Hunde attackieren andere Tiere

Aggressive Wolfshunde in Hambühren: Hündin getötet, Rüde wieder zu Hause

In Hambühren sind am Donnerstagvormittag zwei aggressive Hunde abgehauen. Die Tiere haben bereits andere Hunde teilweise schwer verletzt. Polizei, Jäger, Experten und spezielle Suchhunde sind im Einsatz. Laut Polizei wurde ein Wolfshund getötet.

  • Von Benjamin Behrens
  • 28. Juli 2022 | 17:03 Uhr
  • 29. Juli 2022
  • Von Benjamin Behrens
  • 28. Juli 2022 | 17:03 Uhr
  • 29. Juli 2022
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Hambühren.

Mit einem Foto und kurzem Text hat eine Hundehalterin aus Hambühren am Donnerstagvormittag bei Facebook informiert, dass ihre beiden Hunde entlaufen sind. "Polizei weiß bescheid. Bitte bei Sichtung informieren", schrieb die Frau in dem Post. In dem Beitrag warnt sie andere Hundehalter, ihre Hunde kurz an die Leine zu nehmen. Die beiden Tiere würden auf andere Hunde los gehen. Gegen 16.30 Uhr meldete die Polizei Celle, dass die Hündin im Bereich der L310 im Waldstück bei Rixförde "entnommen" wurde. Der Rüde sei laut Polizei angeschossen worden. Wie die Polizei um kurz nach 17 Uhr mitteilte, ist der Rüde selbstständig wieder zu seiner Besitzerin zurückgekehrt.

Halterin der entlaufenen Tiere informiert selbst Polizei und Hundehalter

Unter dem Facebook-Post melden sich auch Hundehalterinnen und -Halter zu Wort, deren Tiere offenbar durch die beiden ausgebrochenen Tiere verletzt wurden. Eine Nutzerin schrieb, dass ihre Hündin bei der Straße Bocksbrücke angegriffen wurde. "Wir fahren jetzt zum Tierarzt", schreibt die Frau. Eine andere Nutzerin berichtet, dass der Hund ihrer Freundin angegriffen wurde, auch er müsse tierärztlich versorgt werden. Wie die Polizei Celle bestätigt, sind die Hunde am Vormittag entlaufen. Es wurden bereits andere Hunde von den entlaufenen Tieren attackiert, wie Nutzer bei Facebook berichten und die Polizei bestätigt. Ob es sich bei den entlaufenen Hunden um sogenannte Wolfshunde handelt, hat die Polizei am Donnerstagnachmittag bestätigt.

Polizei fahndet mit Hochdruck nach Hunden

"Die Tiere sind noch nicht gefasst, wir arbeiten mit Hinweisen aus der Bevölkerung daran, die Tiere genau zu lokalisieren. Wir haben auch Streifenwagen im Einsatz, die versuchen ihrer Habhaft zu werden", sagt ein Polizeisprecher auf CZ-Anfrage. "Wir sind über jeden Hinweis dankbar", betont der Beamte. "Wir sind daran, das Veterinäramt oder das Tierheim mit ins Boot zu holen. Hier laufen die Apparate derzeit heiß in der Sache", so der Polizeisprecher.  Gegen 12 Uhr seien die Tiere im Neustädter Holz bei Wietzenbruch gesehen worden. "Bitte derzeit das Gebiet um den alten Kanal und den Neustädter Holz meiden. Wir sind mit der Polizei vor Ort, aber die Hunde sind noch nicht gesichert", schrieb ein Facebook-Nutzerin. Gegen 12.30 Uhr hieß es jedoch von der Nutzerin: " Derzeit laufen sie scheinbar wieder in Richtung Hambühren zurück und zwar durch die Straße Schwarzerden die bis nach Hambühren durchgeht."

Um 15.15 Uhr war die Einfahrt aus dem Bruchweg auf die L310 Fuhrberger Landstraße aufgrund des laufenden Polizeieinsatzes gesperrt. "Das letzte Mal wurden sie in dem Bereich gesehen", sagt ein Oberkommissar der an der Einmündung den Verkehr umleitet. Seit gut einer Stunde besteht kein Sichtkontakt mehr zu den Tieren, hieß es um kurz nach 15 Uhr. Es wurde vermutet, dass sie sich in den Wäldern und Maisfeldern entlang der Fuhrberger Landstraße befinden. Diese war bis Rixförde gesperrt. 

Wolfshunde zum Abschuss freigegeben

"Da die Hunde sich nicht haben einfangen lassen und sie auch schon andere Hunde angegriffen haben, sind sie nach Rücksprache mit den zuständigen Stellen zum Abschuss freigegeben worden". so Polizeisprecher Dirk Heitmann. 20 Beamte sind mit zehn Fahrzeugen im Einsatz, darunter auch ein Diensthundeführer. Zudem ist ein Jäger vor Ort, der ein Betäubungsgewehr mit sich führt. Gegen 15 Uhr wurden zudem zwei Fachleute mit einem sogenannten "Nachsuchehund" hinzugezogen. "Normale Jagdhunde würden nicht nach den Wolfshunden suchen, da sie nach Wolf riechen", sagt der Polizist. Die Tiere sollen verletzt sein und haben sich getrennt. Nach dem neusten Stand soll sich das Einsatzgebiet wieder Richtung Hambühren verlagert haben, die Straßensperrung ist aufgehoben. Gegen 16.30 Uhr meldetet die Polizei Celle, dass die Hündin in einem Waldstück bei Rixförde entnommen wurde. Der Rüde sei angeschossen worden. Um 17 Uhr meldete die Polizei, dass der Rüde selbstständig wieder zu seiner Besitzerin zurückgekehrt ist. Der Auslauf wird gesichert und der Hund verbleibt in der Obhut der Hundehalterin.

Hinweise an die Polizei unter Telefon (05141) 277215.