Energie-Lage

SVO-Chef: Diesen Winter kein Gasmangel in Celle

Der Negativ-Gipfel scheint zwar erstmal überwunden, doch die Marktpreise für Strom und Gas bleiben unberechenbar, sagt SVO-Geschäftsführer Schwenke. Russisches Gas gehört erstmal nicht mehr zum Energiemix.

  • Von Marius Klingemann
  • 18. Nov. 2022 | 14:59 Uhr
  • 18. Nov. 2022
  • Von Marius Klingemann
  • 18. Nov. 2022 | 14:59 Uhr
  • 18. Nov. 2022
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Celle.

Als SVO-Geschäftsführer Holger Schwenke nun Pressevertreter am Firmensitz an der Celler Sprengerstraße versammelte, war er guter Dinge, konnte er doch immerhin zu Entlastungen berichten, die an die Kundschaft weitergegeben werden können. Dezember-Soforthilfe für Gaskunden und dazu die Absenkung der Gas-Mehrwertsteuer auf sieben Prozent für das komplette Jahr 2022 – dies gilt nach Bundesbeschluss bis einschließlich März 2024 – waren die Stichworte.

Schwenkes für den Moment positive Stimmung kann auch damit zu tun gehabt haben, dass er nicht glaubt, dass es im norddeutschlanden Raum – inklusive Landkreis Celle – im anstehenden Winter eine Gasmangellage geben wird. "Meiner Ansicht nach nicht", so der SVO-Chef. Das liege am allgemeinen Füllstand der deutschen Speicher von jetzt annähernd 100 Prozent, außerdem daran, dass "hier im Norden auch sehr viele davon stehen" und darum die Wege zum Energie-Nachschub kurz seien.

SVO-Chef Schwenke: Komplizierter Blick auf Winter 2023/24

Komplizierter, meint Schwenke, sei da schon der Blick auf die Wintermonate 2023/24: "Russisches Gas fließt derzeit nicht mehr nach Deutschland und wir gehen auch nicht davon aus, dass sich daran so schnell etwas ändern wird." Rund 55 Prozent des Bundes-Gasmixes habe der russische Teil in normalen Zeiten ausgemacht, das werde allein durch die neuen LNG-Terminals für Flüssiggas "wohl nicht zu decken sein".

Schwenke erklärte zudem, dass die Einkaufspreise für Gas und Strom im laufenden Jahr zeitweise sechs- bis achtmal so hoch gewesen seien wie noch in 2021. Dieser Negativ-Gipfel sei momentan zwar erstmal überwunden, "doch beim aktuellen Marktgeschehen weiß man nur schwerlich, wie sich die Dinge kurzfristig entwickeln".

Celle: SVO erklärt Preis-Plus trotz besserer Marktkonditionen

Die SVO hat – "auch wir können uns den Entwicklungen nicht entziehen" – jüngst angekündigt, die Preise für Kunden in der Grundversorgung zum 1. Januar nochmals zu erhöhen. Beim Strom gibt es dabei einen Arbeitspreis-Sprung von 29,49 auf 54,38 Cent pro Kilowattstunde, für Gas ist er schon zu November um 11,85 Brutto-Cent gestiegen, jetzt nochmal um 1,91.

"Letztlich landen wir bei jeweils 80 Prozent Preissteigerung gegenüber dem Vor-Krisen-Niveau", das sei immer noch deutlich weniger als die genannten Mehrkosten im Einkauf, bekräftigte Schwenke. Abzuwarten seien zudem die vom Bund angekündigten Preisdeckel.