Statustreffen in Celle

Bündnis gegen Trassenneubau stellt sich auf

Wichtiger Termin in Celle: Zum Statustreffen Alpha E kommen Minister Althusmann und Bahn-Planer. Das Aktionsbündnis für Trassenneubau stellt sich neu.

  • Von Christopher Menge
  • 12. Sept. 2022 | 16:25 Uhr
  • 12. Sept. 2022
  • Von Christopher Menge
  • 12. Sept. 2022 | 16:25 Uhr
  • 12. Sept. 2022
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Celle.

Alpha-E: Was sollte es? Was wollte es? Wo stehen wir? Mit diesen Fragen hat Peter Dörsam, Sprecher des Projektbeirates, seinen Vortrag überschrieben, den er beim nicht-öffentlichen Statustreffen am Donnerstag in der Congress Union in Celle halten wird. Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hat sich angekündigt – und auch die Deutsche Bahn schickt einen Vertreter. Frank Arne Limprecht, Leiter Großprojekte bei der DB Netz AG Regionalbereich Nord, will über die nächsten Planungsschritte informieren. Begleitet wird die Veranstaltung vom Aktionsbündnis gegen Trassenneubau (AGT), das ab 12 Uhr auf dem Vorplatz der Congress Union Spalier stehen wird, um den Menschen aus der Heide eine Stimme zu geben.

Statustreffen Alpha E: Aktionsbündnis gegen Trassenneubau stellt sich auf

„Wir freuen uns über jede und jeden, die oder der teilnimmt oder uns anderweitig zur Seite steht“, sagt der neue AGT-Vorsitzende Mathias Ohlhoff, „denn nur mit der Hilfe der Bevölkerung können wir die drohende Katastrophe für unsere Heimat abwenden.“ Ohlhoff ist bei der Mitgliederversammlung im Landhotel Helms in Altensalzkoth einstimmig gewählt worden. Auch Landrat Axel Flader war anwesend.

Neubautrasse zwischen Hamburg und Hannover: Landräte wollen sich treffen

"Er bekräftigte die Unterstützung des AGT durch den Landkreis und kündigte an, sich nächstens mit anderen Landräten der betroffenen Region zusammenzusetzen, um ein geschlossenes Vorgehen gegen die Neubaupläne der Bahn von politischer Seite zu planen", berichtet Pressesprecher Sebastian Salie. Derzeit würden sich immer mehr Menschen dem Aktionsbündnis anschließen – aktuell vor allem aus der Gemeinde Hambühren. Das AGT zähle somit bereits über 1000 Mitglieder aus dem gesamten Raum zwischen zwischen Wietzendorf und Celle.

Neuer Vorstand beim Aktionsbündnis gegen Trassenneubau

Dem neuen Vorstand gehören neben Ohlhoff sein Stellvertreter Mathias Stelter aus Bokel und Christian Böker aus Bergen an, wobei der zuletzt genannte weiterhin als AGT-Vertreter im Projektbeirat fungiert. Die Mitgliederverwaltung übernimmt Anette Mayer aus Hoope. Sonja Gehrke aus Hambühren ist neue Kassenwartin, Frank-Hermann Otte aus Hustedt neuer Schriftführer, Sebastian Salie aus Waldhof Ansprechpartner der Mediengruppe und Frank Kramer aus Scheuen, Christian Krause aus Offen, Andreas Meyerhof aus Hambühren und Thomas Timme aus Hassel engagieren sich im Vorstand für den Bereich Aktionen, Demos und Veranstaltungen. Der bisherige Vorsitzende Jan-Hendrik Hohls aus Becklingen wird weiterhin im Vorstand bleiben und der Beirat, bestehend aus Hans-Dietrich Kuhlmann (Hagen), Karlheinz Krüger (Eversen) und Ross Pennington (Hassel), wird die Arbeit unterstützen.

Alpha E: Henning Otte lädt zu Treffen in Berlin ein

Das AGT freut sich über die Unterstützung aus der Politik. Nun hat der Celler Bundestagsabgeordnete Henning Otte (CDU) die Planungen der Deutschen Bahn zum Trassenneubau zwischen Hamburg und Hannover zum Anlass genommen, Kolleginnen und Kollegen aus der Ampel-Koalition aus dem Deutschen Bundestag zu einem gemeinsamen Treffen einzuladen. „Es ist mir ein wichtiges Anliegen, die eindeutige Stimmung gegen die Neubaupläne aus unserer Region nach Berlin zu transportieren", sagt Otte.

Deswegen habe er parteiübergreifend zu einem Treffen Mitte Oktober in Berlin mit Bundestagsmitgliedern aus der Region sowie den verkehrspolitischen Sprechern und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden eingeladen. "Hintergrund ist, dass eine Abkehr vom Beschluss der alten Bundesregierung droht", sagt Otte. Ein Neubau widerspräche den Zusicherungen von Bahn und Ministerium von 2015, dem Bundesverkehrswegeplan 2030 und dem Bürgerwillen der Region.

Alpha E: Otte nimmt Verkehrsminister Volker Wissing in die Pflicht

Wenn die Planer durch die Einberechnung unnötiger Maßnahmen den Bestandsausbau künstlich teurer rechnen und andererseits eine Neubaustrecke durch Weglassen von Kosten bei der dennoch notwendigen Sanierung der Bestandsstrecke und durch Streichen einer Güterverkehrsverbindung schön rechnen, könne man dies als versuchte Absicherung ihrer Neubaupläne ansehen. So schaffe man rechnerisch für einen Neubau ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) von über 1, während ein Bestandsaubau voraussichtlich bei nur 0,6 lande. Henning Otte betont jedoch, dass das NKV von mindestens 1,0 nur eine Vorgabe sei und nicht das einzige Kriterium bei Aus- und Neubauplanungen. "Diejenigen im Bundesverkehrsministerium, die behaupten, es gebe kein Ermessen für Projekte mit einem schlechteren Faktor, liegen nicht richtig", so Otte. "Der Bundesverkehrsminister Volker Wissing darf sich von der Deutschen Bahn nicht vorführen lassen. Vielmehr muss er als zuständiger Minister dem Deutschen Bundestag eine Vorlage zur Entscheidung vorlegen, die klar den Bestandsausbau beinhaltet."

Neubautrasse zwischen Bergen und Hasselhorst?

Die mögliche Neubautrasse, die zwischen Bergen und Hasselhorst entlang führen könnte, ist auch Thema der nächsten Sitzung der Einwohnervertretung des Gemeindefreien Bezirks Lohheide am Donnerstag, 15. September, 18 Uhr, im Bürgerzentrum „Alte Schule“, Schulweg 16, in Hasselhorst. Zuvor stehen wahrscheinlich auch ein paar Bürger aus Lohheide Spalier vor der Congress Union in Celle. Und dann geht es um die Frage: Alpha E: Was wird daraus?