Schutz vor Corona

Celler Kreistag räumt Lüftungs-Thema ab

Jetzt ist es amtlich: Der Celler Kreistag hat am Dienstag entschieden, wie es mit Lüftungsanlagen in den weiterführenden Schulen weitergeht.
  • Von Simon Ziegler
  • 05. Juli 2022 | 19:05 Uhr
  • 05. Juli 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 05. Juli 2022 | 19:05 Uhr
  • 05. Juli 2022
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Celle.

Der Celler Kreistag hat am Dienstag einen Strich unter die monatelangen Debatten um Filter-Anlagen in weiterführenden Schulen gezogen. Das Gremium entschied mit großer Mehrheit, dass in Neubauten und in Schulgebäuden, die aufwendig saniert werden, sogenannte raumlufttechnische Anlagen (RLT) eingebaut werden. In Bestandsbauten soll zunächst nichts passieren, das Thema Mobile Filter ist vom Tisch. Für die allermeisten Schüler im Kreis Celle wird sich, was Schutz vor Corona angeht, also erstmal nichts ändern.

Kreistag "feiert" Kompromiss

Trotzdem war sich der Kreistag weitgehend einig. Immer wieder war von einem Kompromiss die Rede, den man gefunden habe. "Wichtig ist, das Projekt endlich anzufassen", sagte Walter-Christoph Buhr (FDP). Die Entscheidung sei "ein erster Schritt", ergänzte Ulrich Kaiser (WG). "Das ist ein guter Weg, der hier beginnt und nicht endet." Dabei schwingt mit, dass sich künftig auch in den Altbauten etwas tun könnte. Kirsten Lühmann (SPD) argumentierte, dass RLT-Anlagen nicht nur Viren herausfiltern, sondern auch – Pandemie hin oder her – für mehr Gesundheit bei Kindern sorgen würden. Reinhard Rohde (Linke) verwies auf das Umweltbundesamt, das die RLT-Anlagen für die richtige Lösung hält.

Viel Lob für die CDU

Viel Lob bekam die CDU für ihren Vorstoß, dass die raumlufttechnischen Anlagen mit Photovoltaik betrieben werden sollen. Im Klartext: Dass auf jede neue Schule Solarzellen aufs Dach kommen – was Gerald Sommer (Grüne) zum Anlass für eine bissige Bemerkung nahm: "Wir freuen uns unheimlich über die Lernfähigkeit der CDU-Fraktion", stichelte Sommer, schließlich fordert seine Fraktion mehr Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden seit Jahren.

AfD: "Geld wird zum Fenster rausgeschmissen"

Widerspruch äußerte die AfD. Aus Angst vor negativer Presse würde der Kreistag "Millionen von Euro zum Fenster" rausschmeißen, sagte Dennis Jahn. Dabei sei das Fenster-Lüften sinnvoller und koste nichts.

Mobile Filter umstritten

Bei raumlufttechnischen Anlagen mit Wärmerückgewinnung handelt es sich grob gesagt darum, dass in die Außenwände zwei Löcher gebohrt werden. Es werden Vorrichtungen geschaffen, durch die frische Luft in die Räume kommt und die verbrauchte Luft nach außen abgeführt wird. Die Mehrheitsgruppe hatte ursprünglich gefordert, dass für alle weiterführenden Schulen mobile Raumfilter angeschafft werden. Die Anlagen sind aber umstritten. Sie kosteten viel Geld, seien laut und würden das Lüften nicht ersetzen, heißt es.

RLT-Anlage kostet 27.000 Euro pro Raum

Kreisrat Frank Reimchen erklärte, dass eine RLT-Anlage pro Raum rund 27.000 Euro koste. Laut Beschluss sollen in Neubauten "alle stark belegten Räume" mit dem System ausgestattet werden.

Zwei neue Dezernenten

Wiebke Wietschel (54) und Thomas Buchhold (35) sind die neuen Dezernenten in der Kreisverwaltung. Der Kreistag stimmte erwartungsgemäß für die beiden Juristen. Wietschel wird Nachfolgerin von Dagmar Wiese-Cordes im Dezernat II (mit Sozial- und Jugendamt), Buchhold übernimmt den Chefposten von Frank Reimchen im Dezernat IV (unter anderem Gesundheitsamt), der wiederum im Dezernat I (Finanzen) auf Michael Cordioli folgt, der in den Ruhestand verabschiedet wurde. Die Dezernenten-Riege wird komplettiert durch den langjährigen Chef im Dezernat III (Umwelt), Gerald Höhl.