Street Art in Schulen

Mit Spraydosen und Schablonen

Im Rahmen von „Kultur trif(f)t“ haben sich drei junge Künstlerinnen gefunden, die das Projekt „Street Art mit Schulen“ anleiten.

  • Von Jürgen Poestges
  • 21. Juni 2022 | 17:30 Uhr
  • 22. Juni 2022
  • Von Jürgen Poestges
  • 21. Juni 2022 | 17:30 Uhr
  • 22. Juni 2022
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Lachendorf.

Es wird eifrig diskutiert vor der Leinwand mit Saxofon, Trompete und Posaune. „Was machen wir denn in die Zwischenräume?“, fragt Finja. Für Paula ist klar: „Da komme Noten hin.“ – „Welche Farbe sollen wir nehmen?“, will Joke wissen. Man entscheidet schließlich für Schwarz.

Auftakt in Lachendorf

Auf dem Schulhof der Oberschule Lachendorf am Südfeld herrscht eifriges Werkeln. Im Rahmen von „Kultur trif(f)t“ haben sich drei junge Künstlerinnen gefunden, die das Projekt „Street Art mit Schulen“ anleiten. Der Auftakt fand gestern in Lachendorf statt, es folgen die Paul-Klee-Schule in Celle, die Oberschule Westercelle und die Grundschule in Vorwerk.

Schablonen mit Instrumenten

„Wir wollen unseren Musikraum verschönern“, erklärt die Lehrerin Birte Bähre. „Die Bilder, die da hängen, sind fast 20 Jahre alt.“ Und so machten sich die drei Studentinnen der Mediengestaltung, Katharina Gröschner aus Celle sowie Lisa Barth und Sheila Baumeister aus Hannover, an die Arbeit. „Wir haben uns zunächst mit den Schülern zusammengesetzt und besprochen, was wir machen wollen“, erklärt Katharina Gröschner. So entstanden dann Schablonen mit den verschiedensten Musikinstrumenten, Verstärker und Mikrofon. „Die Grundfarben auf den Leinwänden haben die Schüler sich selber ausgesucht. Jetzt geht es daran, die Leinwände zu füllen.“

Entstanden ist diese Aktion im Rahmen des Celler Kultursommers. „Nach dem Erfolg von ,Kultur allerorts‘ im vergangenen Jahr soll auch in diesem Jahr wieder Outdoor-Kunst live stattfinden“, erklärt Birgit Nieskens, Mit-Initiatorin des Projekts. „Schulhöfe sind öffentliche Räume“, sagt sie. „Und es wird sehr spannend, diese gemeinsam mit den Schülern und Lehrkräften zu gestalten.“

Als Partner für das Schulhofprojekt hat sie den Verein „Kultur trif(f)t“ gewinnen können. „Wir arbeiten seit Längerem mit großem Erfolg mit Kunstlehrkräften aus verschiedenen Schulen zusammen und haben gemeinsam mit ihnen wunderbare Projekte umgesetzt. Daraus ist ein fruchtbares Netzwerk entstanden, an dem viele Schüler beteiligt sind“, erzählt Zandra Gröschner vom Verein „Kultur trif(f)t“. Der Verein hat gemeinsam mit Nieskens einen Antrag an das Bundesprogramm „Demokratie Leben“ gestellt und die Zuwendung bekommen.

Kreative Wege eröffnen

„Ziel ist es, dass die Kinder und Jugendlichen in Gruppen ihren eigenen kreativen Weg zur Auseinandersetzung mit Kunst im öffentlichen Raum finden und ihren Schulhof gestalten“, erklärt Gröschner. „Sie erleben sich dabei als handlungsfähig und finden neue visuelle Zugänge zur Schule. Sie arbeiten mit Künstlerinnen zusammen und lernen dabei, können aber eigene Ideen umsetzen und ihre Fähigkeiten einbringen.“

In Lachendorf jedenfalls wird dieses Konzept mit ganz viel Leben gefüllt. Die zehn beteiligten Schüler sind mit Feuereifer bei der Sache. Und machen sich Gedanken über jeden einzelnen Sprüher aus der Spraydose. Die drei Studentinnen stehen mit Rat und Tat zur Seite, geben Tipps, lassen sich aber auch gerne von den Schülern und ihren Ideen inspirieren.

Tipps von der Lehrerin

Ähnlich sieht es auch bei der Lehrerin aus. „Unser Kunstlehrer hat die Schüler angesprochen, die seiner Meinung nach am besten für diese Aktion geeignet sind“, sagt Bähre. „Ich bin für die Musik zuständig, deshalb stehe ich jetzt hier“, sagt sie lachend. Und geht zu den Schülerinnen mit dem Bild, auf dem die verschiedenen Blasinstrumente zu sehen sind. „Ich würde hier unten noch ein paar Noten aufsprühen“, sagt sie. „Ansonsten finde ich es so gut, wie es jetzt ist.“

Testen an der "Probewand"

An der „Probewand“ darf sich jeder erst einmal testen, wie er die Farbdosen halten muss und wie er am besten dünnere oder dickere Striche hinbekommt. Bass und Mikrofon werden so mit Kabeln frei aus der Hand mit dem Verstärker auf dem Bild verbunden. Und die Künstler schauen zufrieden mit einem kleinen Abstand auf ihr Werk. Der Musikraum der Lachendorfer Oberschule wird in Zukunft ein ganz besonderer sein.