"Klassisch"-Tarif

Ab November: SVO-Gaspreis steigt deutlich

Gaskunden müssen ab November tief in die Tasche greifen: Die SVO verdoppelt die Preise im "Klassisch"-Tarif. Bei Celles Stadtwerken wird's im Oktober teurer.

  • Von Marius Klingemann
  • 09. Sept. 2022 | 19:02 Uhr
  • 16. Sept. 2022
  • Von Marius Klingemann
  • 09. Sept. 2022 | 19:02 Uhr
  • 16. Sept. 2022
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Celle.

"Damit wir uns das Heizen noch leisten können, bleibt im Winter wohl erstmal die Heizung aus und wird wenn nur noch auf 2 gestellt": SVO-Kunde Christian Klück zeigt sich angesichts, des Gas-Aufpreises, dem ihm der Energieversorger nun mitgeteilt hat, konsterniert. Statt 5,88 soll der Eicklinger bald 14,53 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde (kWh) bezahlen. "Warm anziehen" müsse man sich da wohl, schreibt er der CZ.

Zu erwähnen ist dabei, dass Klück, dessen Änderung zu Oktober greift, nicht Kunde im SVO-Basistarif "Erdgas Klassisch", sondern in der "Natürlich"-Variante ist – also eine (weitestgehende) Jahres-Preisgarantie hat, die nun ausläuft. Diese gilt nicht für all diejenigen, die bei der SVO "klassisch" unterwegs sind: Hier hat das Unternehmen, das (unter anderem in Stadt und Kreis Celle) rund 250.000 Kunden betreut, zum 1. November eine Kostenerhöhung um 11,85 Cent pro Brutto-kWh angekündigt. Eine Beispielrechnung kommt gleich mit: Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Durchschnittsverbrauch von etwa 25.000 kWh muss für seine 150 Quadratmeter dann über 5300 und somit knapp 3000 Gas-Euro mehr pro Jahr berappen als zuvor (siehe Grafik unten).

SVO: Gaspreis-Anpassung zu November "unumgänglich"

"Als lokales Unternehmen können wir die globalen Entwicklungen und Vorgaben leider nicht beeinflussen", heißt es dazu in einer SVO-Pressemitteilung. Zum einen hätten sich die Großhandelspreise für Erdgas seit 2021 verzehnfacht, dazu kämen "der Ukraine-Krieg und die willkürlichen Kürzungen russischer Gaslieferungen" – sowie ab Oktober die Gasbeschaffungs- und Gasspeicher-Umlage der Bundesregierung. Die nun angekündigte Preisanpassung in der Grund- und Ersatzversorgung sei daher "unumgänglich", so die SVO.

In den sozialen Medien schreiben manche Nutzer, dass sie auf ihre aktuelle Benachrichtigung in der Sache noch warten – diejenigen, die es als "nicht-klassische" Gaskunden dagegen schon in den Vormonaten getroffen hat, schildern ihr Preis-Leid. "640 statt bisher 160 Euro" sei da etwa für die vierköpfige Familie fällig, berichtet die Cellerin Sara Malnasi. Torsten Terpe soll im "Erdgas Natürlich"-Tarif künftig 205 statt 59 Euro zahlen.

Für die jetzige November-Runde liegt der Redaktion ein SVO-Schreiben an einen Kunden, der anonym bleiben möchte, vor – neben dem entsprechenden Preisanstieg ist hier auch die Info "Ihr Grundpreis bleibt unverändert" enthalten. Was steigt, ist der sogenannte Arbeitspreis.

Gaspreis: Stadtwerke Celle kündigen Erhöhung zu Oktober an

Die Stadtwerke Celle kündigen ebenfalls eine Erhöhung an, und die bereits zum Oktober. Mit einem Brutto-Plus von 2,949 Cent pro kWh fallen die Zahlen hier aber im Vergleich zur SVO moderater aus. "Wir haben alle Gaskunden bis spätestens Ende August angeschrieben", erklärt Prokurist Fiete Albertin. Man gebe die Gas-Umlagen komplett weiter, ebenso die angekündigte Umsatzsteuer-Reduzierung auf sieben Prozent. Stadtwerke-Gaskunden mit einem Jahresverbrauch von 10.000 kWh zahlen demnach zirka 265 Euro mehr, bei 40.000 wären es entsprechend 1060 Euro.

SVO berechnet neue Gas-Abschläge – auch Strom "wird bald teurer"

"Wir empfehlen den Kunden, bereits jetzt die monatlichen Abschläge selbstständig anzupassen", sagt Albertin außerdem. Die SVO dagegen schreibt, dass alles "automatisch angepasst wird". So sollen laut Pressemitteilung teure Überraschungen bei der Jahresabrechnung vermieden werden. Den Abschlag ermittelt Celles Grundversorger nach folgendem Muster: Der sich "auf Basis gesetzlicher und vertraglicher Vorgaben" ergebende Preisanpassungs-Faktor (hier: 2,2) wird mit dem bisherigen Abschlag (minus Grundpreis) multipliziert, der Grundpreis von 10 Euro (gerundet) dann wieder aufgeschlagen. Bei bislang 175 Euro pro Monat wäre es dann nach Neuberechnung 373.

"Auch beim Strom erfolgt bald eine Preisanpassung", ergänzt SVO-Sprecher Thomas Hans. Beim Trinkwasserpreis sei "aktuell keine Änderung geplant". Bei den Stadtwerken, so Prokurist Albertin, werde es im nächsten Jahr "zu deutlich höheren Strompreisen kommen". Wie das beim Wasser aussieht, "werden wir im Dezember festlegen".