Idee für Hohne

Kindergarten und Tagespflege unter einem Dach

Kindergarten und Tagespflege unter einem Dach: Das ist eine Idee für Hohne. Klingt gut, aber wie realistisch ist das "Jung trifft Alt"-Projekt?
  • Von Carsten Richter
  • 16. Jun 2022 | 14:58 Uhr
  • 16. Jun 2022
  • Von Carsten Richter
  • 16. Jun 2022 | 14:58 Uhr
  • 16. Jun 2022
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Hohne.

Es wäre ohne Frage ein Mammutprojekt. In Hohne könnte ein Kindergarten mit angrenzender Tagespflege gebaut werden. Ein Konzept, bei dem verschiedene Generationen voneinander profitieren sollen. Ob das Vorhaben tatsächlich realisiert wird, ist aber noch vollkommen offen. Immerhin: Der Gemeinderat steht mehrheitlich hinter der Idee der Wählergemeinschaft Hohne (WGH). Eine Resolution an die Samtgemeindeverwaltung und den Samtgemeinderat mit der Bitte, das Vorhaben zu unterstützen, haben neun von elf Gemeinderatsmitglieder einschließlich Bürgermeister Jörn Künzle unterschrieben. Und ein Investor hat ebenfalls bereits sein Interesse signalisiert.

Das ist der Gedanke hinter "Jung trifft Alt"

Ideengeberin ist die WGH-Vorsitzende Janna Schoon. Die gelernte Altenpflegerin arbeitet als Ausbildungskoordinatorin in einer Pflegeeinrichtung in Gifhorn und hat das Konzept Anfang Mai im zuständigen Fachausschuss der Samtgemeindepolitik vorgestellt. Der Gedanke: Kinder und Senioren sollen durch Interaktionen in Gemeinschaftsräumen gegenseitig voneinander lernen und profitieren. Gemeinsames Kartoffelschälen oder Basteln sind da nur zwei mögliche Ansätze. "Die Einrichtung einer Tagespflege würde in Hohne eine Lücke schließen. Für Heimplätze gibt es eine lange Warteliste", sagt Schoon im CZ-Gespräch. "Kinder lernen, dass alte Menschen Bestandteil der Gesellschaft sind." Durch die Beschäftigung mit Kindern wiederum würden Senioren nicht so schnell vereinsamen. "Eine gemeinsame betreute Familie unter einem Dach", fasst Schoon die Idee zusammen.

Künzle: "Einmalige Chance für Hohne"

Fakt ist, dass in Hohne ein neuer Kindergarten gebaut werden soll. Hohnes Bürgermeister Künzle spricht deshalb von einer "einmaligen Chance", das "Jung trifft Alt"-Projekt umzusetzen. Kindergarten und Tagespflege zu verbinden, sei eine Herausforderung. Zugleich aber weist er auf die aktuelle Situation hin: Die Gesellschaft wird immer älter, gleichwohl entstehen in Hohne neue Bauplätze. "Eine Machbarkeit ist aus unserer Sicht mehr als gegeben."

Investor aus Gifhorn hat Interesse am Kreis Celle

Ein möglicher Investor hat sich schon bereit erklärt. Diplom-Ingenieur Heiko Mennenga aus Gifhorn setzt im Stadtteil Gamsen ein solches Projekt aus Kita und Pflege-WG derzeit um. "Die Mietverträge sind unter Dach und Fach. Wir haben einen kleinen Ansturm erlebt", berichtet der Geschäftsführer der Mennenga Bau GmbH. In Isenbüttel ist ein vergleichbares Projekt geplant, weitere Standorte sind im Gespräch.

Für Verwaltung und SPD hat Kindergarten-Neubau Vorrang

Zu konkreten Realisierungschancen will sich die Lachendorfer Verwaltungschefin Britta Suderburg noch nicht äußern. Schließlich ist noch vieles unklar – vom Standort bis zu Förderaussichten. "Wir stehen ganz am Anfang der Planungen. Wir müssen offen sein für neue Ideen, aber auch den Bedarf prüfen." Ziel müsse es vor allem sein, zügig einen neuen Kindergarten zu bauen. Dabei dürfe es keinerlei Verzug mehr geben, sagt auch Erhard Thölke, SPD-Fraktionschef im Samtgemeinderat. Die Sozialdemokraten hatten sich mit einem Antrag dafür eingesetzt, einen Kindergarten-Neubau schneller voranzutreiben.