1000 Jahre

Dorfwette gewonnen: Müden ist in Feierlaune

Müden feiert sich selbst: Mit der gewonnenen Dorfwette ging am Sonntag das dreitägige Party-Wochenende zu Ende.
  • Von Simon Ziegler
  • 03. Juli 2022 | 17:56 Uhr
  • 03. Juli 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 03. Juli 2022 | 17:56 Uhr
  • 03. Juli 2022
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Müden.

Sie setzten sich gegen 35 andere Teams durch: Dirk Häger und die Jungs Lias, Joris und Linus haben am Samstag in Müden als „Team Kamerun“ das „Spiel ohne Grenzen“ gewonnen. Zehn Stationen galt es während des Familientages am Heidesee zu meistern. Feuerwehr und MTV Müden hatten sich einiges einfallen lassen: Von Kübelspritze und Wassertransport über Partnerlauf mit Luftballon bis hin zum Leitergolf wurde viel geboten. „Super, dass so viele Teams am Start waren“, sagte Norbert Koch vom Orga-Team über die rund 150 Teilnehmer. Und es gab schicke Preise: Die Sieger freuten sich über vier Jahreskarten des Wildparks.

Annabell (9) und Enna (8) bildeten mit zwei Freundinnen das Hottentotten-Team. Ganz vorne landeten sie zwar nicht, aber darum ging es nur am Rande. „Am meisten Spaß hat das mit der Schubkarre gemacht“, sagte Enna. Und auch das Feuerlöschen mit Spritzpistole kam gut an.

Ein paar Meter weiter saßen Marcus und Franziska Ott und warteten auf die Siegerehrung. Ihre beiden Töchter waren ebenfalls am Start. „Die Kinder hatten einen tollen Nachmittag“, sagte der Familienvater. „Nach zwei Jahren ist wieder was los im Dorf. Den Müdener Markt gab es ja auch lange nicht mehr. Das Fest bringt das Dorf wieder zusammen.“

„Müden 2022 – 1000 Jahre Heimat“ war das Motto des dreitägigen Festwochenendes – dem Höhepunkt im Veranstaltungsjahr. Nach dem Auftakt am Freitag im Festzelt und dem bunten Familienprogramm am Samstag wurde es am späten Nachmittag feierlich. Die Jagdhornbläser des Hegerings Hermannsburg/Müden spielten auf und Kyffhäuser, Männergesangsverein sowie die Feuerwehren aus Poitzen und Müden bezogen Stellung. Die Faßberger Bürgermeisterin Kerstin Speder und Müdens Ortsvorsteher Volker Nickel nahmen schließlich neben der Laurentiuskirche die Enthüllung eines gewaltigen Erinnerungssteins vor – eines Findlings mit einem Gewicht von 10,8 Tonnen, der unter Mithilfe von heimischen Firmen seinen Platz im Ortskern gefunden hat. „Mit dem Stein soll an das Festjahr erinnert werden“, sagte Speder. Damit sei auch die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft verbunden. „1000 Jahre Müden – Wahnsinn“, brachte es Nickel auf den Punkt. „Steine stehen für Beständigkeit. Dieser Findling soll für die nächsten 1000 Jahre stehen“, sagte der Ortsvorsteher vor rund 150 Bürgerinnern und Bürgern, die zu der Zeremonie gekommen waren – darunter auch Vertreter der anderen Müdens von Aller und Mosel.

Schließlich stand am Sonntag die Frage im Mittelpunkt, ob die Dorfgemeinschaft die Wette gegen ihren Ortsvorsteher gewinnen würde. Volker Nickel hatte gewettet, dass es nicht gelingen würde, mit rund 500 Menschen am Heidesee das Logo „Müden 2022“ darzustellen. Erwartungsgemäß verlor Nickel seine Wette, weil rund 530 Bürger zum See pilgerten.

Damit kann natürlich auch der Ortsvorsteher gut leben. Er darf jetzt beim Müdener Markt im August seinen Wetteinsatz einlösen: im Bienenkostüm herumlaufen und Spenden sammeln. An wen die Spenden gehen, wollte er noch nicht verraten. Nur so viel: „Ich werde für ein Umweltprojekt sammeln“, sagte er, bevor er den Einsatz der vielen Helfer über das ganze Wochenende würdigte: „Das Beste von Müden ist die Dorfgemeinschaft.“