Sportausschuss

Kreis Celle soll 300.000 Euro für Bäder geben

Das hat 30 Jahre lang nicht gegeben: Der Kreis Celle soll 300.000 Euro in Schwimmbäder investieren, hat der Sportausschuss empfohlen. Das sind die Gründe.

  • Von Carsten Richter
  • 17. Nov. 2022 | 17:55 Uhr
  • 17. Nov. 2022
Schwimmbäder wie das Freibad in Höfer sind auch soziale Einrichtungen.
  • Von Carsten Richter
  • 17. Nov. 2022 | 17:55 Uhr
  • 17. Nov. 2022
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Celle.

Mehrere Schwimmbäder im Kreis Celle haben angekündigt, in den Wintermonaten wegen der hohen Energiepreise nicht zu öffnen. In dieser schwierigen Situation sendet die Politik das Signal: Die Bäder werden nicht allein gelassen. Der Sportausschuss hat am Mittwoch den Antrag der "Gruppe für Fortschritt", die Schwimmbäder im Kreis mit 300.000 Euro für investive Maßnahmen zu unterstützen, einstimmig für den Haushalt 2023 empfohlen. Die Entscheidung trifft der Kreistag am 20. Dezember.

Die Zahl der Nichtschwimmer wächst.

Sportausschuss votiert einstimmig für Investitionen

"Damit ist gewährleistet, dass erstmals auch für Schwimmbäder Mittel durch den Landkreis zur Verfügung stehen. Insbesondere sollen regenerative und nachhaltige Maßnahmen gefördert werden", teilte Erhard Thölke (SPD), sportpolitischer Sprecher der Fortschrittsgruppe, mit. Zum Vergleich: In den vergangenen 30 Jahren habe der Kreis 485.000 Euro für Investitionen in Schwimmbäder gegeben, so Thölke auf CZ-Nachfrage, der froh ist über das einstimmige Votum.

"Ein Herz sieht den Bedarf bei den Schwimmbädern und anerkennt diesen. Das andere Herz hat stets die kritische Finanzlage im Auge."

Thomas Buchhold, Kreis-Sportdezernent

Hohe Investitionen in Schwimmbäder im Kreis Celle

Kreis-Sportdezernent Thomas Buchhold sagt, in seiner Brust schlügen zwei Herzen. "Ein Herz sieht den Bedarf bei den Schwimmbädern und anerkennt diesen. Das andere Herz hat stets die kritische Finanzlage im Auge, denn die Fördersumme ist über Kredite zu finanzieren. Gleichwohl ist es eine politische Entscheidung und der Sportausschuss hat sich gerade unter dem Aspekt des Ehrenamts und der Förderung von Schwimmanfängern einstimmig für diese Maßnahme ausgesprochen.“

Erhard Thölke (SPD).

Landkreis investiert trotz schwieriger Finanzlage

Dabei sind die 300.000 Euro noch nicht einmal alles. Weitere 200.000 Euro sollen als Soforthilfe für die Schwimmbäder bereitgestellt werden. "Diese Mittel werden durch Energieminderaufwendungen in 2022 als Rest in den Haushalt 2023 übertragen", teilt Kreissprecher Lukas Kloth mit.

"Die empfohlene Summe ist eine Errungenschaft für ländliche Bäder."

Erhard Thölke (SPD), sportpolitischer Sprecher

Ländliche Bäder werden unterstützt

Die empfohlene Summe sei eine "Errungenschaft für ländliche Bäder", so Thölke. So werden beispielsweise die Freibäder in Eschede und Höfer sowie das Waldbad Hohne-Spechtshorn von ehrenamtlichen Fördervereinen getragen. Thölke, der in Hohne Fördervereinsvorsitzender ist, hob Aspekte wie Schwimmunterricht und den sozialen Charakter der Einrichtungen hervor.

Viele Nichtschwimmer machen Politikern Sorgen

"Der Anteil der Nichtschwimmer ist deutlich gestiegen und viele Schwimmbadvereine sind am Limit", pflichtet ihm Hans-Georg Ratsch-Heitmann (CDU) bei. "Es sind freiwillige Leistungen, aber hier geht es um gesellschaftliche Aspekte", so der Abgeordnete.