E-Mobilität

Zu wenig Schnellladesäulen im Kreis Celle

Der Ausbau der Infrastruktur für E-Autos geht nur langsam voran. Vor allem bei den Schnellladesäulen gibt es in Celle Nachholbedarf.

  • Von Simon Ziegler
  • 26. Okt. 2022 | 07:05 Uhr
  • 27. Okt. 2022
Um der E-Mobilität zum Durchbruch zu verhelfen, müssen mehr Ladesäulen her. 
  • Von Simon Ziegler
  • 26. Okt. 2022 | 07:05 Uhr
  • 27. Okt. 2022
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Celle.

Gabriele Rennau aus Winsen fährt seit zehn Jahren ein Elektro-Auto, genauer: einen Mitsubishi i-MiEV. Bereut sie die damals 23.000 Euro teure Anschaffung nie. "Ich zahle 200 bis 300 Euro an Stromkosten im Jahr", sagt sie. Mit dem Wagen fahre sie kürzere Strecken nach Walsrode, Burgdorf, Celle und zur Arbeit nach Hambühren.

Wallbox in der Garage

Die allermeisten E-Autofahrerinnen und Fahrer brauchen im näheren Umkreis ihres Wohnortes keine Ladesäulen im öffentlichen Raum – weder Schnellladesäulen noch andere. Sie haben zuhause die Möglichkeit, ihren Wagen aufzuladen. Viele haben eine Wandladestation, auch Wallbox genannt. Rennau lädt ihren Mitsubishi über eine 220-Volt-Steckdose mit Extra-Sicherung in ihrer Garage in Winsen.

1872 E-Autos in Stadt und Kreis

In Stadt und Kreis Celle gibt es immer mehr E-Autos. Anfang dieser Woche waren 1872 E-Fahrzeuge angemeldet, teilte Landkreis-Sprecher Lukas Kloth mit. Dazu kommen 1495 Autos mit Benzin-/Elektroantrieb und 672 mit Diesel-/Elektroantrieb – Tendenz steigend.

Große Pläne in Großburgwedel

Um der Elektro-Mobilität zum Durchbruch zu verhelfen, braucht es aber flächendeckend Investitionen in die Infrastruktur, vor allem in Schnellladesäulen, so genannte High Power Charger (HPC). In Großburgwedel entsteht derzeit einer der größten Schnellladeparks des Landes. Das Unternehmen Energie Baden-Württemberg (EnBW) will ihn Anfang 2023 in Betrieb nehmen. Künftig sollen in dem Park 32 E-Autos gleichzeitig laden können. Der Standort liegt nahe der Autobahn 7. An den Ladepunkten laden die Fahrerinnen und Fahrer 100 Prozent Ökostrom mit einer Leistung von bis zu 300 Kilowatt. Faustregel: 20 Minuten Ladestopp und der Akku hat Energie für die nächsten 400 Kilometer.

Nur sechs Schnellladesäulen im Kreis Celle

Im Kreis Celle sind Schnellladesäulen bislang noch die Ausnahme. Laut Bundesnetzagentur gibt es lediglich sechs, darunter zwei, die Ende des vergangenen Jahres die Aral-Tankstelle an der Braunschweiger Heerstraße in Betrieb genommen hat.

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Gemeinden können nur unterstützen

Langfristig kommt das Thema auch auf die Landgemeinden zu. Wietzes Bürgermeister Wolfgang Klußmann sagt, dass der Ausbau sinnvoll sei, insbesondere in Gemeinden, die an Bundesstraßen liegen. "Das kann aber nicht die Aufgabe von Kommunen sein, wir betreiben ja auch keine Tankstellen. Unsere Aufgabe ist es, Planverfahren anzuschieben und Flächen zur Verfügung zu stellen", meint der Wietzer Verwaltungschef. Er fordert Anreize von Bund und Land, damit Privatunternehmen in die Infrastruktur investieren. Klußmann macht klar, dass es damit nicht getan sei. Das Thema sei weitaus komplexer. "Wir brauchen die Ladepunkte, den Strom und die Netze." Durch E-Mobilität, Digitalisierung und Co. werde in den kommenden Jahren der Strombedarf deutlich zunehmen.

SVO treibt Ausbau voran

Neben Tankstellenbetreibern sind in erster Linie die örtlichen Energieversorger gefragt. "Der Ausbau der Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum hat eine hohe Priorität bei der SVO-Gruppe", sagt Sprecherin Christiane Poestges. Im Mai seien fünf weitere Ladesäulen mit jeweils zwei Ladepunkten in Betrieb genommen worden. Damit stehen den Autofahrern jetzt in Celle acht öffentliche SVO-Ladesäulen mit insgesamt 16 Ladepunkten zur Verfügung. Die SVO betreibe auch Stationen in Hermannsburg, Suderburg, Uelzen, Wietzendorf, Nienhagen und Wathlingen. Geplant seien sieben weitere Ladesäulen in Celle, die in den kommenden Monaten in Betrieb gehen sollen. "Die Planungen laufen für Standorte in Neustadt-Heese, Klein Hehlen, Neuenhäusen und Vorwerk", so Poestges. Außerdem nehme man die erste SVO-Schnellladesäule in Betrieb.