Bundeswehr-Gefreiter

Kindermord in Faßberg

In Faßberg wird ein kleines Mädchen erwürgt. Nur wenige Stunden nach dem Mord wird der Täter ermittelt. So berichteten wir am 18. Mai 1965.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 17. Aug. 2022 | 08:27 Uhr
  • 18. Aug. 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 17. Aug. 2022 | 08:27 Uhr
  • 18. Aug. 2022
Anzeige
Faßberg.

Ein dreieinhalbjähriges Mädchen wurde das Opfer einer schrecklichen Bluttat, die in der Nacht zum Montag gegen 3 Uhr in Faßberg begangen wurde. Durch ein Geräusch wach geworden, mußten die Eltern des Kindes, das lm Nebenzimmer schlief, entdecken, daß ihre kleine Tochter im Schlaf erwürgt worden war. Wie innerhalb sehr kurzer Zeit einsetzende Ermittlungen ergaben, war der Täter durch den Keller ins Haus eingedrungen und von da aus ins Wohngeschoß gelangt. Da der Schlüssel zur Wohnung außen in der Wohnungstür steckte, fand er ungehinderten Zutritt zur Wohnung selbst.

Gefreiter der Bundeswehr ermordet Mädchen in Faßberg

In der Nähe des Tatorts wurde als erster Anhaltspunkt ein Schuh gefunden, den der Täter offensichtlich bei seinem Einbruch verloren oder ausgezogen hatte. Dieser Schuh, ein Fabrikat, wie es bei der Bundeswehr getragen wird, führte schon nach wenigen Stunden zur Ermittlung und zur Festnahme des Täters. Den ruchlosen Mord beging ein 19jähriger Gefreiter der Bundeswehr, der z. Z. bei einer Faßberger Ausbildungsstaffel Dienst tut. Bereits bei der Vernehmung durch die Kriminalpolizei gab der Gefreite die Bluttat zu und gestand außerdem, daß er schon einen anderen Einbruch in der gleichen Nacht verübt habe. Als Motiv der furchtbaren Bluttat gab er an, daß bei ihm unter dem Einfluß von Alkohol unbestimmte Haßgefühle gegen alle, vor allem aber gegen Kinder, wach würden.

Jugendlicher Mörder schon nach wenigen Stunden ermittelt

Im übrigen will er nicht gewußt haben, in wessen Haus er eingebrochen sei, und der Vater des Kindes — ebenfalls ein Faßberger Angehöriger der Bundeswehr — sei ihm völlig unbekannt; es habe sich also bei seiner Tat keineswegs um einen „Racheakt“ gehandelt. — Der Täter wurde dem Haftrichter zugeführt, die polizeilichen Ermittlungen gehen weiter. Wenn auch die grausige Tat nicht mehr aus der Welt zu schaffen ist, so bleibt doch die Tatsache erfreulich, daß es der guten und schnellen Zusammenarbeit zwischen der Ortspolizei und der Celler Mordkommission zu verdanken ist, daß der jugendliche Mörder schon nach wenigen Stunden ermittelt und gefaßt werden konnte.

 

Mann schon in andere Wohnung eingebrochen

Der Mörder fing sich in seinem eigenen Netz. Er hatte am gleichen Abend einen Einbruch in eine andere Wohnung verübt, war aber dort von einer Frau gestellt worden und nach kurzem Kampf geflüchtet. Hierbei hatte er einen Schuh verloren. Auf der Wache des Fliegerhorstes Faßberg war dem Wachhabenden die unordentliche Kleidung des Gefreiten aufgefallen und er hatte ihn auf der Wache festgesetzt. Als die Kriminalpolizeibeamten hiervon erfuhren, vernahmen sie den Mörder auf der Wache und sagten ihm das Verbrechen auf den Kopf zu, worauf er den Mord gestand.

Von cz