Olaf Lies im Schmarloh

Minister gibt Rückendeckung für neuen Windpark

Ein Vorbild für andere Landkreise? In einem schnellen Verfahren soll im Celler Ostkreis ein neuer Windpark realisiert werden - mit Rückhalt aus Hannover.
  • Von Carsten Richter
  • 18. Aug. 2022 | 20:30 Uhr
  • 18. Aug. 2022
  • Von Carsten Richter
  • 18. Aug. 2022 | 20:30 Uhr
  • 18. Aug. 2022
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Lachendorf.

Wenn Minister im Sommer durch das Land reisen, besichtigen sie häufig Betriebe, um sich vor Ort zu informieren. Dann gibt es noch ein paar nette Fotos – das war es aber auch. Bei Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Olaf Lies (SPD), der Donnerstagnachmittag im Celler Ostkreis unterwegs war, lag der Fall anders. Sein Besuch war mit einer konkreten Erwartungshaltung verbunden. Und wie im Anschluss zu vernehmen war, wurde diese Erwartung erfüllt.

15 neue Windräder im Celler Ostkreis realistisch

"Wenn wir hier vorankommen, hätte das Signalwirkung", sagte Ros-Marie Siemsglüß (SPD), Landtagskandidatin für den Wahlkreis Bergen, kurz vor dem Ministerbesuch im Schmarloh gegenüber der CZ. In dem überwiegend landwirtschaftlich genutzten Gebiet zwischen Ahnsbeck und Hohne wollen die Samtgemeinde Lachendorf, die Gemeinde Ahnsbeck und das örtliche Unternehmen Drewsen Spezialpapiere gemeinsam einen weiteren Windpark realisieren. 15 neue Anlagen in dem Bereich sind realistisch. Für dieses besondere Projekt, das losgelöst vom Landes- und Regionalen Raumordnungsprogramm – und damit wesentlich schneller – umgesetzt werden soll, hat Minister Lies gestern seine Unterstützung zugesagt.

Olaf Lies sagt Unterstützung bei Planung zu

"Wo sind Räume für Windparks, die wir wollen, und wie können wir dort die Verfahren verkürzen? Da müssen wir einen Weg finden", sagte Lies bei seinem Besuch und ergänzte: "Hier ist der ideale Standort." An für Windkraft besonders unproblematischen Stellen dürften die Planungen nicht blockiert werden, meinte Lies.

Windpark-Ausbau hängt von Bundeswehr ab

Der Ausbau der Windenergie geht bislang nur zögerlich voran. Ein Problem sind die Flugkorridore für den Luftverkehr, besonders geht es um die Tiefflugschneisen der Bundeswehr. Weil dazu entsprechende Daten fehlen, ist der Landkreis Celle schon seit mehreren Jahren mit der Neuaufstellung seines Regionalen Raumordnungsverfahrens beschäftigt, ohne wirklich voranzukommen. In der Samtgemeinde Lachendorf will man nun nicht mehr länger warten. Und das ist auch nicht nötig, wie als Ergebnis eines anschließend hinter verschlossenen Türen in der Papierfabrik geführten Gesprächs mit Minister Lies bekannt gegeben wurde.

Isolierte Planung für neuen Windpark im Schmarloh

Fakt ist: Für einen neuen Windpark im Schmarloh ist eine sogenannte isolierte Planung vereinbart worden, die also losgelöst ist von den übergeordneten Raumordnungsprogrammen. Wie Drewsen-Geschäftsführer Matthias Rauhut anschließend im CZ-Gespräch sagte, habe Lies ein klares Ziel formuliert: Ende 2023 solle der Flächennutzungsplan fertig sein, um anschließend die Bauanträge zu stellen. Der Minister wolle dafür Gespräche mit der Bundeswehr aufnehmen.

Lachendorfer Papierfabrik will Windenergie nutzen

Drewsen ist maßgeblich an dem Projekt beteiligt. Langfristig will sich das Unternehmen vollständig mit erneuerbaren Energien versorgen. Wichtig ist dem Betrieb, einen wilden Ausbau von Windrädern zu verhindern. "Wir belasten nicht das öffentliche Netz, sondern holen die Energie direkt ins Werk", erläuterte der Technische Leiter Ludger Benien. "Jedes Windrad hilft, Gas einzusparen", ergänzte Rauhut. Mit Rückendeckung des Landes wird Drewsen zusammen mit dem Anlagenbetreiber WPD die weiteren Planungen vorantreiben. "Wenn das funktioniert, wäre das ein Turbo-Booster auch für andere Landkreise", so Benien.

Auf Abstand zu Wohngebäuden achten

Mit 19 Anlagen bildet der Schmarloh bereits jetzt den größten Windpark des Landkreises. Auch künftig soll der 1000-Meter-Abstand zu Wohngebäuden eingehalten werden. Lies: "Wenn wir gleich in vernünftigen Dimensionen planen, ergeben sich die Abstände."