Jagd auf Raser im Landkreis

So viel spülen Verkehrssünder in Celles Kassen

Der Landkreis Celle hat im Jahr 2022 insgesamt 34.634 Geschwindigkeitsverstöße erfasst - und deutlich mehr Geld eingenommen als im Vorjahr.

  • Von Christopher Menge
  • 18. Jan. 2023 | 18:00 Uhr
  • 20. Jan. 2023
Einer der stationären Blitzer steht am Wilhelm-Heinichen-Ring in Celle.
  • Von Christopher Menge
  • 18. Jan. 2023 | 18:00 Uhr
  • 20. Jan. 2023
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Celle.

Mit Tempo 140 ist ein Autofahrer auf der Bundesstraße 3 in Hassel im vergangenen Jahr geblitzt worden – damit war er doppelt so schnell unterwegs wie erlaubt. Das hat Konsequenzen, der Autofahrer muss mit zwei Punkten und zwei Monaten Fahrverbot rechnen. "Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen", sagt Kreissprecher Tore Harmening. Die Geldbuße liege bei 1100 Euro. Insgesamt spülten die Verkehrssünder im vergangenen Jahr 2,65 Millionen Euro in die Kassen des Landkreises, das sind 1,44 Millionen Euro mehr als im Vorjahr und 500.000 Euro mehr als im letzten Vor-Corona-Jahr 2019.

Neuer Bußgeldkatalog: Höhere Verwarn- und Bußgelder für Verkehrssünder

Hintergrund ist neben zwei neuen Messgeräten, die der Landkreis ab Oktober 2021 beziehungsweise ab Mai 2022 einsetzt, der neue Bußgeldkatalog, der seit November 2021 gilt. Seitdem müssen Verkehrssünder höhere Verwarn- oder Bußgelder zahlen, wenn sie erwischt werden. Wer beispielsweise innerorts 16 bis 20 Stundenkilometer zu schnell fährt und geblitzt wird, zahlt 70 Euro und damit doppelt so viel wie bisher. Teurer ist es auch für jene geworden, die verbotswidrig auf Geh- und Radwegen parken, unerlaubt auf Schutzstreifen halten oder in zweiter Reihe parken und halten.

"In 887 Fällen wurde ein Fahrverbot angeordnet."

Tore Harmening (Kreissprecher)

Nach Angaben des Landkreises hat es im vergangenen Jahr rund 95 Mal pro Tag geblitzt, weil ein Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs war. 34.634 Geschwindigkeitsverstöße wurden erfasst. "23.496 Verstöße lagen im Bereich eines Verwarngeldes, 11.138 im Bußgeldbereich", sagt Harmening. In 887 Fällen sei ein Fahrverbot angeordnet worden. Außerdem erfasste der Landkreis Celle noch 618 Rotlichtverstöße.

Zwei Rotlicht-Blitzer in Celle

In der Stadt Celle gibt es zwei fest installierte Rotlicht-Blitzer, die im Wechsel scharf geschaltet werden. Einer blitzt an der Hannoverschen Heerstraße Höhe Wilhelm-Heinichen-Ring in Richtung Innenstadt, der andere am Harburger Berg auf Höhe der Höhe Hehlentorschule in Richtung Allerbrücke.

Die Geschwindigkeit wird von den stationären Blitzern in Bergen an der L298 in Richtung Belsen, an der B3 in Hassel in Richtung Celle, an der B191 in Hornshof (in beide Richtungen), an der B3 auf Höhe Nienhagen (in beide Richtungen) und an der B214 in Forsthaus Blum in Richtung Celle sowie auf dem Wilhelm-Heinichen-Ring in Celle Höhe Hagebaumarkt gemessen. Dazu gibt es 308 feste mobile Messpunkte. Der Landkreis Celle setzt sechs Mitarbeiter ein, um Verkehrssünder zu erwischen. Ab Sommer soll auch ein Blitzer-Anhänger erprobt werden. Fünf bis sieben Tagen kann dieser mobile Blitzer an einem Standort teure Aufnahmen machen.

2323 Verstöße an der B191 in Hornshof

Am häufigsten löste im vergangenen Jahr der Starenkasten auf der B191 in Hornshof aus. In Richtung Celle wurden 2323 Verkehrsteilnehmer geblitzt. "In diesem Jahr sind keine Versetzungen oder Neuinstallationen geplant", sagt Harmening. Vorhandene Geräte würden sukzessive gegen neue Technik getauscht. "Die Standorte bleiben erhalten", so der Kreissprecher.

 

Ziel der Geschwindigkeitsüberwachung ist Verkehrsunfallprävention

Vorrangiges Ziel der Geschwindigkeitsüberwachung sei weiterhin die Verkehrsunfallprävention, auch schädliche Umwelteinflüsse würden reduziert. "Ebenfalls dient die Verkehrsüberwachung die Verkehrsteilnehmenden zu verkehrsgerechtem und rücksichtsvollem Verhalten im Straßenverkehr zu veranlassen", sagt der Kreissprecher. Bei allen Verkehrsteilnehmern ist das allerdings noch nicht angekommen.