Mordfall Regina Fischer

DNA-Tests sollen Täter entlarven

LKA entdeckt DNA-Spuren: 15 Jahre nach der Tat sollen Speicheltests neue Hinweise im Mordfall Regina Fischer liefern. So berichtete die CZ am 16. Oktober 2003.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 16. Okt. 2003 | 12:39 Uhr
  • 15. Sept. 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 16. Okt. 2003 | 12:39 Uhr
  • 15. Sept. 2022
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Hassel.

Die Ermittlungsbehörden rollen den Mordfall Regina Fischer 15 Jahre nach der Bluttat wieder auf. Polizei und Staatsanwaltschaft haben sich dazu entschlossen, umfangreiche Speicheltests in der Region durchzuführen, um den Mord an der 20-jährigen Verkäuferin doch noch aufzuklären. Das Landeskriminalamt hat jetzt eine auswertbare molekulargenetische Spur entdeckt.

Opfer in Hassel tot aufgefunden

Es war eine stürmische und regnerische Nacht am 23. September 1988, einem Freitag. Die 20-jährige Verkäuferin Regina Fischer war am Abend dieses Tages mit ihrem Auto von Wathlingen nach Munster unterwegs, um ihren Freund von der Bundeswehr abzuholen. Doch in Munster ist sie nie angekommen. Am nächsten Tag wurde sie unweit der Bundesstraße 3 in der Gemarkung Hassel erstochen aufgefunden. Ihr Auto befand sich in der Nähe der Stelle, wo man ihre Leiche fand. „Da der Mord an Fischer bis heute nicht geklärt werden konnte, wurde geprüft, ob eventuell neue wissenschaftliche Methoden und Möglichkeiten weitere Ermittlungsansätze bieten würden“, erläuterte Celles Polizeisprecherin Angela Markgraf.

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Neue wissenschaftliche Erkenntnisse ermöglichen DNA-Täterprofil

Bei dem seinerzeit aufgefundenen Spurenmaterial, das fachgerecht asserviert worden war, fanden nun Mitarbeiter des Landeskriminalamts Niedersachsen in Hannover eine genetische Spur, die man auswerten kann. Auf der Suche nach dem Täter wurden diese Daten mit denen aus der DNA-Datei des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden sowie den Dateien einiger benachbarter Länder verglichen. Aber diese Suche verlief ohne Erfolg. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist ein DNA-Profil des Mörders erstellt worden. Die Polizei Celle beabsichtigt, noch in diesem Monat in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Celle eine DNA-Reihenuntersuchung durchzuführen, „um somit die neuen Ermittlungsansätze direkt umzusetzen“, sagte Margraf.

Mord war ein Sexualdelikt

Fischers unbekleidete Leiche hatten damals die Teilnehmer einer Jagdhundeprüfung morgens um kurz nach 7 Uhr an einem von der Bundesstraße 3 abzweigenden Weg zwischen Wolthausen und Hassel gefunden. Ihre Kleidung war in ihrem, nur wenige Meter davon entfernt abgestellten Auto abgelegt. Nach der Obduktion der Leiche war klar: Es handelt sich bei der Tat um ein Sexualdelikt. Regina Fischer war durch mehrere Messerstiche in Rücken und Brust getötet worden. Vorher hatte der Täter mit einem „stumpfen Gegenstand“ auf sie eingeschlagen. Die Polizei suchte kurz nach der Tat nach dem Fahrer eines Mercedes, der beim Wagen der später Getöteten von einer vorbei-fahrenden Zeugin gesehen worden sein soll.

Von cz