Speichelproben genommen

Resultate des DNA-Tests noch im Sommer erwartet

125 Speichelproben sollen Aufschluss über den Mörder von Regina Fischer geben. So berichtete die CZ über den DNA-Massentest am 26. Juni 2009.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 26. Juni 2009 | 12:43 Uhr
  • 15. Sept. 2022
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  • 26. Juni 2009 | 12:43 Uhr
  • 15. Sept. 2022
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Hassel.

Rund 125 Speichelproben hat die Celler Polizei seit Mai von Männern in Walle, Hassel und Wolthausen entnommen. Sie sollen helfen, den 1988 an der Wathlingerin Regina Fischer verübten Mord doch noch aufzuklären. Noch im Sommer rechnet die Polizei mit der Auswertung der Proben. Bis es so weit ist, haben diese einen langen Weg hinter sich.

125 Speichelproben von Ortsansässigen entnommen

Es sei eine wahre „Sisyphos-Arbeit“ gewesen, die zwei Beamte der Polizeiinspektion Celle während der vergangenen Wochen erledigen mussten: die Entnahme von DNA-Proben im Rahmen der Ermittlungen im Mordfall Regina Fischer. Im September 1988 wurde die 20-jährige Wathlingerin vergewaltigt und ermordet an der Bundesstraße 3 zwischen Wolthausen und Hassel aufgefunden. 145 Männer aus Walle, Wolthausen und Hassel, die 1988 zwischen 16 und 30 Jahre alt gewesen sind, sollten sich nun, nach der Wideraufnahme der Ermittlungen, einem freiwilligen Speicheltest unterziehen. Rund 125 Proben wurden seit Ende Mai von der Polizei in den Ortschaften entnommen, es fehlten nur die der aus den Orten Verzogenen.

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„Bei den meisten herrschte großes Verständnis für die Entnahme“, wie Polizeisprecher Guido Koch erklärt. Bisher habe es keine „Verweigerer“ unter den Männern gegeben, die, so betont Koch, nicht als Verdächtige, sondern als Zeugen in dem Fall dienten. Für die Polizei selber stellt dabei die Entnahme der Proben mittels Wattestäbchen aus der Mundschleimhaut die größte Herausforderung dar. „Sie müssen wie Vertreter von Tür zu Tür gehen“, sagt Koch. Und dabei die Diskretion wahren - die Beamten fahren daher stets in zivil vor.

Nucleotid-Abfolge soll Täter von 1988 verraten

Die eigentliche Auswertung der Proben erledigt indes ein Roboter. Im kriminaltechnischen Institut des niedersächsischen Landeskriminalamts in Hannover werden die zirka 125 Röhrchen mit den DNA-Spuren analysiert. - Mengenmäßig kein allzu großer Aufwand, wie Dietrich Inhülsen, Chefbiologe des Instituts, versichert: Bei sogenannten Massen-Gentests fielen schnell über 10000 Abstriche an. Da Proben in einem Mordfall bevorzugt behandelt würden, rechnet die Polizei noch im Sommer mit Ergebnissen.

Bis es so weit ist, durchlaufen die DNA-Proben einen komplexen Untersuchungsvorgang: Dabei wird die Nucleotid-Abfolge im Material der Proben gesucht und dargestellt. Nucleotide sind die Grundbausteine der DNA, deren Abfolge sich immer wiederholt. Auf ein DIN-A4-Blatt passe am Ende die Auswertung einer Probe. Sie wird mit dem Gen-Material, das 1988 am Tatort sichergestellt wurde, abgeglichen. Ein etabliertes Verfahren, dessen Ergebnis für die Celler Polizei zunächst nur eines bedeutet: „Wir schließen damit aus, dass der Täter aus einer bestimmten Personengruppe stammt“, wie Koch erklärt.

Von cz