SVO legt Zahlen vor

Celler sparen zu wenig Gas

Im Kreis Celle wird nach wie vor zu viel Gas verbraucht. Das könnte daran liegen, dass die Preise "noch relativ moderat" seien, glaubt die SVO.

  • Von Simon Ziegler
  • 22. Okt. 2022 | 08:05 Uhr
  • 22. Okt. 2022
Die Heizsaison hat begonnen, im Kreis Celle muss mehr Gas gespart werden.
  • Von Simon Ziegler
  • 22. Okt. 2022 | 08:05 Uhr
  • 22. Okt. 2022
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Celle.

Beim Energiesparen liegt Celle deutlich unter dem von der Bundesregierung vorgegebenen Sparziel von 20 Prozent beim Gas. "Innerhalb der SVO-Gruppe konnten wir über viele der letzten Monate keine Reduzierung des Gasverbrauchs feststellen", sagt Unternehmenssprecherin Christiane Poestges auf Anfrage der CZ. Erst im September habe es in den Landkreisen Celle und Uelzen eine Trendwende gegeben. Im Vergleich zum September 2021 sei der Gasverbrauch um etwa 12 Prozent zurückgegangen. Haushalts- und kleinere Gewerbekunden hätten etwa sieben Prozent weniger Gas verbraucht, größere Kunden entsprechend mehr.

Zuletzt hatte der Energiedienstleister Enercity Zahlen für Hannover bekannt gegeben. Auch dort ist der Verbrauch zu hoch. In der Landeshauptstadt hieß es, dass der Gasverbrauch im September im Vergleich zum Vorjahresmonat nur um 7,6 Prozent gesunken sei. Im Unterschied zur SVO geht man bei Enercity davon aus, dass vor allem deshalb weniger Gas verbraucht wurde, weil es wärmer als im Vorjahr war. Wenn man diesen Effekt berücksichtigt, sei der Verbrauch sogar um 11,3 Prozent höher. Eine ähnliche Tendenz ergibt sich für den bisherigen Jahresverlauf. Absolut hat Enercity 14,1 Prozent weniger Gas abgesetzt, temperaturbereinigt ergibt sich aber ein Mehrabsatz von 3,5 Prozent.

Trend in ganz Deutschland

Der Trend in Celle und Hannover zeigt sich in ganz Deutschland. Die Menschen müssten ihren Verbrauch noch deutlich stärker einschränken, ist auch das zentrale Ergebnis einer umfassenden Energiestudie von 30 Forscherinnen und Forschern aus dem vom Bund geförderten Kopernikus-Projekt Ariadne, dessen Ergebnisse jetzt in Berlin veröffentlicht wurden. Sie fordern, dass der Gasverbrauch im Vergleich zu Vorkrisenzeiten sogar um 30 Prozent runter muss. Mit Einsparungen in dieser Größenordnung könne man nicht nur eine Gasmangellage mit Lieferunterbrechungen vermeiden. Damit könnten auch die Gaspreise und verbleibenden Importabhängigkeiten auf ein erträgliches Maß begrenzt werden. Kurzfristig sei Energiesparen der wichtigste Baustein, um Deutschlands Energiesouveränität sicherzustellen. Die Celler und Cellerinnen können ihren Beitrag leisten.

"Dass in unserem Versorgungsgebiet nun auch Energiesparbemühungen erkennbar sind, ist eine gute Entwicklung, auch wenn die Quoten bundesweit höher liegen", sagt Poestges. Nach Einschätzung der SVO sei der jetzt festgestellte Rückgang beim Gasverbrauch nicht auf die Witterung zurückzuführen, sondern sei "durch tatsächliches Einsparen begründet, hierzu zählt auch die Umstellung auf andere Energiearten", so die SVO-Sprecherin.

SVO-Geschäftsführer Holger Schwenke.

"SVO-Kunden zahlen relativ moderate Preise"

Insgesamt wird aber im Landkreis Celle nach wie vor zu wenig Gas gespart. „Wir können nur vermuten, dass dies daran liegt, dass viele der SVO-Kunden noch relativ moderate Preise zahlen", meint Holger Schwenke, Geschäftsführer der SVO Holding. "Sie profitieren von unserer vorausschauenden Einkaufspolitik. Die Preise und der Leidensdruck von Kunden in anderen Gebieten Deutschlands sind schon deutlich höher. Wichtig ist trotzdem, dass wir Abschaltungen von Industriebetrieben und auch die Füllung der Gasspeicher im nächsten Sommer unterstützen müssen. Daher sollten wir alle gemeinsam jede Möglichkeit nutzen, Strom und Gas zu sparen. Denn: Jede Kilowattstunde zählt“, appelliert Schwenke, bei den Einsparbemühungen die Schlagzahl zu erhöhen – zumal trotz Gaspreisdeckel klar sein dürfte, dass die Abschläge im kommenden Jahr deutlich steigen werden und Gas vermutlich nie wieder zu den Preisen vor Kriegsausbruch in der Ukraine am 24. Februar verkauft werden wird.