Unfall in Hambühren

Führerschein war schon mal weg

Die Ermittlungen gegen den 30-jährigen Unfallfahrer aus Hambühren dauern an. 2017 wurde sein Führerschein schon einmal eingezogen.
  • Von Christopher Menge
  • 18. Jun 2022 | 07:00 Uhr
  • 21. Jun 2022
  • Von Christopher Menge
  • 18. Jun 2022 | 07:00 Uhr
  • 21. Jun 2022
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Hambühren.

Nach dem tödlichen Unfall in Hambühren am Freitag vor einer Woche dauern die Ermittlungen weiter an. Ein 13-jähriges Mädchen starb noch an der Unfallstelle, eine 15-Jährige wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. "Sie befindet sich weiterhin in ärztlicher Behandlung", sagt Oberstaatsanwalt Lars Janßen auf CZ-Anfrage. Ob Folgeschäden zu befürchten seien, könne er nicht sagen. Teil der Ermittlungen sei weiterhin, ob im Fahrzeug des Beschuldigten ein Beifahrer gesessen habe.

13-jähriges Mädchen starb noch an Unfallstelle in Hambühren

Dem 30-jährigen Fahrer aus Hambühren wird vorgeworfen, mit seinem VW Touareg die Nienburger Straße innerhalb einer geschlossenen Ortschaft mit einer Geschwindigkeit von über 100 Stundenkilometern befahren zu haben. An der Kreuzung B214/Bruchweg kam es zu dem Zusammenstoß mit einem VW Golf, der nach links Richtung Ovelgönne abbiegen wollte. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen den 30-jährigen Hambührener wegen verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge, vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs sowie versuchten Mordes und unerlaubten Entfernens vom Unfallort.

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Nach dem Unfall geflohen

Der 30-Jährige und der mutmaßliche Beifahrer hatten das Auto direkt nach dem Unfall verlassen und waren vor dem Eintreffen der Polizei geflüchtet. Die Polizei suchte mit Hubschraubern und Polizeihunden nach dem Mann. Wie Janßen bestätigt, gab es dann einen Hinweis an die Polizei zum Aufenthaltsort des 30-Jährigen, der in der Nacht zu Montag verhaftet wurde. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Stand Fahrer unter Alkoholeinfluss?

Bei dem Unfall wurden auch der 41-jährige Fahrer des VW Golf, der Vater des getöteten Mädchens, sowie seine 44-jährige Beifahrerin, die Mutter der schwerverletzten 15-jährigen, verletzt. "Der Fahrer des VW Golf hat einer Untersuchung seiner freiwillig abgegebenen Blutprobe zugestimmt", sagt Janßen. Ein Ergebnis liege aber noch nicht vor. Zudem sei es weiterhin Gegenstand der Ermittlungen, ob der Beschuldigte zur Zeit des Unfalls durch Alkohol oder andere berauschende Mittel beeinflusst war.

Führerschein wurde 2017 eingezogen

"Gegen den Beschuldigten wurde im August 2017 durch das Amtsgericht Celle ein Strafbefehl wegen Trunkenheit im Verkehr erlassen, mit dem er zu einer Geldstrafe verurteilt wurde", sagt Janßen auf CZ-Anfrage. "Zudem wurde die Fahrerlaubnis entzogen, der Führerschein eingezogen und eine Sperre für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis verhängt." Gleichwohl gelte für den Beschuldigten weiterhin die Unschuldsvermutung.

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Medizinisch-Psychologische Untersuchung angeordnet?

Ob in dem Einzelfall eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet wurde, dazu wollte der Landkreis Celle keine Auskunft geben. Mit Blick auf das Urteil des Amtsgerichtes Celle sollte es sich aber um einen Fall handeln, bei dem eine MPU rechtlich vorgeschrieben ist. "Prinzipiell gilt, dass eine Fahrerlaubnis direkt nach einem Entzug neu beantragt werden kann", sagt Harmening. "Vor der Neuerteilung wird aber immer die Kraftfahreignung überprüft, gegebenenfalls ist hier die Anordnung verkehrsmedizinischer Gutachten oder einer MPU erforderlich."

Geschwindigkeitskontrollen an Unfallstelle in Hambühren

Harmening berichtet zudem, dass sich der Landkreis in der kommenden Woche zusammen mit der Polizei und der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die Situation vor Ort anschauen werde, um gegebenenfalls weitere Maßnahmen zu treffen. "Ferner werden wir jetzt verstärkt Geschwindigkeitskontrollen am dortigen Messpunkt durchführen", so der Kreissprecher. Mehr Kontrollen fordern auch Bürgermeister Carsten Kranz und sein Amtskollege Wolfgang Klußmann aus der Gemeinde Wietze.

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