Die Akte Toni

Mord auf dem Reiterhof: Schülerin aus Uetze veröffentlicht Roman

Merle Fasch (17) hat ihr Romandebüt "Die Akte Toni" veröffentlicht. Wie sie das geschafft hat und worum es geht verrät sie der CZ.

  • Von Stefanie Franke
  • 23. Nov. 2022 | 11:05 Uhr
  • 23. Nov. 2022
Merle Fasch hat ihren ersten Roman veröffentlicht. In "Die Akte Toni" geht es um den rätselhaften Tod eines Stallburschen und die Tatumstände. 
  • Von Stefanie Franke
  • 23. Nov. 2022 | 11:05 Uhr
  • 23. Nov. 2022
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Uetze.

„Die Ideen zum Schreiben kommen mir meistens spontan, mitten am Tag aus dem Nichts“, erzählt Merle Fasch (17) aus Uetze. Die Schülerin hat im Oktober ihren ersten Roman „Die Akte Toni“ veröffentlicht. Dabei hat sie sich nicht nur von einem langjährigen Hobby inspirieren lassen: Es geht um einen Mord auf einer Reitanlage.

Schreiben seit der Kindheit

Die Leidenschaft zum Geschichtenschreiben hat Fasch bereits im Kindesalter entdeckt. Los ging es mit Kurzgeschichten über alle möglichen Themen – egal ob Pferde, Hunde oder Ereignisse in ihrem Umfeld, nichts war vor Faschs flotter Feder sicher. „Irgendwann habe ich mir vorgenommen, mal etwas Längeres zu schreiben, aber der richtige Zeitpunkt war noch nicht da“, erinnert sich Merle Fasch. „Bei vielen Themen sind mir einfach früher die Ideen ausgegangen, oder ich habe einfach etwas Neues angefangen.“ Vor ihrem Debütroman sind auf diese Weise viele kleinere Geschichten und Erzählungen entstanden.

"Ich kann genau sagen, wie welche Szene oder Figur aussieht.“

Merle Fasch, Schülerin und Autorin

Figuren werden lebendig

Mit der Idee zu „Die Akte Toni“ kam dann die durchgängige Inspiration. Die Handlung entwickelte eine Dynamik, die Figuren begannen auf dem Papier zu leben. „Für andere Projekte brauchte ich länger, hier ging es fast wie von selbst und ich konnte mir die Dinge sofort bildlich vorstellen. Ich kann genau sagen, wie welche Szene oder Figur aussieht“, so Fasch.

Inspiration aus dem Umfeld

Insgesamt hat sie etwa drei Monate für den Schreibprozess gebraucht. Mit dem Setting, einem Reiterhof, kennt sie sich hervorragend aus. Fasch ist viele Jahre lang voltigiert und geritten, bis zum Sommer hatte sie außerdem eine Reitbeteiligung. „Es war jetzt nicht so, dass ich unbedingt eine klassische Pferdegeschichte schreiben wollte.“ In „Die Akte Toni“ passte es dann einfach: „Ich habe damit experimentiert, Pferd und Mord einfach mal zu kombinieren. So kam es dann, dass in meinem Buch der Stallbursche tot aufgefunden wird und ein großes Mysterium um die Tat entsteht.“

Raum für Kreativität

Merle Fasch besucht aktuell die elfte Klasse der Fachoberschule Wirtschaft der BBS in Burgdorf. Das schulbegleitende Praktikum dazu absolviert sie in einer Buchhandlung, außerdem macht sie gerade ihren Führerschein – für das Schreiben bleibt also nicht viel Zeit. „Meistens schreibe ich abends oder am Wochenende. Unter Druck entsteht nichts Kreatives, daher brauche ich Zeit und Ruhe dafür. Wenn, dann schreibe ich einfach drauflos, ohne vorher großartig zu planen oder zu plotten.“

"Da habe ich mir dann gedacht, vielleicht ist das ja doch gar nicht so schlecht, was ich da schreibe."

Merle Fasch

Verlagsangebote sorgten für Begeisterung

Bereits vor zwei Jahren hatte sich Fasch mit einer ihrer Geschichten an einen Verlag gewandt, jedoch coronabedingt eine Absage erhalten. Doch davon ließ sie sich nicht entmutigen: Zu Beginn des Jahres schrieb sie mehrere Verlage an – und bekam einige Zusagen. „Ich war total froh, als ich das erste Verlagsangebot im Briefkasten hatte“, erinnert sie sich. „Da habe ich mir dann gedacht, vielleicht ist das ja doch gar nicht so schlecht, was ich da schreibe.“

Weitere Geschichten in Planung

Nun will Fasch erst einmal abwarten, bevor es an die nächste Veröffentlichung geht. Der zweite Teil zu „Die Akte Toni“ ist schon fertig, momentan steckt eine neue Geschichte noch in der Anfangsphase: „Da lasse ich mich von mir selbst überraschen.“ Ihr weiterer beruflicher Weg ist ebenfalls noch offen. „Am allerliebsten möchte ich natürlich hauptberuflich Autorin sein. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, irgendwann davon leben zu können.“

"Die Akte Toni": Europa Verlagsgruppe, 99 Seiten. ISBN 9791220127790, 13,90 Euro.