Landkreis gibt Zuschuss

Mit Lebendfallen Nutria und Co. bekämpfen

Waschbären, Nutrias und Co. vermehren sich auch im Kreis Celle. Jäger bekommen nun einen Zuschuss für Fallen. Darum ist die Bekämpfung so wichtig.
  • Von Carsten Richter
  • 02. Aug. 2022 | 14:00 Uhr
  • 02. Aug. 2022
  • Von Carsten Richter
  • 02. Aug. 2022 | 14:00 Uhr
  • 02. Aug. 2022
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Celle.

Optimale Lebensbedingungen, hohe Anpassungsfähigkeit und keine natürlichen Feinde: Diese Eigenschaften führen dazu, dass sich Tierarten, die zuvor nicht heimisch waren, sogenannte Neozoen, immer weiter ausbreiten. Der Waschbär beispielsweise sucht sich Bodenbrüter als Beute. Um gefährdete Arten in Naturschutz-, FFH- und Vogelschutzgebieten zu schützen, hat der Landkreis Celle der Kreisjägerschaft einmalig 20.000 Euro zweckgebunden für den Kauf von Lebendfallen zur Verfügung gestellt. Damit sollen vornehmlich invasive gebietsfremde Prädatoren wie Waschbär, Marderhund, Mink und Nutria gefangen und anschließend getötet werden.

Kreis Celle unterstützt Jäger mit Lebendfallen

"Die Jägerschaft übernimmt die Beschaffung und stellt die bestimmungsgemäße Verwendung sicher", teilt Heinrich Matthies, Vorsitzender der Jägerschaft, mit. "Die Jagdausübungsberechtigten übernehmen je nach Fallentyp einen Kostenanteil von 40 beziehungsweise 20 Prozent und führen die zeitaufwendige Fallenjagd unter Beachtung naturschutz-, artenschutz-, jagd- und tierschutzrechtlicher Vorgaben verantwortlich durch. Jährlich wird der Fangerfolg der Jagd- und der Naturschutzbehörde mitgeteilt", so Matthies. Die ersten Lebendfallen wurden nun an die Revierinhaber übergeben.

Nutrias, Waschbären und Co. sorgen für Probleme

"Nutrias vermehren sich exponentiell im Landkreis Celle, beim Marderhund gibt es innerhalb des Landkreises Celle Unterschiede, aber auch hier ist ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen", sagte Matthies auf CZ-Nachfrage. Während es Waschbären auf Rebhühner und Fasane abgesehen haben, sind Nutria Pflanzenfresser, die Uferbereiche unterwühlen. Matthies spricht diesbezüglich auch auf Probleme für die Agrarwirtschaft an. Der Einsatz von Fallen sei ein effizientes Mittel.

Das sagt der Celler Kreisjägermeister

Celles Kreisjägermeister Helge John kennt die Jagdstrecken der vergangenen Jahre. Bei den Waschbären ist die Zahl der erlegten Tiere stetig angestiegen. Bei Marderhund und Nutria ist ein Rückgang festzustellen. John geht dennoch von einer weiter ansteigenden Population aus und führt andere Gründe wie Frostempfindlichkeit als Gründe für den vorübergehenden Rückgang an.