Umbau Hinter dem Dorf

Geplanter Fußgängerüberweg irritiert Anwohner in Hohne

Ein Fußgängerüberweg, den niemand braucht? Ein Anwohner an der Straße Hinter dem Dorf in Hohne wundert sich über die Planungen. Das sagt die Gemeinde.

  • Von Carsten Richter
  • 03. Dez. 2022 | 16:00 Uhr
  • 03. Dez. 2022
Der künftige Fußweg ist schon zu erkennen. Etwa dort wo der Bagger steht, soll ein Überweg über die Straße Hinter dem Dorf führen.
  • Von Carsten Richter
  • 03. Dez. 2022 | 16:00 Uhr
  • 03. Dez. 2022
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Hohne.

Von seinem Grundstück aus verfolgt Erich Borée täglich die Bauarbeiten vor seiner Haustür. Der Hohner wohnt an der Ecke Hinter dem Dorf/Müdener Straße. Seit etwa einem halben Jahr ist die Straße "Hinter dem Dorf" eine Baustelle. Sie wird zu einer verkehrsberuhigten Tempo-30-Zone umgebaut, mit Verschwenkungen – und mit Parkbuchten an der Kirche. Das hilft Erich Borée aber nur wenig. Vor seinem Haus ist ein Parkplatz weggefallen – für einen Fußgängerüberweg, den, wie er meint, niemand brauche.

Der künftige Fußweg ist schon zu erkennen. Etwa dort wo der Bagger steht, soll ein Überweg über die Straße Hinter dem Dorf führen.

"Dort geht niemand entlang."

Erich Borée, Anwohner

Anwohner in Hohne: "Dort geht niemand entlang"

"Dort geht niemand entlang", schildert der Anwohner der CZ seine Beobachtungen. Ein Beispiel: Zum Weihnachtsmarkt am ersten Advent hätten die Besucher überwiegend die andere Seite der Müdener Straße genutzt, um zu Fuß zum Rittergut an der Dorfstraße zu kommen. Allenfalls ein paar Kirchgänger würden den Weg nutzen. Die andere Seite der Müdener Straße an der Ecke Hoher Weg sei belebter, auch weil dort die Arztpraxis sei. Wozu also ein Überweg über eine verkehrsberuhigte Straße, fragt sich Borée. "Dazu ist uns nichts gesagt worden", sagt er und beruft sich auf die jüngste Anliegerversammlung im Juli. Der Anwohner fürchtet, dass sich in der Folge das Parkplatzproblem an der Müdener Straße im Bereich der Arztpraxis weiter zuspitzt. Auch er stellt sein Auto nun notgedrungen dort ab.

Gemeinde Hohne verweist auf Anliegerversammlungen

Gemeindedirektorin Britta Suderburg hält dagegen. Die Pläne für den Umbau seien zwei Mal öffentlich ausgelegt worden. Zudem habe es zwei Anliegerversammlungen gegeben. Neben der Veranstaltung im Juli habe der Rat bereits vor einem Jahr eine Versammlung direkt an der Straße organisiert. "Aus dieser Versammlung sind Anregungen und Änderungswünsche in die Planung eingeflossen", versichert Suderburg. Zudem hätten sich während der Bauphase Ratsmitglieder und Anlieger in der wöchentlichen Baubesprechung über den Ablauf informieren können.

Der künftige Fußweg ist schon zu erkennen. Etwa dort wo der Bagger steht, soll ein Überweg über die Straße Hinter dem Dorf führen.

"Es macht dort schon Sinn. Autofahrer können den Bereich besser einsehen."

Gemeindedirektorin Britta Suderburg

Verwaltung: Mehr Sicherheit für Fußgänger

Der Überweg an der Stelle vor dem Haus von Erich Borée sei "der sicherste Punkt", sagt die Verwaltungschefin. "Es macht dort schon Sinn. Autofahrer können den Bereich besser einsehen", so Suderburg. Ein Überweg direkt an der Landesstraße sei für Fußgänger gefährlicher.

"Vor dem Umbau gab es gar keine Parkplätze"

Und das Problem mit dem Parken erkennt die Verwaltung ebenfalls nicht. "Vor dem Umbau gab es gar keine Parkplätze", betont Suderburg. Ein Auto pro Grundstück könne auf der nun breiter gewordenen Fahrbahn parken. Allenfalls an Feiertagen oder zu anderen kirchlichen Anlässen wie Beerdigungen oder Hochzeiten könne es enger werden.