Gas-Abschlag im Dezember

Wie Celler Gaskunden die Entlastung erhalten

Wegen der Energiekrise hat der Bund angekündigt, die Dezember-Gasrechnung für Haushalte zu übernehmen. Wie hoch die Entlastung ausfällt und wie Kunden an ihr Geld kommen, erklärt nun die SVO.

  • Von Marius Klingemann
  • 17. Nov. 2022 | 18:49 Uhr
  • 18. Nov. 2022
  • Von Marius Klingemann
  • 17. Nov. 2022 | 18:49 Uhr
  • 18. Nov. 2022
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Celle.

Nachdem die SVO erst vor Kurzem eine weitere Anhebung der Energiepreise verkündet hat, kann Celles Grundversorger nun zumindest mit einer besseren Nachricht für seine Erdgaskunden aufwarten. Diese müssen im anstehenden Dezember, nachdem der Bundesrat in Berlin Anfang dieser Woche das finale grüne Licht für die entsprechende, deutschlandweite Hilfsmaßnahme gegeben hat, keinen Gas-Abschlag zahlen. "Die andauernde Energiekrise stellt uns als Versorger gemeinsam mit unseren Kunden vor enorme Herausforderungen. Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung steuert gegen, das begrüßen wir ausdrücklich“, bekräftigte SVO-Geschäftsführer Holger Schwenke bei einem eigens einberufenen Pressetermin am Donnerstag.

So berechnet sich die Höhe der Entlastung

Quasi im selben Atemzug wies Schwenke jedoch darauf hin, dass letztlich die Höhe der Entlastung bei jedem auch von individuellen Faktoren abhänge. Die Rechnung ist nämlich in der Tat etwas komplizierter: Der Bund übernimmt ein Zwölftel des prognostizierten Gas-Jahresverbrauchs mit Stand September 2022 – multipliziert mit dem Arbeitspreis, der allerdings wiederum zu Stand Dezember 2022. Ebenfalls übernommen wird ein Zwölftel des für das Jahr gezahlten Grundpreises.

Beispiel: Ein SVO-Kunde im Tarif "Erdgas fest" hat einen Jahresverbrauch ("Prognose-Stand" im September) von 25.000 Kilowattstunden (kWh), also etwa 2083 kWh je Monat. Der Arbeitspreis mit Stand Dezember beträgt hier 15,59 Brutto-Cent pro kWh, der Jahres-Grundpreis 132,77 Euro – ein Zwölftel von Letzterem sind rund 11,06 Euro. Die Entlastung beim Arbeitspreis beträgt also 2083 x 15,59 = 324,74 Euro, zuzüglich der 11,06 Euro vom Grundpreis ergibt das eine Entlastung von 335,80 Euro.

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Dezember-Hilfe unterm Strich individuell

Diese vom Bund entwickelte Formel, so Schwenke, spiegele nicht zwangsläufig den tatsächlichen Dezember-Abschlag wider – "dieser wird im Rahmen der Jahresverbrauchsabrechnung verrechnet, das kann dann je nach Konstellation noch in beide Richtungen gehen". Abweichungen kann es etwa geben, wenn sich zwischen September und Dezember Vertragsmodalitäten ändern beziehungsweise geändert haben.

So kommen Celler Kunden an ihr Geld

Zahlung: Im Dezember müssten Kunden, die der SVO eine Einzugsermächtigung (SEPA-Mandat) erteilt haben, aber erstmal nichts weiter tun: "Den Gas-Abschlag buchen wir diesmal einfach nicht ab." Diejenigen, die selbst überweisen, könnten den entsprechenden Gas-Anteil einmalig weglassen. Außerdem: "Wurde ein entsprechender Dauerauftrag für Erdgas eingerichtet, muss dieser für den Dezember ausgesetzt werden." Wer das vergisst, müsse sich keine Sorgen machen – "der Dezember-Betrag wird bei der Jahresabrechnung berücksichtigt und verrechnet."

SVO senkt Gas-Mehrwertsteuer länger

Gas-Mehrwertsteuer: Etwas einfacher zu durchschauen dürfte die zweite Botschaft sein, die SVO-Chef Schwenke dabei hatte. Für die Mehrwertsteuer, die der Bund für Gas ab Oktober von 19 auf 7 Prozent gesenkt hat, nimmt das Celler Unternehmen nicht nur für diesen Zeitraum den niedrigeren Satz, sondern rückwirkend für das gesamte Jahr 2022. "Das ist uns innerhalb des hier gesetzten Rahmens rechtlich möglich", erklärte Schwenke. Der Schritt werde nun mit den Kunden kommuniziert.

Preisbremsen für Strom und Gas in der Planung

Preisdeckel: Noch nicht spruchreif seien hingegen die auf Bundesebene geplanten Preisbremsen für Strom und Gas, die im Januar respektive März in Kraft treten sollen. "Sobald es hier etwas feststeht, geben wir es natürlich auch weiter", betonte Schwenke nochmals. Für private Haushalte ist beim Strom die Deckelung der "Basismenge" von 80 Prozent des Verbrauchs auf 40 Cent pro kWh vorgesehen, beim Gas entsprechend auf 12 Cent. Darüber hinaus soll weiter ein Energiespar-Anreiz bestehen.