mit Claus Holm und Barbara Rütting wurden in Müden gedreht.

Mit diesen ersten Eindrücken machte sich der Tross auf den weiteren Weg. Die zehnköpfige Jury um Strukturförderin Annika Wangerin vom Amt für regionale Landesentwicklung nahm interessiert zur Kenntnis, dass das Licht in den Mühlenräumen aus selbst produziertem Strom kommt und man hier außerdem heiraten kann. Anschließend stand der Heidesee auf dem Programm, Frank Dening vom Förderkreis "NaturHeimat" berichtete zu Müdens grüner Seite. Kommentare wie "toll" zeigten schon davor, dass die Sache in die richtige Richtung gehen könnte.

"Unser Dorf hat Zukunft": Jury-Chefin "beeindruckt" in Müden

"Ein bisschen erschöpft", aber vor allem doch "beeindruckt von den vielen Begegnungen" äußerte sich Jury-Frontfrau Wangerin dann auch im Anschluss an den 90-minütigen Rundgang. Begegnet waren sie und ihre Mitstreiter unter anderem Grundschülern und Kita-Kindern, die auf Deutsch und Französisch "Kennt ihr schon Avignon" ("Sur le pont d'Avignon") sangen – wie es sich am bilingualen Standort gehört.

Ein kleiner Plausch mit Jugendherberge-Gästen aus dem Münsterland war auch drin, bevor Pastor Rudolf Blümcke in der St.-Laurentius-Kirche unter anderem vom Ursprung des nun schon über 800 Jahre bestehenden Müdener Marktes erzählte. Älter ist nur das Dorf selbst, das aktuell 1000-Jähriges feiert.

Landeswettbewerb: Entscheidung am Donnerstag

Gemeinschaft, dieses Stichwort betonten Ortsvorsteher Nickel und Co. immer wieder, ob beim Blick in die Zukunft oder bei der Wahrung des Traditionellen. Jung und alt waren dann auch die Anwohner, die sich zu eingangs erwähntem, lautstarken Slogan vor der Kirche trafen. Zusammengearbeitet wird ebenso (und das sogar sonntags) im Dorfladen Tante Hanna, an dem die Tour mit warmen Worten, Bratwurst und Eichen-Setzlingen als Abschiedsgeschenk endete.

Nickel war im Anschluss zufrieden: "Und wenn es mit dem Wettbewerb nicht klappt, war es trotzdem eine tolle Aktion." Die "Lüneburger" Juroren sind noch bis Donnerstag zwischen Cuxhaven und Osterholz unterwegs, danach fällt ihr Urteil. Das Landesfinale von "Unser Dorf hat Zukunft" findet im Herbst statt, auf Bundesebene dann 2023. Annika Wangerin hatte in jedem Fall noch ein Kompliment parat: "Ich komme ganz bald als Besucherin mit der Familie zurück."