Probleme lange bekannt

Lachendorf sagt Drogenszene den Kampf an

Polizei, Jugendhilfe und Politik sollen in Lachendorf gemeinsam gegen Drogenkriminalität vorgehen, fordert die FDP. Wie groß das Problem und was geplant ist.
  • Von Benjamin Behrens
  • 23. Jun 2022 | 11:47 Uhr
  • 23. Jun 2022
  • Von Benjamin Behrens
  • 23. Jun 2022 | 11:47 Uhr
  • 23. Jun 2022
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Lachendorf.

„Die Beschaffungskriminalität ist in Lachendorf ein seit Längerem bekanntes Problem“ – mit solch drastischen Worten begründet ein Antrag der FDP im Gemeinderat Lachendorf die Forderung an die Verwaltung, gegen Drogenkonsum und Beschaffungskriminalität tätig zu werden. Die Lachendorfer Liberalen wünschen sich nicht nur einen aktuellen Situationsbericht. Dieser soll auch als Grundlage dienen, um „über geeignete Maßnahmen beraten und gegebenenfalls beschließen zu können“, heißt es in dem Antrag, der jetzt einstimmig beschlossen wurde.

Ein düsteres Bild aus dem Südosten des Landkreises. Auf die politische Tagesordnung holt das Thema Drogenkonsum ausgerechnet jene Partei, deren Bundesvorsitzender Christian Lindner im Mai getwittert hatte, Marihuana-Konsum werde in Deutschland „bald“ legal.

Drogenproblematik bereits Thema im Jugend-Ausschuss

Wie passt das alles zusammen? Der Anstoß kam im Ausschuss für Jugend, Soziales, Kultur und Sport, als Fachberater Arne Sievers die Problematik in der Sitzung am 24. Mai thematisierte. Sein Vater, FDP-Politiker und stellvertretender Bürgermeister in Lachendorf, unterstützt den Ratsantrag und hat auch die Entwicklungen in der Rauschgiftszene im Blick. „Es ist nicht so problematisch, sondern es gilt: ‚Früh wehrt man, was man nicht haben möchte‘“, so Charles Sievers. „Wir werden immer einen latenten Drogenkonsum in jeder Gesellschaft haben – Punkt. Derzeit, ich will nicht sagen Anhäufung, aber es kommt vermehrt vor, dass junge Menschen und Schüler in die Thematik involviert sind. Deshalb möchten wir frühzeitig mit allen Kräften zusammen das Ganze angehen.“

Gemeinsam mit Polizei, Jugendamt und Jugendhilfe sowie Schulen wolle man sich dem Thema widmen, „um es im Rahmen zu halten“, erläutert Sievers das Konzept. So sollten etwa Vertreter von Polizei und Jugendpflege zum aktuellen Sachstand berichten.

Auch härtere Drogen in Lachendorf im Umlauf

„Wir haben es leider an einigen Stellen in Lachendorf, dass es vermehrt dazu kommt, dass weichere bis härtere Drogen verkauft werden“, ist sich Sievers sicher. Handfeste Daten könnte da etwa die Polizei liefern, so der Vorschlag der FDP. Ausbau von Austausch und Kooperation sind das Ziel hinter dem Antrag. „Es steckt noch in den Anfängen, genau darum geht es ja.“

Einstimmigkeit für FDP-Antrag

Der Antrag wurde schließlich einstimmig angenommen. Jetzt geht er in den Ausschuss für Jugend, Soziales, Kultur und Sport. „Insbesondere die Jugendpflege aus unserem Hause soll dort dann berichten, wie sie die Situation sieht“, sagt Samtgemeindebürgermeisterin Britta Suderburg. „In den letzten Monaten ist es ruhiger geworden. Ob es da eine Verlagerung gab, wissen wir noch nicht“, sagt Suderburg. Alle Akteure sollten jetzt an einen Tisch gebracht werden.

Rauschgiftkriminalität auch in anderen Ortschaften Thema

Auch die Verwaltung habe die Entwicklung im Blick, alleine stehe man damit aber nicht da. „Das gibt es in jeder Ortschaft, dass es an der einen oder anderen Ecke Beschaffungskriminalität gibt“, führt Suderburg aus. „Wir müssen ja auch sehen: Wie stellen wir uns überhaupt dazu, wenn wir unsere Bundesregierung sehen, die dafür ist, dass Marihuana legalisiert wird?“, sagt Suderburg.