Lutterloh und Weesen

Neue Masten gegen Riesen-Funkloch in Südheide

Zwei neue Funkmasten in Lutterloh und Weesen sollen in den Südheide-Gemeinden endlich für Empfang sorgen. Und nächstes Jahr soll es weitergehen.
  • Von Marius Klingemann
  • 14. Aug. 2022 | 12:00 Uhr
  • 14. Aug. 2022
  • Von Marius Klingemann
  • 14. Aug. 2022 | 12:00 Uhr
  • 14. Aug. 2022
Anzeige
Lutterloh.

"Kein Dienst": Diese Nachricht soll zumindest auf den Handys der Vodafone-Kunden zwischen Lutterloh und Weesen in absehbarer Zukunft nicht mehr auftauchen. Das Unternehmen hat in den beiden Südheide-Orten nun jeweils einen Mobilfunkmast errichtet und will somit dazu beitragen, das mit 40 Quadratkilometern "größte Funkloch Niedersachsens" zu schließen. Rund eine halbe Millionen Euro hat sich Vodafone das Unterfangen nach eigenen Angaben kosten lassen – Fördergelder von Bund oder Land sind dabei nicht eingeflossen.

Wer sich den sogenannten Mobilfunk-Atlas des Breitbandzentrums Niedersachsen-Bremen etwas genauer anschaut, dem dürfte bislang nicht entgangen sein, dass gerade im nördlichen Celler Kreisgebiet – genauer: zwischen Hermannsburg und Eschede – eine riesige Versorgungslücke klafft. Wenn er im Auto telefoniere (selbstredend via Freisprechanlage), stimme er den Gesprächspartner regelmäßig auf eine (Zwangs-)Pause ein, sobald er sich dieser Ecke nähere, erzählte Axel Flader nun.

Funkmasten in Lutterloh und Weesen: Rheinmetall hat Hände im Spiel

Der Landrat und vorige Südheide-Gemeindebürgermeister gehörte diese Woche zu den Gästen, als Vodafone-Sprecher Dirk Ebrecht den Funkmast "Lutterloh 3992" – stellvertretend für beide neuen Standorte – offiziell für fertiggestellt erklärte. Sobald die letzten Vorbereitungen "innerhalb der nächsten 14 Tage" abgeschlossen sind, soll von hier ein 4G-Signal ausgehen. "Auch 5G wird künftig möglich sein", kündigte Ebrecht zudem an.

Der Weesener Mast steht westlich des Ortes im Wald, der in Lutterloh liegt etwas nördlich im Grünen. Beide sind etwa 46 Meter hoch. Maßgeblich zur Errichtung beigetragen haben die wiederkehrenden Forderungen des im nahen Unterlüß ansässige Rüstungskonzern Rheinmetall, dessen Vorstandschef Armin Papperger darüber hinaus in Hermannsburg lebt. "Ohne dieses Engagement hätte die Sache wohl nicht funktioniert", erklärte Maximilian Schmidt (SPD), der wie CDU-Landtagskollege Jörn Schepelmann ebenfalls vor Ort war.

Vodafone-Sprecher: "Projekt eigentlich nicht wirtschaftlich"

So errichtete Vodafone die beiden Funkmasten schließlich in Eigenleistung – "wirtschaftlich ist das für uns eigentlich nicht", räumte Sprecher Ebrecht mit Blick auf die eher idyllische Umgebung ein. Letztlich gehe es um die Versorgung "in der Fläche", nicht zuletzt auch die Sicherstellung einer zuverlässigen Notruf-Verbindung.

Einen Ausblick auf das angehende Funkgebiet konnten sich die Anwesenden dann auf einer Hebebühne verschaffen. Davon machten unter anderem die aktuelle Gemeindebürgermeisterin Katharina Ebeling und Stefan Muhle, Staatssekretär im für die Digitalisierung zuständigen Landeswirtschaftsministerium, gerne Gebrauch.

Mega-Funkloch in der Südheide: Weitere Masten kommendes Jahr

Die Lutterloher Mast-Fläche zur Verfügung gestellt hat Grundbesitzer und Gemeinde-Ratsherr Holger Meyer. "Zuverlässige Verbindungen brauchen wir auch für funktionierenden Tourismus", sagte er gegenüber der CZ. Außerdem gehe es um forstwirtschaftliche Maschinen, die zum Teil schon autonom arbeiten.

"Wohl im kommenden Jahr" soll – diesmal mit Bundesförderung – auch der Süden des Mega-Funklochs geschlossen werden, Masten sind bei Dehningshof und Queloh vorgesehen. Dirk Ebrecht dazu: "Der Auftrag ist hierzu aber noch nicht vergeben", dementsprechend könnte auch ein anderes Unternehmen als Vodafone zum Zuge kommen.