Drei Anlagen gekauft

Drewsen Spezialpapiere setzt auf Windkraft

Mehr und mehr will Drewsen Spezialpapiere in erneuerbare Energien, zum Beispiel Windkraft, investieren. Was schon passiert ist und was noch folgen wird.

  • Von Carsten Richter
  • 11. Juli 2022 | 14:58 Uhr
  • 11. Juli 2022
  • Von Carsten Richter
  • 11. Juli 2022 | 14:58 Uhr
  • 11. Juli 2022
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Lachendorf.

Es ist ein erster Schritt eines langfristig angelegten Plans: Drewsen Spezialpapiere in Lachendorf will vor Ort erzeugte erneuerbare Energie für seine Produktion nutzen. In diesem Zusammenhang investiert das Unternehmen in drei Windkraftanlagen. Diese stehen etwa zwei Kilometer vom Werk entfernt und sind am 1. Juli in den Besitz von Drewsen übergegangen.

Drewsen Spezialpapiere auf dem Weg in klimaneutrale Produktion

„Diese Investition ist ein erster – wenn auch kleiner – Baustein einer langfristigen Strategie, in lokal erzeugte regenerative Energie zu investieren. Mit den circa 2400 Megawattstunden pro Jahr, die die drei Anlagen erzeugen, können wir etwa ein Viertel unseres Fremdstrombedarfs regenerativ und klimafreundlich decken“, berichtet der technische Leiter Ludger Benien. Drewsen übernimmt die Windkraftanlagen vom norwegischen Energieunternehmen Statkraft. „Die Eigenversorgung aus lokal produzierter erneuerbarer Energie gewinnt gerade für stromintensive Unternehmen an Bedeutung“, sagt Claus Urbanke, Leiter des deutschen Wind- und Solargeschäfts bei Statkraft. „Wir freuen uns, dass wir Drewsen mit dem Verkauf der ausgeförderten Anlagen auf dem Weg in eine klimaneutrale Produktion unterstützen können.“ Die Papierfabrik ist ein 24-Stunden-Betrieb, die Produktion läuft rund um die Uhr.

Drewsen will Photovoltaik-Anlage in Lachendorf aufbauen

Auch eine Photovoltaik-Anlage in unmittelbarer Werksnähe plant das Unternehmen noch in diesem Jahr aufzubauen. Die Genehmigung ist bereits erteilt und die Anlagenkomponenten sind bestellt. Voraussichtlich im September kann die erste selbst erzeugte Sonnenenergie zur Papierherstellung genutzt werden, teilt die Traditionsfabrik aus dem Ostkreis mit.

Papiere mit regenerativer Energie herstellen

In Summe plant Drewsen in den nächsten Jahren etwa 100 Millionen Euro zu investieren, um sich Schritt für Schritt vom aktuellen Energieträger Erdgas zu lösen. Ab 2030 will Drewsen mindestens 80 Prozent des Energiebedarfs auf regenerative Alternativen umgestellt haben. „Wir sind überzeugt auf dem richtigen Weg zu sein, nachhaltige Papiere, die zum Beispiel Kunststoff ersetzen, mit regenerativer und lokal erzeugter Energie herstellen zu können“, berichtet Drewsen-Geschäftsführer Matthias Rauhut.

Drewsen in Lachendorf will klimaneutral werden

Zusammen mit Vertretern der Politik und öffentlichen Behörden arbeitet Drewsen intensiv zusammen, um unabhängiger von fossilen Energien zu werden und das wichtige Ziel Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 zu erreichen.

Gedanken der Nachhaltigkeit umsetzen

Den Nachhaltigkeitsgedanken setzte Drewsen bislang bereits bei der Produktentwicklung um. Bei der Herstellung von Trinkhalmen setzt der Betrieb auf wasserfestes und ungebleichtes Papier. Zum Einsatz kommt naturbelassener Zellstoff statt Farb-Chemikalien. Verpackt werden die Trinkhalme in heißsiegelfähigem Papier. Neben Millioneninvestitionen in Photovoltaikanlagen, Windenergie und Wasserstoff wollen die Lachendorfer in den kommenden Jahren zur Wärmegrundversorgung auch ein sogenanntes Nawaro-Kraftwerk (benannt nach einem österreichischen Anlagenbetreiber) nutzen, das mit Biomasse betrieben wird. Mit 60 Millionen Euro werden die Investitionskosten dafür veranschlagt.