Krisenstab gebildet

Hohe Energiekosten: Entlastungen für Celler?

Die SPD fordert die Kreisverwaltung mit Blick auf eine mögliche Energieknappheit zum Handeln auf und spricht Entlastungen für die Bürger im Landkreis Celle an.
  • Von Christopher Menge
  • 05. Aug. 2022 | 16:55 Uhr
  • 05. Aug. 2022
  • Von Christopher Menge
  • 05. Aug. 2022 | 16:55 Uhr
  • 05. Aug. 2022
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Celle.

Unzufrieden ist die SPD mit der Antwort der Kreisverwaltung auf die Anfrage des Kreistagsvorsitzenden Dirk-Ulrich Mende zur Lage der Energieversorgung im Landkreis Celle. „In der Antwort ist sehr breit dargestellt worden, was Bund und Land tun – das war allerdings nicht unser Ziel“, kritisiert der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Celle, Maximilian Schmidt. „Zum Landkreis selbst war die Antwort nur: Der Krisenstab des Landkreises Celle ist eingerichtet, jedoch bislang nicht aktiv.“ Da müsse sich zügig etwas tun. „Wir wollen eine klare Energie-Planung für unseren Landkreis“, so Schmidt. Dringend gebraucht werde vor allem ein direkter Austausch des Krisenstabs mit den von möglichen Energierationierungen zu allererst direkt betroffenen Betrieben im Celler Land.

Entlastung für SVO- und Stadtwerke-Kunden?

„Zweitens müssen wir auch ernsthaft darüber sprechen, welche Maßnahmen im Bereich der Entlastung der Bürgerinnen und Bürger bei den Energiekosten auch im Landkreis möglich sind, hier müssen wir unsere Mitgestaltungsmöglichkeiten über die Beteiligungen an SVO und Stadtwerken nutzen“, sagt Schmidt. Die SPD erwartet eine kreisweite, gemeinsame Kraftanstrengung, um mehr für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung zu tun.

Mende fragt: Wer gehört zum Krisenstab?

„Wir wünschen uns hier mehr Engagement – wir müssen uns jetzt intensiv auf die kommenden Monate vorbereiten“, sagt Mende, der kritisiert, dass nicht mitgeteilt worden sei, wer dem Krisenstab angehört. „Ich fühle mich nicht ernst genommen, wenn der Landrat so auf eine Anfrage reagiert. Wir stehen vor einer Herausforderung, wie wir sie noch nicht hatten“, so der Kreistagsvorsitzende. „Da erwarte ich, dass der Landkreis alle denkbaren Szenarien vorausschauend für seinen Bereich bearbeitet und plant, in enger Abstimmung mit seinen Einrichtungen kommuniziert und nicht darauf wartet, dass der Kontakt erst ,bei Bedarf‘ aufgenommen wird.“ Schon jetzt gebe es Fragen, zum Beispiel ob Temperaturen weiter abgesenkt werden (können).

Celler Kreisverwaltung will Energieverbrauch senken

„Es ist bedauerlich, dass trotz des Antwortschreibens an Herrn Mende der Eindruck bei ihm und Herrn Schmidt entstanden ist, dass die Kreisverwaltung bisher nicht genug für den Fall einer Energieknappheit getan hat“, entgegnet der Erste Kreisrat Gerald Höhl. „Zum einen wurden Maßnahmen ergriffen beziehungsweise geplant, um den eigenen Energieverbrauch zu senken.“ Der Energieverbrauch sei noch mehr als bisher auf den Prüfstand gestellt worden, technische Lösungen wurden eingesetzt, um den Verbrauch zu senken.

Notfall-Gasplan: Wer bekommt wieviel Gas im Landkreis Celle?

Des Weiteren sei die Kreisverwaltung mit der IHK, dem AKH und insbesondere mit dem Energieversorger im Gespräch. „Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht der Landkreis Celle, sondern die Bundesnetzagentur aufgrund des ,Notfallplan-Gas‘ im Rahmen des Energiesicherungsgesetzes in enger Abstimmung mit den Netzbetreibern festlegt, wer wieviel Gas im Notfall erhält“, sagt Höhl. Er gehe davon aus, dass Kreistag und Kreisverwaltung „auch dieses Mal gemeinsam die anstehenden Herausforderungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten erfolgreich meistern werden“.