Landtagswahl

Claas Osterloh lebt seine Energie-Ziele vor

Claas Osterloh ist mit 24 Jahren schon gut in der Politik vernetzt, Das will der Celler Landtagskandidat der Freien Wähler für den Wahlkreis Bergen erreichen.

  • Von Carsten Richter
  • 23. Sept. 2022 | 09:18 Uhr
  • 23. Sept. 2022
  • Von Carsten Richter
  • 23. Sept. 2022 | 09:18 Uhr
  • 23. Sept. 2022
Anzeige
Celle.

Für Claas Osterloh müsste der Tag mehr als 24 Stunden haben. Sein Leben dreht sich mittlerweile fast ausschließlich um Politik. Seit November 2021 arbeitet der Celler als persönlicher Referent für Stephan Wefelscheid, parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion der Freien Wähler in Rheinland-Pfalz. Sein Bachelor-Studium der Politikwissenschaften steht vor dem Abschluss, für den Masterstudiengang ist er bereits angemeldet. Und nicht zu vergessen sein Engagement bei den Jungen Freien Wählern auf kommunaler, Landes- und Bundesebene.

Celler Claas Osterloh will für Freie Wähler in den Landtag

Wie er es schafft, alles unter einen Hut zu bringen? "Homeoffice kommt mir da sehr entgegen", meint der 24-Jährige, der fast alle Arbeiten zu Hause in Altenhagen erledigen kann. "Und ich bin super flexibel. So schaffe ich nebenbei auch die Parteiarbeit." Nun wagt Osterloh den nächsten Schritt: Für den Wahlkreis Bergen will er in den Landtag seines Heimatbundeslandes einziehen. Beim Platz 19 von 22 auf der Landesliste müsste er dafür allerdings schon das Direktmandat gewinnen.

Energie ist inhaltlicher Schwerpunkt von Claas Osterloh

Sein inhaltlicher Schwerpunkt ist das Thema dieser Zeit: Wie lässt sich Energie am sinnvollsten einsparen? "Energiespeicher und intelligente Netze sind ein Thema, an dem ich arbeite. Wir erleben hier einen ganz großen Handlungsdruck. Wir brauchen dezentrale Energiespeicher. Da hätte schon vor Jahren mehr passieren müssen", sagt Osterloh. Positiv bewertet er Modelle wie die Energiegenossenschaft Ahnsbeck und geplante vergleichbare Projekte im Südkreis. "Am Ende profitieren davon alle."

Das will Osterloh beim öffentlichen Nahverkehr ändern

Der öffentliche Nahverkehr ist ein weiterer Bereich. "Das Neun-Euro-Ticket hat auf dem Land nichts gebracht. Hier gibt es eine viel zu geringe Taktung. Wir brauchen einen flexiblen und besser aufeinander abgestimmten Service mit Mitnahmemöglichkeiten für Fahrräder sowie mehr Carsharing-Angebote und Stromtankstellen. Nur so lässt sich der Bedarf am eigenen Benziner verringern", sagt Osterloh.

Diese politischen Ämter hat Claas Osterloh schon

Bereits mit 14 Jahren ist er den Freien Wählern beigetreten. Durch ein Praktikum während des Studiums ist er mit dem Landtag in Mainz in Kontakt gekommen und hat gemerkt: Hier kann er etwas bewegen. "Damit möchte ich auch andere junge Menschen motivieren, in die Politik zu gehen", sagt Osterloh. Bei den Jungen Freien Wählern hat es der 24-Jährige auf Landesebene bis an die Spitze der Nachwuchsorganisation geschafft, im Bund ist er stellvertretender Vorsitzender, zudem jugendpolitischer Vertreter der Wählergemeinschaften im Landkreis Celle.

Claas Osterloh privat fast nur mit Bahn und Fahrrad unterwegs

Seine politischen Ziele lebt er vor. "Ich fliege schon seit Jahren nicht mehr und bin fast ausschließlich mit Bahn und Fahrrad unterwegs", erzählt er. In Altenhagen wohnt er mit seiner Freundin auf einem landwirtschaftlichen Betrieb zur Miete, etwa 300 Meter von seinem Elternhaus entfernt. Geheizt wird mit Hackschnitzeln, die Beleuchtung im Haus ist auf LED-Technik umgestellt. Die Themen, die ihn interessieren, will er nun vom Land mit in den Landtag nehmen.

 

 

Fünf Fragen an ...

... Claas Osterloh.

 

Soll angesichts der Energiekrise Fracking oder der Bau von Windenergieanlagen stärker verfolgt werden?

Wir müssen unbedingt den Ausbau regenerativer Energieträger, auch der Windkraft, voranbringen, allerdings gepaart mit dem Ausbau von Energiespeichern sowie einer intelligenten Netzinfrastruktur, um die Schwankungen der Stromerzeugung auszugleichen. Auch die Erzeugung von Wasserstoff ist hier ein wichtiger Aspekt. Fracking lehne ich aufgrund der zu beobachtenden schweren Umweltschäden ab.

Wie wollen Sie dem Problem begegnen, dass es zu wenige Lehrende, Erziehende und zu wenige Pflegende im Land gibt?

Diesen Berufen muss eine größere Wertschätzung entgegengebracht werden, insbesondere im erzieherischen Bereich und in der Pflege muss sich die Bezahlung verbessern.

Was ist wichtiger: Bau von Ortsumgehungsstraßen oder Ausbau des Radnetzes?

Das ist situationsabhängig, beides ist wichtig um die städtische Infrastruktur zu entlasten und Verkehr aus den Innenstädten abzuziehen.

Wie wollen Sie das Busfahren attraktiver machen?

Es braucht eine besser abgestimmte und dichtere Taktung, zudem müssen günstige Ticketoptionen wie ein generelles 365-Euro-Ticket her. Außerdem müssen die Verkehrsmittel besser ineinander greifen, etwa eine günstige Fahrradmitnahme kann für den ländlichen Raum große Chancen bieten.

Mit welcher Partei oder welcher Gruppierung würden Sie am liebsten regieren?

Als Sachpolitiker kann ich grundsätzlich mit jeder demokratischen Partei zusammenarbeiten, am ehesten aber wohl mit der SPD.