Haft wegen Todschlags

Mann tötete Ex-Freundin mit 43 Messerstichen

Nach Jahrelanger On-Off-Beziehung ersticht Mann aus Eldingen seine Ex-Freundin. So berichtete die Cellesche Zeitung am 25. Oktober 1996.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 23. Sept. 2022 | 12:42 Uhr
  • 29. Sept. 2022
Nach Jahrelanger On-Off-Beziehung ersticht Mann aus Eldingen seine Ex-Freundin.So berichtete die Cellesche Zeitung am 25. Oktober 1996.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 23. Sept. 2022 | 12:42 Uhr
  • 29. Sept. 2022
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Lüneburg/Lachendorf.

Für zwölf Jahre muß ein 26iähriger Mann aus Eldingen hinter Gitter, der im Juni in Lachendorf seine Ex-Freundin mit 43 Messerstichen umgebracht hatte. Das Lüneburger Schwurgericht verurteilte den Umschüler gestern wegen Totschlags. Es folgte damit nicht der Bewertung der Staatsanwältin, die eine lebenslange Haft wegen Mordes gefordert hatte.

Gericht urteilt Todschlag statt Mord

Der Angeklagte habe zwar mit direktem Vorsatz getötet, aber weder heimtückisch aus Eifersucht noch aus niederen Beweggründen gehandelt, sagte der Schwurgerichtsvorsitzende Hans-Günther Stürmann. Zur Urteilsverkündung hatte er wegen befürchteter Angriffe auf den Angeklagten strenge Sicherheitsvorkehrungen angeordnet. Das Opfer, eine 24 Jahre alte Steuerfachgehilfin, war für den 26jährigen die große Liebe gewesen. Nach einem eheähnlichen Verhältnis ab 1993 kam es immer wieder zu Trennungen, Streitereien und neuen Kontakten. Auch als er an Silvester 1995 eine Beziehung mit einer anderen Frau einging, setzte er die sexuellen Kontakte zur Ex-Freundin fort. Erst als diese im Mai 1996 selbst einen neuen Partner fand, lehnte sie jeglichen Kontakt zum Angeklagten ab.

Wut anstatt Eifersucht war das Tatmotiv

„Sie sahen sich in einer Opferrolle, in der Sie sich tatsächlich jedoch nicht befanden“, machte das Gericht dem 26jährigen klar. Es sei nicht in erster Linie Eifersucht auf den neuen Freund gewesen, sondern Wut auf die Ex-Freundin, die ihn antrieben. Auf dem Tonband ihres Anrufbeantworters hatte der 26jährige gedroht: „Ich schaffe dich. Wenn es so weit kommt, werde ich dich umbringen“. In diesem Moment hatte sich der Mann laut Richter Stürmann bereits unumkehrbar in seine Opferhaltung hineinmanövriert. Süchtig nach Kontakt, habe er keine andere Möglichkeit als die Tötung der Frau gesehen. „Sie brauchen dringend eine Therapie Ihrer Persönlichkeitsstörung. Anders können Sie der Gefahr nicht begegnen, eines Tages eine neue Beziehung wieder auf diese Art zu zerstören“, gab Stürmann dem Täter mit auf den Weg in die Haft.

Von cz