"Silbernes" in Langlingen

Mit dem Trecker-Virus infiziert

25 Jahre ist der Langlinger Treckerclub inzwischen alt: Am Wochenende wurde ein rauschendes Fest gefeiert.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 03. Juli 2022 | 13:22 Uhr
  • 03. Juli 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 03. Juli 2022 | 13:22 Uhr
  • 03. Juli 2022
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Langlingen.

Das hätten sich Jens Bock und Henning Sonemann nicht träumen lassen. Vor 25 Jahren gründeten sie in Langlingen einen Treckerclub, der 20 Mitglieder zählte. Heute sind es 100, der Verein hat eine selbst gebaute Lehmbahn für Gewicht-Schlepp-Wettbewerbe und hat mehrmals an den Deutschen Meisterschaften teilgenommen. Die Trecker-Enthusiasten aus Langlingen sind inzwischen nicht nur in der Region Celle ein Begriff bei Traktorenfans geworden. Am Samstag und Sonntag feierte der Club sein silbernes Jubiläum mit dem bei Zuschauern und Akteuren beliebten „Trecker Treck“ und mit einer großen Zeltparty am Samstagabend, zu der 500 Gäste kamen.

Waren es am Samstag 450 Besucherinnen und Besucher, die dem Gewichtziehen der großen „Brummer“ über 80 Meter gespannt zuschauten, so wurden am Sonntag, beim Trecker Treck der kleineren Traktoren, etwa 1000 Leute am Rande der Bahn erwartet. Es ging gut los, denn im ersten Durchgang hieß es meistens „Full pull“. Obwohl sie manchmal mit den Vorderrädern von der Bahn abhoben, schafften es erstmal fast alle Maschinen, das vier Tonnen schwere Gewicht über die Ziellinie zu bringen. Ein Stechen musste her. Die Top 3 auf dem Treppchen hießen Henning Sonemann, gefolgt von Dirk Schröder und Rainer Santelmann. Letzterer fuhr, nach Aussagen von Jens Bock, den einzigen alten Hanomag-Lanz in der Konkurrenz.

Alle lieben Trecker

Bei den großen Treckern von 7,5 bis 12 Tonnen am Samstag holten sich Arndt Kopczinsky, Carsten Cramm, Wilhelm Krössmann, Eike Surburg und Timm Hermann die Siege in den einzelnen Gewichtsklassen. Sie hatten ein 14-Tonnen-Bremsgewicht zu schleppen. Aus Edemissen war Michael Breustedt mit seinen kleinen Söhnen Bjarne (4) und Enno (2) nach Langlingen gefahren. Der Grund für den Familienausflug: „Die Jungs lieben Trecker, und so eine Veranstaltung wie heute ist für sie geradezu ideal.“

Inzwischen ging das Spektakel auf der Lehmbahn weiter. Motoren knatterten, Rauch stieg aus hohen Traktorenauspuffs, und die Zuschauer feuerten, animiert von Moderator Rainer Bock, die Fahrer lautstark an. Hatten am Samstag 60 Wettbewerbsteilnehmer gemeldet, so waren es am Sonntag 100. Darunter mit Ingrid Haferkamp aus Wiefelstede bei Bremen eine Fahrerin. Sie lieferte sich nicht nur ein Duell mit den Männern, sondern fuhr darüber hinaus einen familieninternen Wettbewerb mit Ehemann Fredo. Bei so viel spektakulärer Action auf der Bahn und einer solch riesigen Resonanz strahlte Vereinsvorsitzender Jens Bock, wie man so sagt, „mit der Sonne um die Wette“. Der 57-jährige ist, nach eigenem Bekunden, seit der Kindheit "mit dem Trecker-Virus infiziert". Was auch, meinte Bock, für seine Brüder Rainer und Herbert sowie für seinen 28-jährigen Sohn Moritz gelte.

Von Andreas Stolz