Am Sonntag verschwunden

Feuerwehr findet vermissten Hermannsburger Stefan S.

Feuerwehrleute haben den seit Sonntag vermissten Stefan S. im Wald gefunden. Er ist ansprechbar. Die Polizei suchte ihn mit 55 Beamten, die Feuerwehr mit 45 Einsatzkräften. 

  • Von Andreas Babel
  • 21. März 2023 | 14:11 Uhr
  • 22. März 2023
Die Feuerwehr des Celler Nordkreises, Polizei, Suchhunde und Drohnen suchen am Montag, 20. März, einen hilfebedürftigen Mann zwischen Hermannsburg und Unterlüß.
  • Von Andreas Babel
  • 21. März 2023 | 14:11 Uhr
  • 22. März 2023
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Hermannsburg.

Seit zwei Nächten war Stefan S. nicht mehr dort, wo er seit sollte. Seit Sonntag, 18 Uhr, galt der 55-Jährige aus dem Albert-Schweitzer-Familienwerk in Hermannsburg als vermisst. Bereits in der Nacht zu Montag suchten die Polizei und unter anderem auch ein Personenspürhund des DRK Uelzen nach dem hilfebedürftigen Mann. Der Bereich des Familienhilfswerks und der Nahbereich sind bis in den späten Abend erfolglos abgesucht worden. Am Dienstag um 14.50 Uhr dann die erfreuliche Nachricht von Feuerwehrsprecher Daniel Schulz: "Wir haben ihn gefunden. Er ist ansprechbar. Feuerwehrleute haben ihn im Wald gefunden."

Am Bildschirm lässt sich mitverfolgen, was die Drohne an Bildern aufnimmt.

Drei Drohnen im Sucheinsatz

Am Montagvormittag wurden die Feuerwehr Unterlüß mit ihrer Drohne sowie die Coptergruppe der Feuerwehr Lohheide mit zwei Drohnen nach Hermannsburg alarmiert. Zur besseren Koordinierung der sehr weitläufigen Einsatzstelle wurde der Einsatzleitwagen der Feuerwehr Hermannsburg ebenfalls alarmiert.

Zahlreiche Polizeifahrzeuge haben 55 Beamte der Bereitschaftspolizei am Dienstag zur Vermisstensuche bei Hermannsburg befördert.

„Aufgrund des Einsatzes des Hubschraubers durften die Drohnen nicht mehr fliegen."

Feuerwehrsprecher Daniel Schulz

Rettungshunde und Hubschrauber suchen mit

Zeitgleich wurde durch die Polizei die Alarmierung von Rettungshundestaffeln veranlasst. Bis in den Nachmittag wurden am Montag große Waldstücke, Wege und Flächen um das Heim weitläufig durch zwei Flächensuchhunde und einen Mantrailer-Hund abgesucht. Ebenfalls kam hier der Polizeihubschrauber Phönix zum Einsatz. Nach einer Einweisung in die Lage flog die Besatzung der Maschine die weitläufigen Waldgebiete ab. „Aufgrund des Einsatzes des Hubschraubers durften die Drohnen nicht mehr fliegen und konnten vorerst den Einsatz abbrechen“, berichtet Feuerwehrsprecher Daniel Schulz. Die Feuerwehr Lohheide verließ am Nachmittag die Einsatzstelle.

Mit Hilfe dieses Hundes suchten die freiwilligen Helfer am Montag nach Stefan S.

Mantrailer schnuppert bis Weesen

Da der Mantrailer die Spur immer weiter in die Ortschaft Weesen verfolgte, wurde um 16.45 Uhr die dortige Feuerwehr zur Unterstützung alarmiert. Bis es dunkel wurde, waren in Weesen insgesamt acht Mantrailer beziehungsweise Flächensuchhunde, die Feuerwehren Unterlüß mit der Drohne, Weesen und Hermannsburg sowie der mittlerweile eingetroffene Bundespolizeihubschrauber Pirol im Einsatz. „Leider musste die Suche gegen 19.30 Uhr erfolglos pausiert werden“, so Schulz.

Suche um 21.45 Uhr eingestellt

Nach kurzer Lagebesprechung und Erholungspause der Hunde und deren Hundeführern am Feuerwehrhaus in Weesen wurden zeitgleich GPS-Daten eines Hundes ausgewertet. Anschließend führten die Feuerwehr Weesen und die Rettungshunde die Suche im Bereich der Kreisstraße 17 bis 21.45 Uhr fort.

Lagebesprechung zwischen Hermannsburg und Unterlüß.

Bereitschaftspolizei im Einsatz

Am Dienstag begannen zwei Züge der Bereitschaftspolizei, den Bereich zwischen Hermannsburg und Unterlüß noch genauer zu durchkämmen. Dabei handelt es sich um 55 Beamte. Mit 45 Einsatzkräften waren am Dienstag nach Angaben von Daniel Schulz auch die vier Freiwilligen Feuerwehren Hermannsburg, Weesen, Baven und Beckedorf erneut im Sucheinsatz. Diese Suche, die auch wieder mit Drohnen durchgeführt wird, lief bis 14.50 Uhr, als die Erfolgsmeldung sich wie ein Lauffeuer verbreitete. Der Gesuchte wurde etwa  50 Meter von einem Waldweg entfernt in einem Waldstück gefunden. Bis zum Eintreffen des Rettungswagens wurde der Vermisste mit Feuerwehrjacken gewärmt und mit Wasser versorgt. Es gab einige Hinweise aus der Bevölkerung auf den 1,90 Meter großen, schlanken Mann mit dem auffälligen Gang. Ob es sich bei den Sichtungen tatsächlich um Stefan S. handelte, überprüften Beamte gestern Vormittag. 

In diesem Waldstück fand die Feuerwehr den vermissten Stefan S, der am Sonntag nur mit einem T-Shirt und Jeans bekleidet seinen Wohnort Hermannsburg verlassen und offenbar zwei Tage lang im Freien verbracht hatte. Über einen Graben hatte die Feuerwehr eine Überquerungshilfe gebaut.

„Für den breitgefächerten Einsatz möchten wir uns bei den hauptberuflichen, ehrenamtlichen und freiwilligen Helferinnen und Helfern bedanken.“

Susanne von Zimmermann, Einrichtungsleiterin des Albert-Schweitzer-Familienwerks in Hermannsburg

Familienwerk dankt Helfern

„Für den breitgefächerten Einsatz am gestrigen Tag möchten wir uns schon jetzt bei den hauptberuflichen, ehrenamtlichen und freiwilligen Helferinnen und Helfern bedanken“, sagt Susanne von Zimmermann, Einrichtungsleiterin des Albert-Schweitzer-Familienwerks in Hermannsburg. „Ebenso für die vielen Hinweise, das Mitdenken und Teilen in den Sozialen Medien." Stefan S. wird zunächst in das Allgemeine Krankenhaus nach Celle zur Untersuchung gebracht. Die genauen Umstände für sein Verschwinden müssen noch geklärt werden. "Von der Polizei Celle geht ein besonderer Dank an alle Unterstützer der Suche, sei es persönlich vor Ort oder aber durch die Verteilung in den sozialen Medien", so Dirk Heitmann.