So berichteten wir damals

Frederike bestialisch ermordet

Der Mordfall Frederike von Möhlmann hat den ganzen Landkreis erschüttert. So berichteten wir am 10. November 1981 über das schreckliche Verbrechen.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 10. Nov. 1981 | 10:15 Uhr
  • 21. Juli 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 10. Nov. 1981 | 10:15 Uhr
  • 21. Juli 2022
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Hambühren.

Frederike ist tot. Auf unvorstellbar grausame Art und Weise sexuell missbraucht mit unzähligen Messerstichen erstochen und durchschnittener Kehle — so fand sie am Sonntagmittag gegen 14 Uhr eine Familie während ihres Spaziergangs am Bruchweg (Heuweg) in Hambühren I.

Frederike von Möhlmann verlässt Musikunterricht mit Freundin

Wie die CZ bereits berichtete, hatte die 17jährige Schülerin Frederike von Möhlmann am Mittwoch um 19.30 Uhr gemeinsam mit einer Freundin den Musikunterricht in der Stadtkantorei verlassen. Die Freundin begleitete sie noch bis zu einer Telefonzelle in der Bahnhofstraße und verließ Frederike, als diese bereits den Hörer in der Hand hielt. Ihren Gesprächsteilnehmer konnte Frederike offensichtlich nicht erreichen, denn die 20 Pfennig, das einzige Geld, das das Mädchen bei sich hatte, fand die Kriminalpolizei gestern Morgen am Tatort im Gras.

Mörder biegt mit Frederike in Bruchweg ein

Nach den bisherigen Ermittlungen muss Frederike unmittelbar nach Verlassen der Telefonzelle an der schräg gegenüberliegenden Bushaltestelle in den Pkw ihres Mörders eingestiegen sein. Der Mann fuhr zunächst auch in Richtung Oldau, dem Heimatort Frederikes, doch an der Ampelkreuzung in Hambühren I bog er in den Bruchweg ein. Der Bruchweg, auch Hambührener Heuweg genannt, ist ein Verbindungsweg zur Fuhrberger Landstraße und wird von Einheimischen, die nach Hannover fahren, gern als Abkürzung genommen.

Mörder fährt mit Frederike zu kleiner Lichtung im Wald

Nach ca. drei Kilometern bog der Fahrer rechts ab und fuhr etwa 30 Meter in einen Waldweg bis zu einer kleinen Lichtung. Hier muss er sofort Frederike angegriffen haben, denn irgendwann zwischen 20 und 21 Uhr traf einer der mit einem langen, scharfen und sehr spitzen Messer verübten unzähligen Stiche das Mädchen mitten ins Herz. Der Mörder machte sich nicht mal die Mühe, sein bestialisch zugerichtetes Opfer mit Laub oder Zweigen zu bedecken. In zwei Stäben ermitteln die Beamten des Mordkommissariats. Von großer Hilfe könnten Hinweise aus der Bevölkerung sein:

1. Wer hat Frederike von Möhlmann am Mittwochabend gegen 19.40 Uhr an der Bushaltestelle oder kurz zuvor in oder an der Telefonzelle in der Bahnhofstraße gesehen? Frederike war bekleidet mit einer weißen Latzhose und einem mittelblauen Pullover. Sie hatte kurz geschnittene mittel blonde, leicht rötliche Haare und einen zarten, hellen Teint.

2. Wer hat ein Auto beobachtet, das um diese Zeit evtl, an der Bushaltestelle stoppte und in das ein Mädchen einstieg?

3. Wem ist ein Pkw aufgefallen, der zwischen 19.40 und 20 Uhr in Hambühren I in den Bruchweg (Hambührener Heuweg) einbog?

4. Wo sind in letzter Zeit Frauen und Mädchen, die per Anhalter fuhren, von Autofahrern mit eindeutigen Anträgen oder tätlich belästigt worden? Für Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen, hat der Regierungspräsident eine Belohnung von 5000 Mark ausgesetzt. Die Belohnung wird unter Ausschluss des Rechtsweges zuerkannt und verteilt. Hinweise — auf Wunsch vertraulich - an die Kriminalpolizei Celle, Telefon (0 51 41) 21011, Apparat 3 12 oder 2 16 und an jede Polizeidienststelle

„Tatort Celle“: Verbrechen vor unserer Haustür

Der Text ist am 10. November 1981 im Original in der Celleschen Zeitung erschienen. Wir haben lediglich die gefetteten Zwischenzeilen hinzugefügt. 

Von cz