Ursula von der Leyens Pony gerissen

Soll Burgdorfer Wolfsrüde abgeschossen werden?

Zuletzt hat das Verwaltungsgericht Oldenburg eine Abschussgenehmigung kassiert. Wie wird nun mit dem Burgdorfer Rüden umgegangen, der von der Leyens Pony gerissen hat.

  • Von Christopher Menge
  • 08. Dez. 2022 | 09:00 Uhr
  • 08. Dez. 2022
Seit 2016 wurden in Niedersachsen sieben Wölfe nach Genehmigung erschossen. (Symbolbild)
  • Von Christopher Menge
  • 08. Dez. 2022 | 09:00 Uhr
  • 08. Dez. 2022
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Celle.

Während auf europäischer Ebene über die Herabsetzung des Schutzstatus des Wolfes diskutiert wird, hat sich in Niedersachsen zuletzt ein Gericht mit der Frage beschäftigt, inwiefern sogenannte Problemwölfe getötet werden dürfen. Das Verfassungsgericht Oldenburg "kassierte" dabei die Abschussgenehmigung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) für Wölfe aus dem Friedeburger Rudel in der Nähe von Jever. Nach Auffassung der Richter ist die Begründung des Landes Niedersachsen für den Abschuss nicht durch das Bundesnaturschutzgesetz gedeckt. Es könnten nicht andere Wölfe eines Rudels zum Abschuss freigegeben werden, wenn Nutztierrisse einem bestimmten Tier genetisch zuzuordnen seien, teilte das Gericht Ende Oktober mit.

In der Region Hannover war genau das im April 2021 passiert. Die Abschussgenehmigung lag zu diesem Zeitpunkt für den Rüden "GW950m" vor, die Fähe "GW1423f" sollte ab 1. Juli (wieder) abgeschossen werden dürfen. Getötet wurde aber schließlich eine andere junge Wölfin des Rudels. Nach Auffassung des Landes Niedersachsens war diese Entnahme trotzdem "nach dem Bundesnaturschutzgesetz vollumfänglich gedeckt".

"Die Herausgabe von Informationen wäre mit erheblichen Sicherheitsrisiken verbunden."

Pressesprecher Klaus Abelmann

Abschussgenehmigung für Burgdorfer Wolf: Region Hannover hält sich bedeckt

Aktuell gibt es von Seiten des Landes keine Abschussgenehmigungen, wie Manfred Böhling, Pressesprecher des niedersächsischen Umweltministeriums, auf CZ-Anfrage mitgeteilt hat. Allerdings dürfen auch die Landkreise eine solche „Ausnahmegenehmigung“, wie die Freigabe zur Tötung eines Wolfes offiziell heißt, erteilen. Gibt es für den Burgdorfer Rüden "GW950m", der auch das Pony "Dolly" auf dem Anwesen von Ursula von der Leyen in Beinhorn gerissen hat, eine Abschussgenehmigung der Region Hannover? Dazu schweigt die Behörde. "Zu möglichen Genehmigungen oder Ablehnungen des Abschusses von Wölfen erteilt die Region Hannover grundsätzlich keine Auskunft", sagt Pressesprecher Klaus Abelmann. "Die Herausgabe von Informationen wäre – wie auch immer die Entscheidung aussieht – mit erheblichen Sicherheitsrisiken verbunden." Die Behörde erwartet wohl sowohl von Wolfsfreunden als auch von -gegnern massiven Widerstand.

Untere Naturschutzbehörde kann Abschuss von Wölfen genehmigen

Zudem bleibt die rechtliche Frage. "Die Abschussgenehmigung, also die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung, liegt bei der Unteren Naturschutzbehörde", sagt Celles Kreissprecher Tore Harmening. "das Land kann diese Entscheidung aber an sich ziehen, wenn die Zuständigkeit bei mehreren Unteren Naturschutzbehörden liegt, weil das Revier des Wolfs sich über mehrere Landkreise erstreckt, was regelmäßig der Fall ist."

NLWKN gibt Wölfe zum Abschuss frei

Auch der Burgdorfer Rüde hat nachweislich schon in mehreren Landkreisen Nutztiere gerissen, so auch im Landkreis Celle. Die bisherigen Abschussgenehmigungen für dieses Tier und die Fähe (13. Oktober 2020 bis 31. März 2021 und 1. April 2021 bis 31. August 2021 beziehungsweise bis zum Abschuss eines anderen Tiers aus dem Rudel am 22. April 2021) hatte jeweils das NLKWN erteilt.