Neue Details bekannt

Gutachten zum Todes-Unfall in Hambühren ist da

Am 10. Juni starb beim Zusammenstoß zweier Autos in Hambühren ein 13-jähriges Mädchen. Jetzt wurden neue Details zum Unfallgeschehen bekannt.
  • Von Simon Ziegler
  • 12. Aug. 2022 | 18:00 Uhr
  • 12. Aug. 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 12. Aug. 2022 | 18:00 Uhr
  • 12. Aug. 2022
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Hambühren.

Zwei Monate nach dem tödlichen Unfall auf der B214 in Hambühren sind weitere Details bekannt geworden. Nach Auskunft der Celler Staatsanwaltschaft liegt jetzt das Gutachten zum Ablauf des Unfallgeschehens vor. "Der Sachverständige kommt darin zu dem Ergebnis, dass das Fahrzeug des Beschuldigten zum Zeitpunkt der Kollision zwischen 105 und 115 Kilometer pro Stunde schnell gewesen sei", sagte Stefanie Vogler, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, auf CZ-Nachfrage.

Es gab keinen Beifahrer

Zudem bestätigte der Gutachter die zunächst vorläufige Einschätzung, dass sich zum Zeitpunkt der Kollision keine weiteren Personen im Fahrzeug des Beschuldigten befunden haben, sagte Vogler. Dies hätten die Untersuchungen ergeben. Lange Zeit war man davon ausgegangen, dass es einen Beifahrer gegeben habe, da Zeugen neben dem Fahrer eine weitere flüchtende Person gesehen haben wollen. Außerdem hatte der Airbag auf der Beifahrerseite ausgelöst. Der Unfall ereignete sich am späten Abend des 10. Juni auf der B214, Ecke Bruchweg.

Da der Beschuldigte nach dem Unfall zu Fuß geflüchtet war und erst drei Tage später verhaftet wurde, konnte dem zum Unfallzeitpunkt 30-jährigen Mann aus Oldau erst 60 Stunden nach dem Unfallgeschehen Blut entnommen werden. "Die Untersuchung des Blutes ergab keine Hinweise auf Beeinflussung durch Alkohol, Medikamente oder Betäubungsmittel. Das Ergebnis der Untersuchung einer Haarprobe steht noch aus", führte die Staatsanwältin aus.

Mann sitzt weiter in U-Haft

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen den SUV-Fahrer unter anderem wegen versuchten Mordes und unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Gerüchte in Oldau, wonach der Unfallverursacher gegen Zahlung einer Kaution auf freien Fuß gekommen sei, widersprach die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der Mann sitze weiter in Untersuchungshaft, so Vogler.

Unfall "räumlich und zeitlich vermeidbar"

Bei der Analyse des Sachverständigen handelt es sich um ein sogenanntes Unfallrekonstruktionsgutachten. Der Sachverständige kommt laut Staatsanwaltschaft zu dem Ergebnis, das der Unfall für den Fahrer des Golfs unvermeidbar gewesen sei. Für den Fahrer des VW Touareg wäre das Geschehen dagegen "bei Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit räumlich und zeitlich vermeidbar gewesen", fasst Vogler zusammen.

Dennoch sei auch gegen den Golf-Fahrer "routinemäßig" ein Verfahren eingeleitet worden. Hintergrund ist, dass der SUV-Raser bei dem Unfall Prellungen erlitten habe. Gegen den Golf-Fahrer, der bei dem Unfall seine 13-jährige Tochter verloren hatte, wird deshalb wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt. "Insofern ist zu prüfen, ob dem Fahrer des Golfs ein Sorgfaltspflichtverstoß vorzuwerfen ist", so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Zoe geht es besser

Unterdessen ist die 15-jährige Zoe weiter auf dem Weg der Besserung, wie ihre Mutter Nadine Bach sagte. Beide saßen in dem Golf. "Zoe bleibt noch bis Ende des Monats in der Reha in Geesthacht, danach setzt sie ihre Therapien zu Hause fort, also Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie", so die Mutter. Zoe bekomme dann einen Rollator, kurze Strecken könne sie aber wieder laufen. "Es gibt weiterhin Einschränkungen, an einen normalen Alltag ist noch lange nicht zu denken. Auch stehen noch neurologische Tests an, Zoe hat zum Beispiel Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Insgesamt bin ich aber sehr erleichtert", sagte Nadine Bach. Derzeit sei geplant, dass ihre Tochter ab September zunächst für ein paar Stunden pro Woche wieder zur Schule geht. Die 15-Jährige besucht die zehnte Klasse an der Winser Oberschule.