Neubaustrecke

So soll Bahntrasse durch den Landkreis Celle verlaufen

Die Bahn hat die detaillierten Pläne für den Verlauf der Bahntrasse durch den Landkreis Celle vorgestellt. Darum sollen bei Bergen vier Gleise verlegt werden.

  • Von Christopher Menge
  • 02. Dez. 2022 | 10:34 Uhr
  • 02. Dez. 2022
Der Erhalt des Gedenkortes "Waggon" ist von besonderer Bedeutung. Die Bahn hat da besondere Pläne.
  • Von Christopher Menge
  • 02. Dez. 2022 | 10:34 Uhr
  • 02. Dez. 2022
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Die Bahn plant, dass eine mögliche Neubaustrecke über eine Brücke zwischen dem Mahnmal sowie der Verladerampe und dem Gedenkort "Waggon" verläuft. Sowohl militärische Fahrzeuge als auch Fußgänger sollen die Brücke unterhalb passieren können.
Celle.

Im August hat Michael Theurer, der Beauftragte der Bundesregierung für den Schienenverkehr, an der Rampe in Bergen ein Versprechen abgegeben. "Eine Überbauung oder Beschädigung des Gedenkortes kann und wird es nicht geben", sagte der Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium. "Das kann ich verbindlich erklären, darüber wird es auch keine Diskussion geben." Inzwischen hat sein Chef, Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) erklärt, dass es keine Lösung gegen den Willen der Bevölkerung geben werde. Nichtsdestotrotz: Die Planer der Deutschen Bahn halten eine Neubaustrecke durch den Landkreis Celle für die beste Lösung. Nur diese Variante würde alle Kriterien erfüllen.

Alpha E: Wiswe, Nigge und Co. wenden sich an Verkehrsminister Wissing

Landrat Axel Flader und mehrere Bürgermeister hatten am Mittwoch die Planungswerkstatt der Deutschen Bahn im Ralveshof in Klein Hehlen verlassen. Sie warfen der Bahn fehlende Transparenz vor. Nun wollen Flader und Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge in Abstimmung mit den übrigen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern einen Brief an Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) und Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) verfassen, in dem sie ihre Bedenken zum Ausdruck bringen. „Wir möchten konstruktiv an einer Lösung mitarbeiten, aber wir benötigen dafür alle Fakten und das sichere Wissen, dass unsere Argumente in diesem Verfahren auch berücksichtigt werden“, sagt die Bürgermeisterin der Gemeinde Südheide, Katharina Ebeling.

„Wir möchten konstruktiv an einer Lösung mitarbeiten, aber wir benötigen dafür alle Fakten und das sichere Wissen, dass unsere Argumente in diesem Verfahren auch berücksichtigt werden.“

Katharina Ebeling, Bürgermeisterin der Gemeinde Südheide

Bei der Planungswerkstatt der Deutschen Bahn hatten die Planer auch über den möglichen Verlauf der Neubaustrecke im Bereich der Stadt Bergen informiert. Für den Bereich der Stadt Celle waren die Pläne bereits im September veröffentlicht worden.

Die Strecke verläuft parallel zur Bundesstraße 3 und wird in Höhe Becklingen-Bahnhof mit der OHE-Strecke zusammengeführt. Häuser müssten nicht weichen, aber an einem Haus würde die Strecke nur in einem Abstand von 12 bis 14 Metern vorbeiführen, so die Planer auf Nachfrage. Hinter Wardböhmen knickt die OHE-Strecke dann parallel zur B3 Richtung Bergen ab, während die Neubaustrecke die Bundestraße kurz vor Bleckmar kreuzt. Der gesetzlich vorgegebene Abstand von Bahnstrecken zu Truppenübungsplätzen sei in der Folge berücksichtigt worden, so ein Bahn-Mitarbeiter.

Bahn-Neubaustrecke: Hasselhorst soll keine Insel werden

Dann führt sie zwischen Bergen und Hasselhorst entlang. Insbesondere die beiden Vertreter des Gemeindefreien Bezirks Lohheide, Sven Marc Rosebrock und Dennis Köster, informierten sich intensiv über den Verlauf der möglichen Neubaustrecke. Diese lehnen sie zwar ab, aber man wisse ja nicht, was komme. Hasselhorst wird keine Insel, die Straßen bleiben erhalten, versprachen die Planer. Drei Bauwerke – vermutlich Brücken – sind für den Bereich zwischen Bergen und Hasselhorst eingeplant. Und vier Gleise, was laut Bahn eine Breite von 28 Metern ausmacht. Nur so könne man Bergen an den Nahverkehr anschließen, sagen die Bahn-Planer. Ob Bergen tatsächlich einen Bahnhof bekommt, hängt aber von den Planungen des Landes Niedersachsen ab. Heißt wohl: Die Bahn legt die beiden zusätzlichen Gleise hin, die Bahnsteige müsste jemand anders finanzieren.

Bahnbrücke an der Rampe zwischen Waggon und Mahnmal

Der Verlauf der Strecke führt dann über die Landesstraße 298, die Bergen und Belsen verbindet. Die Straßenführung müsste verlegt werden, so die Planer. Die Eisenbahnbrücke würde dann die Auffahrt/den Parkplatz der Rampe in Höhe des Knicks schneiden – also zwischen Verladerampe und Waggon auf der einen Seite und dem Mahnmal zur Verladerampe auf der anderen Seite. Den Abstand zwischen dem Gedenkort "Waggon" geben die Planer mit rund 500 Metern an. Sowohl Panzer und andere (militärische) Fahrzeuge als auch Fußgänger sollen die Bahntrasse unterhalb der Brücke passieren können.

Die Strecke führt dann westlich an Offen vorbei und kreuzt erneut die B3. Nordöstlich von Hassel soll die Trasse die Kreisstraße 24 schneiden. In Höhe von Feuerschützenbostel soll ein Überholbahnhof mit einer Nutzlänge von 740 Metern gebaut werden. Westlich von Hustedt führt die Strecke dann über die Wittbecker Straße, wo ein Überwerfungsbauwerk geplant ist. Das kann eine Brücke, eine Unterführung oder auch ein Tunnel sein.

Umfahrung des Celler Bahnhofs geplant

In diesem Bereich teilt sich die Strecke. Zwei Gleise führen über die Landesstraße 240, zwischen Scheuen und Groß Hehlen vorbei. Hinter dem Hof Tannholz ist die Einbindung in die Bestandsstrecke Uelzen–Celle geplant. Die zwei anderen Gleise bilden die Westumfahrung des Bahnhofs Celle. Die Strecke führt direkt durch das Naturschutzgebiet Entenfang, westlich vorbei an Boye, über die Landesstraße 180, die Aller und die Bundesstraße 214. Der weitere Verlauf ist westlich vorbei an Wietzenbruch über die Landesstraße 310. Außerhalb des Landkreises Celle, nämlich in der Gemeinde Burgwedel, erfolgt die Einbindung auf die Bestandsstrecke Celle–Hannover. Falls sich der Bundestag für diese Variante entscheidet.