„Jugend debattiert“

Debattier-Wettbewerb an Lachendorfer Gymnasium

Sollte man ein privates Feuerwerk wegen der vielen Verletzungen verbieten? Oder sollte eine soziale Pflichtzeit eingeführt werden? Darüber debattierten Lachendorfer Schülerinnen in Rahmen des Wettbewerbs "Jugend debattiert".

  • Von Katharina Jäger
  • 17. Jan. 2023 | 12:07 Uhr
  • 17. Jan. 2023
Inger Marwede (vorne links), Emily Radtke (im Uhrzeigersinn) Joline Koth-Mathon und Celin Heinevetter debattieren über das private Feuerwerk.
  • Von Katharina Jäger
  • 17. Jan. 2023 | 12:07 Uhr
  • 17. Jan. 2023
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Lachendorf.

Ein Verbot privater Silvesterfeuerwerke und die Einführung einer sozialen Pflichtzeit (720 Stunden in einer sozialen Einrichtung arbeiten) – über diese beiden Themen diskutierten am Montag acht Schülerinnen des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Lachendorf im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend debattiert“. „Seit 2019 ist das Gymnasium eine Jugend-debattiert-Schule“, erklärte Lehrer Oliver Bardens, der für das Projekt zuständig ist. Debattiert wurde jeweils zu viert – zuerst vier Schülerinnen aus den Jahrgängen 9 und 10, danach vier aus den Klassen 11 bis 13. Eine vierköpfige Jury beobachtete die Schülerinnen und bewertete sie nach Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Überzeugungskraft und Gesprächsfähigkeit.

Viele Verletzungen durch Feuerwerkskörper

„Die gefährlichste Nacht des Jahres“, eröffnete Zehntklässlerin Inger Marwede die erste Debatte um das private Feuerwerkverbot. „Ein toter 17-Jähriger, ein schwerverletzter Elfjähriger, all dieses sind nur wenige Unfälle, die sich dieses Jahr an Silvester zugetragen haben.“ Zusammen mit Emily Radtke vertrat sie die Pro-Seite und sprach sich für das Verbot aus. Ein paar Zahlen: „8000 Verletzungen des Innenohrs und rund 500 Augenverletzungen“. Ihr Vorschlag, um nicht ganz auf das Feuerwerk zu verzichten: Öffentliche Feuerwerke auf Markplätzen in Großstädten.

Joline Koth-Mathon lehnte diese Idee ab. Sie wies darauf hin, dass viele in der Silvesternacht Alkohol trinken – schon allein beim Sektanstoß – und sich danach ins Auto setzen würden, um in einer Großstadt das Feuerwerk zu sehen.

Oliver Bardens unterrichtet die Schüler im Debattieren und ist an der Schule für "Jugend debattiert" zuständig.

Lachendorfer Schülerin hatte Spaß am Debattier-Wettbewerb

So ging es weiter hin und her, auch bei der Belastung des Feuerwerks für die Umwelt und die Tiere. Nach 25 Minuten war die Zeit abgelaufen. „Ich bin erleichtert“, sagte Celine Heinevetter hinterher. „Es hat Spaß gemacht“, aufgeregt sei sie trotzdem gewesen. So viel Zeit zur Vorbereitung blieb den Schülerinnen nicht. Da sie bis kurz vor der Debatte nicht wussten, welche Seite sie vertreten, mussten sie sich Pro- und Kontra-Argumente überlegen.

Soziale Pflichtzeit soll Gesellschaft näher bringen

Lilith Hahn aus der zweiten Debattierrunde über die soziale Pflichtzeit kennt das Gefühl. Obwohl sie schon mehrere Male beim Jugend-debattiert-Wettbewerb angetreten ist, war auch sie gestern nervös. Angemerkt hatte man es der Zwölftklässlerin aber nicht. Sie sprach ruhig und klar, während sie die Vorteile der Einführung einer sozialen Pflichtzeit nannte: „Den eigenen Horizont erweitern und die Gesellschaft näher zusammenbringen.“ Die soziale Pflichtzeit solle im Zeitraum von nach dem Schulabschluss bis zur Rente absolviert werden. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales solle das Ganze verwalten, erklärt Hahns Partnerin Paula Schwolow. Charlotte Wellnitz und Perdita Früh fanden, dass eine solche Zeit bei bereits Berufstätigen eher ein Schnitt in ihrem Leben sei. Sie plädierten für die Förderung des bereits bestehenden freiwilligen sozialen Jahres.

Als nächstes steht der Regionalentscheid an

Inger Marwede und Paula Schwolow gewannen bei ihren Debatten. Zusammen mit Celin Heinevetter und Lilith Hahn (jeweils die Zweitplatzierte) treten sie als nächstes beim Regionalentscheid an. Danach käme die Landesebene und zum Schluss die Entscheidung auf Bundesebene. Bis dahin sei das Immanuel-Kant-Gymnasium aber noch nie gekommen.