Polizei ermittelt

Unfallflucht in Endeholz? Auto ist führerlos

Nächtlicher Alarm in Endeholz. Ein Auto ist gegen einen Baum geprallt, der Fahrer verschwunden. Darum wurde nach dem Unfall doppelt Alarm ausgelöst.

  • Von Carsten Richter
  • 24. Nov. 2022 | 14:21 Uhr
  • 25. Nov. 2022
  • Von Carsten Richter
  • 24. Nov. 2022 | 14:21 Uhr
  • 25. Nov. 2022
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Endeholz.

Mysteriöser Unfall in der Nacht zu Donnerstag: Als die Ortsfeuerwehr Endeholz und andere Einsatzkräfte gegen 2 Uhr alarmiert wurden, lautete die Meldung "Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person". In einer Kurve an der Straße "Masch" war ein Autofahrer mit seinem Mercedes von der Fahrbahn abgekommen, gegen einen Baum geprallt und schließlich vor einer Scheune zum Stehen gekommen. Als Feuerwehr, Rettungswagen und Polizei eintrafen, war von dem Fahrer und anderen Insassen jedoch nichts zu sehen. Wie die Polizei am Mittag mitteilte, wurde der 24 Jahre alte Halter des Mercedes später an einer Bushaltestelle in Endeholz angetroffen. "Weil er verletzt war, hatte er selber einen Rettungswagen gerufen", sagte Polizeisprecherin Birgit Insinger. Der Fall wirft einige Fragen auf, die am Donnerstag noch nicht alle beantwortet werden konnten.

Der Fahrer eines Mercedes kommt in Endeholz von der Fahrbahn ab, kollidiert mit einem Baum und kommt vor einer Scheune zum Stehen.

Unfall in Endeholz löst doppelten Alarm aus

Der nächtliche Unfall hat die Menschen in Endeholz aus dem Schlaf gerissen. Die Rettungskräfte wurden über das automatische Notrufsystem des Fahrzeugs informiert. Zusätzlich heulte auch die Sirene. "In kleineren Dörfern läuft das noch ganz klassisch", erläutert der Endeholzer Ortsbrandmeister Hendrik Knoop auf CZ-Anfrage. Er selbst wurde über einen Funkwecker alarmiert. Nicht jedes Feuerwehrmitglied aber habe einen Funkwecker, sagt Knoop – deshalb die doppelte Alarmierung.

Automatisches Notfallsystem nach Unfall ausgelöst

Der Unfall in Endeholz ist auch ein Beispiel dafür, wie moderne Fahrzeuge die Retter bei schneller Hilfeleistung unterstützen können. Wie Mercedes-Benz auf seiner Internetseite mitteilt, lösen Crash-Sensoren durch die Auslösung des Airbags über das Notrufsystem des Wagens automatisch eine Verbindung zur Mercedes-Notrufzentrale oder zum 112-Notrufsystem aus. "Dabei werden auch Positionsdaten und die Fahrtrichtung des Fahrzeugs sowie die geschätzte Anzahl der Personen im Fahrzeug und andere Informationen übermittelt, um schnellstmöglich geeignete Hilfe zum Unfallort leiten zu können", heißt es vom Fahrzeughersteller. In diesem Fall ist die Meldung bei der Rettungsleitstelle des Landkreises in Celle eingegangen, ohne dass ein Notruf über das Handy abgesetzt werden musste.

Auto beschlagnahmt – Polizei ermittelt

Das Unfallfahrzeug sei stark beschädigt worden, so die Polizei. Ob der verletzt aufgefundene Fahrzeughalter auch der Fahrer und Unfallverursacher war, werde noch ermittelt. Das Auto sei beschlagnahmt worden.

Polizei ermittelt – Unfallflucht?

Es steht der Verdacht der Unfallflucht im Raum. Das Strafmaß liege in diesem Fall bei einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe, sagte Polizeisprecherin Insinger auf Nachfrage. "Teil der Ermittlungen ist natürlich auch, inwieweit das Urteilsvermögen möglicherweise durch Verletzungen beeinträchtigt war, aber auch, ob er vor dem Unfall überhaupt fahrtüchtig war und ob er durch sein Entfernen vom Unfallort seine mögliche Beeinflussung berauschender Mittel verschleiern wollte."