Landtagswahl

Brockmann hat gute Chance im zweiten Anlauf

Mit Platz drei auf der Liste hat Jens-Christoph Brockmann gute Chance bei der Landtagswahl gewählt zu werden. Das sind die Ziele des Celler AfD-Kandidaten.

  • Von Carsten Richter
  • 23. Sept. 2022 | 09:35 Uhr
  • 23. Sept. 2022
  • Von Carsten Richter
  • 23. Sept. 2022 | 09:35 Uhr
  • 23. Sept. 2022
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Celle.

„Politik ist Marathon, kein Sprint“: In dieser Hinsicht hält es Jens-Christoph Brockmann mit dem früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach. Vor der Bundestagswahl 2021 gab Bosbach Kanzlerkandidat Armin Laschet diesen Ratschlag mit den Weg. So sieht das auch Brockmann mit Blick auf seine Kandidatur für den niedersächsischen Landtag. „Man gewinnt an Bekanntheit“, meint er.

Jens-Christoph Brockmann will es noch mal wissen

2017 hatte der gebürtige Celler den ersten Anlauf unternommen, für die AfD im Wahlkreis Bergen in das Parlament einzuziehen. Dafür hat es nicht gereicht. Allerdings hatten die Rechtspopulisten im Kreis Celle besonders stark abgeschnitten. Brockmann erreichte bei der Direktwahl das drittbeste Ergebnis in seinem Wahlkreis. Am 9. Oktober will es der 35-Jährige noch einmal wissen. Diesmal stehen seine Chancen gut, über die Liste in den Landtag gewählt zu werden – dort bekleidet er den aussichtsreichen dritten Platz.

35-jähriger AfD-Kandidat will in den Landtag

Brockmann ist in Oldendorf aufgewachsen, derzeit lebt er in Unterlüß. Im Celler AfD-Kreisverband ist Brockmann seit der Gründung 2013 aktiv. Nachdem die Partei bei der Kommunalwahl 2016 in den Kreistag eingezogen war, übernahm Brockmann den Fraktionsvorsitz – das Amt führt er nach wie vor. Neu hinzugekommen ist in diesem Jahr der Celler Kreisvorsitz. Bei der Wahl im April löste er den langjährigen Amtsinhaber Thomas Ehrhorn ab, der nicht noch einmal angetreten war. Brockmann und Ehrhorn sind enge Vertraute. Brockmann arbeitet als Büroleiter des Celler Bundestagsabgeordneten. Auch auf Landesebene hat Brockmann Gewicht: Als Wahlkampfkoordinator gehört er zum festen Team um Spitzenkandidat Stefan Marzischewski-Drewes.

Zweiter Versuch für Kandidat im Wahlkreis Bergen

Medien- und Bildungspolitik sind Brockmanns Schwerpunktthemen. Scharf kritisiert er den Rundfunkbeitrag zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medienanstalten. „Warum muss die Bundesliga in ARD und ZDF laufen? Das würde auch alles privatwirtschaftlich gehen“, sagt Brockmann.

Jens-Christoph Brockmann will Handwerk stärken

Im Bildungsbereich macht er sich – neben dem Erhalt der Förderschulen und des dreigliedrigen Schulsystems – für die Stärkung von Ausbildungs- und Handwerksberufen stark. „Die Gesellschaft braucht Germanisten und Philosophen, aber das ist alles eine Frage der Quantität.“

Celler AfD-Kandidat für Weiterbetrieb von Kernkraftwerken

Das Thema dieser Zeit sind die steigenden Preise und die Energieversorgung. „Ein längerer Ausfall wäre eine Katastrophe. Das macht mir Sorgen“, sagt Brockmann. Die Energiepolitik der Grünen sei nicht zu Ende gedacht. Wind und Sonne seien nicht ständig verfügbar, zudem sei der Flächenverbrauch durch neue Solar- und Windparks immens. „Dort wo es Sinn ergibt, bin ich dafür“, betont Brockmann. Aber: „Ich bin mir nicht sicher, ob wir nicht in einem Jahr über neue Kernkraftwerke reden. Die Herausforderungen steigen mit jedem Kraftwerk, das vom Netz geht.“ Hallenbäder zu schließen und gleichzeitig Kraftwerke abzuschalten, das passt für ihn nicht zusammen.

Fünf Fragen an ...

... Jens-Christoph Brockmann.

 

Soll angesichts der Energiekrise Fracking oder der Bau von Windenergieanlagen stärker verfolgt werden?

Weder noch, wir sollten zum bewährten Energiemix inklusive Nutzung der Kernenergie
zurückkehren.

Wie wollen Sie dem Problem begegnen, dass es zu wenige Lehrende, Erziehende und zu wenige Pflegende im Land gibt?

Es gibt in Deutschland noch Millionen erwerbsfähige Menschen, die aktiviert werden müssen, um Lücken in der Versorgung mit Arbeitskräften zu schließen. Bei Lehrern sollte man verstärkt Quereinsteigern die Möglichkeit geben in den Lehrerberuf zu wechseln. Bei Erziehern müssen die Ausbildungsbedingungen verbessert werden.

Was ist wichtiger: Bau von Ortsumgehungsstraßen oder Ausbau des Radnetzes?

Beides ist wichtig, aber Ortsumgehungen können für die Lebensqualität in Ortschaften entscheidend sein und sind daher prioritär.

Wie wollen Sie das Busfahren attraktiver machen?

Ich glaube, das ist nicht möglich. Bus fahren wird der individuellen Mobilität immer unterlegen sein. Dies verstärkt sich sogar noch, sobald selbstfahrende Autos
verfügbar sind.

Mit welcher Partei oder welcher Gruppierung würden Sie am liebsten regieren?

Mit der FDP, weil diese immer umkippt und tut, was der Koalitionspartner, der in diesem Fall ja wir wären, will. So könnten wir unser gutes Programm komplett umsetzen.