CDW in Turbulenzen

Austrittswelle bei Wählergruppe in Hambühren

Die Hambührener Wählergruppe CDW will sich von den Mitstreitern in Winsen lösen. Und: CDW-Chef Wilhelm Claus Köhler hat den Vorsitz abgegeben.
  • Von Simon Ziegler
  • 24. Nov. 2022 | 11:57 Uhr
  • 24. Nov. 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 24. Nov. 2022 | 11:57 Uhr
  • 24. Nov. 2022
Anzeige
Hambühren.

Vor sieben Jahren begann die CDW-Geschichte in Winsen. Die CDU-Abspaltung zog in den Gemeinderat ein, wo sie sich zur etablierten Kraft entwickelte. Die Christlich Demokratische Wählergruppe ist heute nach SPD und CDU die drittstärkste Fraktion. 2021 wurde das Winser Modell dann nach Hambühren und Bergen übertragen. Mit Wilhelm Claus Köhler stellt die Wählergruppe einen Kreistagspolitiker.

Risse in Erfolgsgeschichte

Doch jetzt gibt es erstmals Risse in der Erfolgsgeschichte. Die Hambührener wollen ihr eigenes Ding machen. Das teilte der Winser CDW-Fraktionschef Jannik Randolph mit. 14 von 17 Kommunalpolitikern aus Hambühren haben nach seinen Angaben ihren Austritt aus dem Verein erklärt.

Lieber alleine weitermachen

Claudia Sarnowski bestätigt den Schritt. Sie betont, dass es keinen Streit zwischen Winsen und Hambühren gegeben habe. "Wir haben einfach festgestellt, dass wir keinen Vorteil mehr davon haben", sagt sie. Deshalb habe die Ortsgruppe beschlossen, alleine weiterzumachen. Formal bleibe man noch bis Ende des Jahres unter dem gemeinsamen CDW-Dach. Demnächst wollen die Hambührener bei einer Mitgliederversammlung entscheiden, wie sie künftig heißen werden.

"CDW neu sortieren"

Die Austrittswelle hat Randolph mit Bedauern zur Kenntnis genommen, we er sagt. "Es geht jetzt darum, CDW neu zu sortieren", so der Mitgründer der Wählergruppe. Dass die beiden Gruppen in den vergangenen Jahren nicht sehr viel miteinander zu tun hatten, zeigt die Episode mit Antonia Denecke im Hambührener Rat. Die drei dortigen CDW-Leute haben mit der Linken eine gemeinsame Gruppe gebildet, was für Irritationen in Winsen gesorgt hat. "Wir verstehen uns als liberal-konservativ. Die gemeinsame Gruppe mit der Linken in Hambühren hat bei einigen Mitgliedern schon für Nachfragen gesorgt", räumt Randolph ein.

Köhler macht Schluss

Unterdessen hat der bisherige CDW-Vorsitzende des Dachverbandes, der Winser Wilhelm Claus Köhler, seinen Rückzug erklärt. Dies habe "persönliche und gesundheitliche Gründe", sagt der 62-Jährige. "Das war keine Ad-hoc-Entscheidung. Ich habe mir die letzten acht bis zehn Jahre zu viel zugemutet", so Köhler, der auch lange Jahre Ortsbürgermeister in Meißendorf war. Er bleibe für die CDW Mitglied im Ortsrat Meißendorf, im Winser Gemeinderat und im Celler Kreistag. Wer sein Nachfolger wird, haben die CDW-Mitglieder noch nicht entschieden.