Mädchen lag drei Wochen im Koma

Nach Unfall in Hambühren: Hunderte spenden für Zoe

Die bei dem Unfall in Hambühren schwer verletzte Zoe hat mit der Reha begonnen. Ein Spendenaufruf sorgt für eine Welle des Mitgefühls.

  • Von Simon Ziegler
  • 15. Juli 2022 | 16:25 Uhr
  • 18. Juli 2022
Zoe lag drei Wochen im Koma, jetzt hat sie mit der Reha begonnen. Familienhund Suri soll bei der Genesung helfen. 
  • Von Simon Ziegler
  • 15. Juli 2022 | 16:25 Uhr
  • 18. Juli 2022
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Mit diesem Golf kollidierte am 10. Juni in Hambühren ein SUV, dessen Fahrer mit hoher Geschwindigkeit durch den Ort gerast sein soll.
Hambühren.

Nadine Bach ist von der Spendenbereitschaft überwältigt. "Damit habe ich niemals gerechnet. Ich kann es kaum glauben", sagt die Winserin. Sie hat bei der Internetplattform "GoFundMe" einen Spendenaufruf gestartet – und damit eine Welle der Solidarität und des Mitgefühls für ihre Tochter Zoe ausgelöst. Bis Freitagmittag waren von fast 400 Menschen mehr als 14.000 Euro eingegangen. "Das ist unbeschreiblich. Es nehmen Menschen Anteil und helfen, obwohl sie uns gar nicht persönlich kennen. Jetzt haben wir die Möglichkeit, uns ohne finanzielle Sorgen auf Zoes Genesung zu konzentrieren", bedankt sich die 44-Jährige bei den vielen Unterstützern.

Der Fahrer dieses SUV flüchtete nach dem Unfall zu Fuß.

Zoe hatte vor über einem Monat bei dem schweren Unfall, bei dem die 13-jährige Tochter von Nadine Bachs Lebensgefährten tödlich verletzt wurde, ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Zoe lag drei Wochen im Koma. Am Mittwoch wurde die 15-Jährige aus dem Allgemeinen Krankenhaus (AKH) in Celle entlassen. Zoe hat eine Reha in Geesthacht begonnen.

Es geht langsam bergauf

Ob das Mädchen bleibende Schäden davontragen wird, weiß derzeit niemand. Ihre Tochter mache jeden Tag kleine Fortschritte, sagt die Mutter. Zoe könne selbstständig atmen und sprechen, habe aber Wortfindungsschwierigkeiten. Gut sei, dass sie Menschen wie ihre Mutter und ihren Bruder erkenne. Zoe sitzt derzeit noch im Rollstuhl, sie kann ihre linke Seite "nicht richtig aktivieren", wie die Mutter sagt. Und sie habe Panikattacken. Über den Unfall habe sie noch nicht gesprochen. Die Mutter wird von der Rechtsanwältin Karin Brückmann aus Winsen (Luhe) vertreten. "Der Genesungsprozess kann erfahrungsgemäß Jahre dauern", gibt die Anwältin zu bedenken. Möglicherweise werde man erst in zwei oder drei Jahren wissen, ob kognitive Defizite zurückbleiben werden. Brückmann wird für die Geschädigten von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers Schmerzensgeld und Schadensersatz fordern.

Nadine Bach ist alleinerziehende Mutter. Die Leiterin der Kindertagesstätte in Oldau hat die Spendenaktion ins Leben gerufen, um die Fahrtkosten nach Geesthacht zu finanzieren. Außerdem werde sie ihr Haus in Winsen umbauen müssen, damit ein Krankenbett für Zoe im Wohnzimmer aufgestellt werden kann. "Derzeit bin ich noch krankgeschrieben. Ich will bald wieder arbeiten. Aber wir müssen sehen, wann ich wieder voll einsteigen kann", sagt Nadine Bach.

Gab es doch keinen Beifahrer?

Unterdessen hat Oberstaatsanwalt Lars Janßen auf CZ-Nachfrage mitgeteilt, dass der Gutachter, der das Unfallgeschehen am 10. Juni an der Kreuzung B214/Bruchweg analysiert, in einer vorläufigen Einschätzung nicht von einem Beifahrer im Wagen des Verursachers ausgeht. Ein Zeuge hatte ausgesagt, dass es neben dem Fahrer eine weitere Person gegeben habe. Das Auslösen des Airbags auf der Beifahrer-Seite lasse nicht zwingend darauf schließen, dass dort jemand gesessen habe, erläutert Janßen. Gleichwohl seien die Ermittlungen nach wie vor im Gange. Der Airbag werde noch im Landeskriminalamt untersucht.

30-Jähriger sitzt weiter in U-Haft

Offen ist die Frage, zu welchem Ergebnis das Gutachten bei der Ermittlung der Geschwindigkeit des Unfallwagens kommen wird. Bisher war davon die Rede, dass der SUV-Fahrer aus Oldau mit mehr als Tempo 100 am Freitagabend, als Schützenfest in Hambühren gefeiert wurde, durch den Ort gerast sein muss. Der 30-Jährige sitzt weiter in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird unter anderem wegen versuchten Mordes ermittelt.

Wer Nadine Bach und ihre Tochter Zoe unterstützen möchte, kann auf der Internetseite www.gofundme.com Geld spenden.