Onlinemarkt myenso.de

"Tante Enso" in Höfer wird konkret

Es gibt einen Standort, jetzt fehlen noch 300 Anteilseigner, dann könnte Höfer einen "Tante Enso"-Supermarkt bekommen. Das ist geplant.

  • Von Benjamin Behrens
  • 25. Okt. 2022 | 09:15 Uhr
  • 25. Okt. 2022
Eine ähnliche Ausstattung und Aufmachung wie hier in der Filiale in Gülzow in Schleswig-Holstein dürfen Kunden auch in Höfer erwarten.
  • Von Benjamin Behrens
  • 25. Okt. 2022 | 09:15 Uhr
  • 25. Okt. 2022
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Höfer.

„Eine Insel mit zwei Bergen und der Laden von Frau Waas. Hustenbonbons, Alleskleber, Regenschirme, Leberkas, Körbe, Hüte, Lampen, Bürsten, Blumenkohl und Fensterglas, Lederhosen, Kuckucksuhren.
Und noch dies, und dann noch das“, heißt es im gesungenen Intro der Augsburger Puppenkiste zu Jim Knopf. Doch während die Insel Lummerland einen chaotisch ausgestatteten, aber inhabergeführten Kramladen bekommt, soll es in Höfer ein Vollsortimenter mit erprobtem System werden. Jetzt nimmt das Projekt konkretere Form an.

Online-Supermarkt "My Enso" ist Träger hinter "Tante Enso"

Ein „Tante Enso“, die Ladenversion des Online-Supermarkt-Anbieters „My Enso“ – unter www.myenso.de gibt es einen Eindruck –, soll im Ort eröffnen.

Ortsbürgermeister Kai Trumann wird in den kommenden Tagen Flyer verteilen, die neben weiteren Informationen auch alle notwendigen Unterlagen für einen Anteil-Erwerb enthalten.

Höfers Ortsbürgermeister Kai Trumann freut sich über die Zustimmung im Ort für das Projekt. Ab 31. Oktober beginnt die Suche nach Anteilseignern.

„Ja, was soll ich sagen, so ein Thema sorgt für gute Gespräche im Ort. Es sind alle sehr positiv gestimmt, dass es angegangen werden soll. Nicht nur wir im Ortsrat, sondern auch die Höferaner. Ganz viele sind sehr interessiert und wollen das Ganze unterstützen“, sagt Trumann.

Möglicher Standort ist gefunden

Ein Standort, benötigt werden nach My-Enso-Vorgabe mindestens 200 Quadratmeter, ist bereits gefunden. „Es gibt den Hallenflohmarkt, der hat seinen Standort im ehemaligen Saal der Dorfkneipe. Als die zugemacht hat und der Hallenflohmarkt aufgebaut wurde, wurde der Saal saniert. Das wird voraussichtlich der Standort werden“, so Trumann. „Die Besitzer sind sich schon mit der Firma einig, was die Konditionen angeht“, heißt es weiter.

Umbauarbeiten nötig

Damit in die Räume ein Supermarkt einziehen kann, seien noch Umbaumaßnahmen nötig, wie etwa neuer Bodenbelag, Schiebetüren oder Lösungen für die Kühlabteilungen. Auch da seien Besitzer und My Enso im Gespräch. Eine gemeinsame Absichtserklärung, den Markt zu eröffnen, haben Trumann und My-Enso-Mitgründer Thorsten Bausch bereits im Ortsrat unterzeichnet.

„Die haben gesagt: ‚Höfer passt zu uns, wir können uns das vorstellen‘."

Kai Trumann, Ortsbürgermeister Höfer

My-Enso-Betreiber: "Höfer passt zu uns."

Auch sonst findet man zueinander. „Die haben gesagt: ‚Höfer passt zu uns, wir können uns das vorstellen‘. Und die Firma sagt, es müssen sich bei sich bei euch vor Ort 300 Personen aktiv beteiligen, das heißt einen Anteil kaufen. Ein Anteil kostet 100 Euro. Dann sehen wir, die Höferaner wollen den Laden, nicht nur die Politik“, so Trumann. Die Kampagne, um die 300 Genossenschaftsanteile zu erreichen, startet am 31. Oktober und läuft vier Wochen.

Sollten sich nicht genug Gesellschafter zusammenfinden, geht die Investition nicht verloren. „Die Anteile kann man zurückgeben. Wenn man aus der Genossenschaft austreten und das Geld gern wiederhaben möchte, kann man jederzeit die Anteile zurückbekommen. Das ist im Genossenschaftsrecht generell so der Fall“, versichert Trumann.

My-Enso-Karte ermöglicht rund um die Uhr Einkauf

Pro Anteil bekommt man fünf Euro pro Jahr als Einkaufsgutschein, zudem gibt es drei Prozent Rabatt auf jeden Einkauf. Geöffnet ist der Laden später für alle, die Öffnungszeiten werden nach den Bedürfnissen der Kunden gestaltet, dazu soll es Umfragen geben. Wer sich eine kostenlose Zugangskarte bei My Enso besorgt, kann nicht nur seinen Online-Einkauf im Laden abholen. Sondern die Karte ermöglicht auch rund um die Uhr den Zugang zum Laden und dient als Bezahlsystem. Während der regulären Öffnungszeiten kann auch bar oder mit EC gezahlt werden.

Elf Standorte sind bereits in Betrieb, weitere 26 in der Eröffnung. Für sieben läuft die Kampagne für Anteilseigner, weitere sind laut My Enso in Vorbereitung. Das Unternehmen hat unterschiedliche Modelle. So werden die Mini-Supermärkte etwa in andere Märkte, wie etwa einen Raiffeisen-Markt für landwirtschaftlichen Bedarf, integriert. Auch nach Standort-Kombinationen werde gesucht, etwa mit Apotheken oder Sparkassen, heißt es weiter.