Mini-Solaranlagen

Hambühren lehnt Zuschuss für Balkonkraftwerke ab

Über die Förderung von Balkonkraftwerken wird heiß diskutiert. In Hambühren stehen die Zeichen klar auf Ablehnung. Das sind die Gründe.

  • Von Simon Ziegler
  • 26. Okt. 2022 | 17:05 Uhr
  • 27. Okt. 2022
Kraftwerkchen für den Balkon: Solaranlage mit Stecker.
  • Von Simon Ziegler
  • 26. Okt. 2022 | 17:05 Uhr
  • 27. Okt. 2022
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Hambühren.

Winsen diskutiert noch über die Förderung von Balkonkraftwerken, in Hambühren scheint die Entscheidung gefallen: Die Politik hat im Strategie- und Finanzausschuss mit großer Mehrheit empfohlen, die private Anschaffung von Balkonkraftwerken nicht mit öffentlichen Geldern zu fördern.

Vorschlag von CDW und SPD

Die Christlich-Demokratische Wählergruppe (CDW) hatte den Vorschlag gemacht, Mittel für die Mini-Photovoltaikanlagen zur Verfügung zu stellen, um die Menschen in der Energiekrise finanziell zu entlasten, wie Fraktionschef Andreas Falk sagt. Die SPD konkretisierte das Papier und brachte eine Förderung von 200 Euro pro Anlage für einen Zeitraum von zwölf Monaten ins Spiel. Außerdem wurde die Verwaltung beauftragt, eine Kostenkalkulation vorzulegen.

Millionen-Loch im Haushalt

Das Rathaus habe dann aber dargestellt, dass es mit dem zur Verfügung stehenden Personal nicht in der Lage sei, möglicherweise mehrere hundert Anträge von Bürgern zu bearbeiten, heißt es. Also müsste eine zusätzliche Kraft eingestellt werden. Dazu komme, dass der Topf der sogenannten freiwilligen Leistungen ausgeschöpft sei. Der Hambührener Haushalt des kommenden Jahres weist nach CZ-Informationen Stand heute ein Defizit von rund 1,5 Millionen Euro aus.

"Das lohnt sich nicht mehr"

Davon hat sich SPD-Fraktionschef Ralf Rainer Volz überzeugen lassen. Er nimmt jetzt Abstand von einer Förderung aus Steuermitteln, wie er sagt. Zumal weitere Gründe dagegen sprächen. "Wer sich ein Balkonkraftwerk kauft, braucht in der Regel die 200 Euro nicht. Bei den Einkommensschwächeren käme die Förderung gar nicht an", gibt er zu bedenken. Dazu komme, dass die Solarkraftwerke für Balkon, Gartenhaus oder Carport ziemlich teuer geworden seien. "Sie kosten inzwischen 1000 bis 1500 Euro. Das lohnt sich nicht mehr", meint Volz.

Thema für CDW nicht vom Tisch

"Im Moment ist die Förderung nicht möglich", räumt CDW-Mann Falk mit Blick auf die Finanzen ein. "Das Thema ist aber nicht vom Tisch." Es handele sich um ein nachhaltiges Vorhaben, man werde die Förderung wieder auf die Agenda holen.

Was macht Winsen?

In Winsen sind die Befürworter der kleinen Stromkraftwerke zuletzt ebenfalls etwas zurückgerudert. Zunächst war eine Förderung von 150 Euro pro Anlage im Gespräch, jetzt sind es aus finanziellen Gründen nur noch 100 Euro für maximal 100 Antragsteller – und auch nur dann, wenn es finanziell möglich ist. Das Ganze soll zusammen mit dem Haushalt der Gemeinde Winsen im Dezember entschieden werden.

Per Stecker an das Stromnetz anschließen

Bei den Balkonkraftwerken handelt es sich um kleine Solarstromanlagen, die auch Mieter anbringen können. Sie sollen unkompliziert von Laien einzurichten und zu betreiben sein. Sie werden einfach per Stecker an das Stromnetz angeschlossen. Die Mini-Photovoltaikanlagen, die inzwischen von zahlreichen Herstellern angeboten werden, erzielen eine Leistung von bis zu 600 Watt.