Rekordtemperaturen

Nach der Hitze ist vor der Hitze

40,4 Grad Celsius war es am 20. Juli bei Gut Sunder bei Meißendorf heiß - der Spitzenwert für den Landkreis Celle in diesem Sommer und weit darüber hinaus.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 06. Aug. 2022 | 14:14 Uhr
  • 06. Aug. 2022
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  • 06. Aug. 2022 | 14:14 Uhr
  • 06. Aug. 2022
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Celle.

Schauer und Gewitter vertrieben am Freitag die heiße Luft aus Norddeutschland. Jetzt ist Durchatmen und Durchlüften angesagt. Doch der Hochsommer bleibt in Lauerstellung. Denn schon in der kommenden Woche bahnt sich unter dem Einfluss eines stabilen Hochs eine neue Hitzewelle an. Bis zum Sonntag, 7. August, bewegen wir uns noch im sehr angenehmen Bereich von maximal 21 bis 23 Grad. Nach Abzug des zeitweise kräftigen Regens gab es am Freitag nur wenig Sonnenschein, am Wochenende war aber deutlich mehr davon zu erwarten. Anfang der neuen Woche steigen die Temperaturen schon wieder an – über 25 Grad am Montag auf bis zu 30 Grad zur Wochenmitte.

Nächte versprechen Erfrischung

Auf einem ähnlichen Niveau geht’s dann voraussichtlich bis zum folgenden Wochenende weiter. Dazu brennt die Sonne von einem maximal leicht bewölkten Himmel. Immerhin versprechen die Nächte mit Tiefstwerten von 14 bis 17 Grad ein wenig Erfrischung. Regen ist nicht in Sicht, sodass die Dürre in die Verlängerung geht. Mitte August wird es dann spannend. Entweder kann sich ein Tief aus Westen mit Regen und kühlerer Luft gegen den Hochdruckblock über dem Kontinent durchsetzen oder wir erleben eine Hitzewelle "open end".

Celle lag bei 39,2 Grad

Der Rückblick: Statt regelmäßiger Niederschläge und teils heftiger Gewitter mit Starkregen wie im vergangenen Jahr sorgte der so genannte „Heumonat“ mit verbreitet spärlichen Niederschlägen diesmal für eine weitere Zuspitzung der Dürre- und Waldbrandsituation. Wiederholte Heißluftschübe aus Spanien brachten so manchen Kreislauf ins Wanken. Besonders vom 17. bis 20. Juli, als eine mächtige Hitzewelle das nordöstliche Niedersachsen erstmals mit Temperaturen bis 40 Grad erfasste – vereinzelt auch noch darüber. So registrierte die Wetterstation Gut Sunder bei Winsen am 20. Juli einen Höchstwert von 40,4 Grad, die Messstelle des Umweltbundesamtes in Waldhof (Südkreis Uelzen) schier unglaubliche 40,7 Grad. Dabei wurden die alten Bestmarken aus den Jahren 1992, 2015 oder 2019 flächendeckend teils deutlich überboten – in Wendisch Evern bei Lüneburg (Maximum 39,9 Grad) um sage und schreibe 2,3 Grad, in Celle (bisher 37,5 Grad/9. August 1992) und Faßberg (bisher 38,3 Grad/9. August 1992) „nur“ um 1,7 beziehungsweise 0,7 Grad.

Luftfeuchtigkeit gering wie nie

Gleichzeitig sank die relative Luftfeuchtigkeit am 19. und 20. Juli, den beiden „Wüstentagen“ (mindestens 35 Grad), auf einen noch nie da gewesenen Tiefstwert von 16 bis 18 Prozent. In Verbindung mit dem glutheißen Wind dürfte sich die Verdunstung an beiden Tagen der Zehn-Millimetermarke genähert haben – wenn genügend Feuchtigkeit vorhanden gewesen wäre. Andererseits führten durchziehende Gewitterfronten rückseitig immer wieder kühle Meeresluft heran, die sich besonders in den Nächten mit teilweise sehr tiefen Temperaturen im einstelligen Bereich bemerkbar machten. Insgesamt war der Juli im Celler Land nur wenig wärmer und sonniger als normal, aber allenthalben erheblich zu trocken.

Von Reinhard Zakrzewski